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Smartwatch-Systeme im Vergleich

Test & Kaufberatung | Test

Wie damals bei Knight Rider in die Armbanduhr sprechen und dann vom Auto abgeholt werden: Das geht heute wirklich, wenn man eine Taxi-App auf der Smartwatch installiert hat. Auch sonst beherrschen Apple Watch und Co. allerlei Kunststücke.

Bislang war der Begriff Smartwatch ein Synonym für Uhren mit Googles Betriebssystem Android Wear. Ob Asus, LG, Motorola, Samsung oder Sony: Alle haben Uhren mit Android-Unterbau im Programm, weitere Hersteller sitzen in den Startlöchern. Doch seit Apple die Bühne betreten hat, ist die Google-Dominanz am Handgelenk Geschichte. Mit der Apple Watch bekommt Google jeoch nicht nur einen großen Konkurrenten, sondern auch Aufmerksamkeit der breiten Bevölkerung. Und das ändert die Wahrnehmung: Smartwatches sind plötzlich keine hässlichen Kleinstcomputer mehr, die sich nur total vernetzte Nerds umschnallen – sie sind jetzt nützliche Begleiter im Alltag und vielleicht bald angesagte Lifestyle-Produkte.

Davon profitieren auch vermeintliche Underdogs wie die Pebble und die Smartwatches mit Samsungs Betriebssystem Tizen. Sie machen einiges anders und vieles davon sogar besser als Google und Apple. Grund für uns, einen Blick auf die neueste Smartwatch-Generation und vor allem die unterschiedlichen Betriebssysteme zu werfen. Mit von der Partie: Die Apple Watch, die zeigen muss, ob sie das Feld wirklich von hinten aufrollen kann, und die LG Watch Urbane als erster Vertreter mit der brandneuen Android-Wear-Version 5.1.1. Außerdem dabei: Die preisgünstige, aber trotzdem sehr vielseitige Pebble sowie die Samsung Gear S mit Tizen-Betriebssystem – die so viele Funktionen hat, dass sie das Smartphone nicht nur ergänzt, sondern mitunter sogar überflüssig macht.

Da es für jedes Smartwatch-System Uhren in verschiedenen Größen, Ausstattungen und Designs gibt, haben wir auf einen klassischen Hardware-Test verzichtet. Stattdessen haben wir geprüft, welche Aufgaben man mit welcher Uhr bequem am Handgelenk erledigen kann, statt extra das Smartphone aus der Tasche zu nesteln. Wir wollten wissen, wo die Uhren den Alltag tatsächlich erleichtern und woran sie (noch) scheitern.

Dafür haben wir sieben typische Szenarien untersucht: Vom Musikhören und Navigieren über Sportbegleitung bis zum Verschicken von Nachrichten und zum Spielen. Die Ergebnisse dieser Praxistests finden Sie ab Seite 108.

Wegen der stets gleichen Bedienung und identischer Apps haben wir bei den Praxis-Tests nicht zwischen unterschiedlichen Android-Wear-Uhren unterschieden. Da die Modelle aber leicht in der Ausstattung variieren, haben wir in die Tabelle auf Seite 106 alle aktuellen Wear-Uhren aufgenommen.

Gemeinsam sind wir smart

Ohne eine Verbindung zum Smartphone sind die meisten aktuellen Smartwatches nicht besonders schlau: Sie lassen sich ohne deren Unterstützung nicht aktivieren und einrichten. Die Android-Uhren zeigen nicht einmal mehr die Uhrzeit an, wenn sie nach einem Neustart „ihr“ Handy nicht finden. Für die Kopplung mit dem Smartphone muss die zum Betriebssystem der Uhr passende Companion-App installiert sein. Sie übernimmt per Bluetooth den Datenaustausch zwischen Uhr und Smartphone.

Hier lauert bereits die erste Hürde: Ohne das richtige Smartphone ist der Smartwatch-Spaß vorbei, bevor er überhaupt begonnen hat. So funktioniert die Apple Watch nur mit iPhones ab 5 S. Samsungs Tizen-Watches sind ebenso wählerisch: Sie laufen ausschließlich mit einigen Galaxy-Modellen von Samsung. Android Wear erfordert Smartphones mit Android ab 4.4, die außerdem das stromsparende Bluetooth-Protokoll Low Energy (LE) alias BT Smart unterstützen. Die rühmliche Ausnahme ist die Pebble-Uhr: Sie lässt sich mit allen Smartwatch-fähigen Android- und Apple-Telefonen koppeln. Mit Windows Phone arbeitet zurzeit keine der Smartwatches zusammen. Lediglich das Microsoft Band unterstützt rudimentäre Benachrichtigungsfunktionen an Windows Phones (und Android sowie iOS).

Die Ersteinrichtung funktionierte bei allen getesteten Uhren nach dem gleichen durchweg einfachen Prinzip: Nachdem wir die Companion-Apps auf den Handys installiert hatten, erfolgte automatisch das Pairing, bei dem wir bei Android, Samsung und Pebble auf beiden Geräten einen Zahlencode bestätigten und bei Apple ein (sehr schick animiertes) „Code-Bild“ abfotografieren mussten. Danach waren alle Uhren ohne weitere Fummelei oder Konfigurationen einsatzbereit.

Alle Smartwatches fungieren ab dann vor allem als Zusatzdisplay fürs Smartphone: Mit einer dezenten Vibration machen sie auf neue Chat-Nachrichten, Status-Updates von Facebook-Freunden oder – weniger profan – auch darauf aufmerksam, dass man in einhundert Metern rechts abbiegen muss. Ein kurzer und dezenter Blick auf die Uhr genügt, um die gewünschte Information zu bekommen – ganz ohne das Handy aus der Tasche ziehen zu müssen. ...

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