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Robotik-Wettbewerb mit 5 Millionen Dollar Preisgeld

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben einen internationalen Robotikwettbewerb ins Leben gerufen, der mit einem Preisgeld von 5 Millionen US-Dollar dotiert ist. Die nach dem Bruder des amtierenden Präsidenten der VAE benannte „Mohamed Bin Zayed International Robotics Challenge“ (MBZIRC) richtet sich an Entwickler von kleinen unbemannten Luftfahrzeugen (Unmanned Aerial Vehicles, UAV) sowie unbemannten Bodenfahrzeugen (Unmanned Ground Vehicles, UGV) und soll im November 2016 auf einem Freigelände in der Hauptstadt Abu Dhabi stattfinden.

Auf dem Areal von der Größe eines Fußballfeldes sind drei Einsatzszenarien geplant: Aufgabe 1 sieht vor, dass ein autonom agierendes UAV ein sich bewegendes Bodenfahrzeug lokalisiert, verfolgt und anschließend darauf landet. Bei der zweiten Aufgabe soll ein unbemanntes Bodenfahrzeug ein zweites UGV ausfindig machen, sich diesem nähern und ein Ventil an der Seite des Fahrzeugs bedienen. Die Größe der UAVs ist auf 60 cm × 60 cm × 40 cm beschränkt, die UGVs dürfen maximal 1 m × 1,5 m groß sein.

Aufgabe 3 verlangt, dass eine Gruppe unbemannter Luftfahrzeuge als Team zusammenarbeitet und diverse stationäre sowie sich bewegende Objekte sucht. Diese Objekte müssen dann aufgenommen und an einem bestimmten Ort platziert werden. Das Highlight der zweitägigen Veranstaltung soll die „Grand Challenge“ sein. Zum Finale treten die besten Teams noch einmal an und zeigen kombinierte Einsätze von UAVs und UGVs.

„Die Robotiktechnologie ist gerade im Begriff, fast alle Aspekte unseres Lebens zu verändern. Und die Vereinigten Arabischen Emirate, die sich stark auf Innovation konzentrieren, möchten dabei gern als Kreativitätszentrum auftreten, das solche Veränderungen in die Wege leitet“, erklärt Dr. Tod Laursen, Präsident der Khalifa University in Abu Dhabi und Mitorganisator der MBZIRC. Dass die Wettbewerbsaufgaben einen starken militärischen Bezug haben, dürfte auch mit dem Namensgeber zu tun haben: Mohamed Bin Zayed ist General und stellvertretender Kommandant der Streitkräfte der VAE.

Robotik-Teams, die an dem Wettbewerb teilnehmen und sich für ein Sponsoring bewerben wollen, müssen bis zum 15. Juni 2015 eine Online-Bewerbung einreichen. Das Formular ist über den c’t-Link erreichbar. (pmz@ct.de)

Intelligente Brille gegen Makuladegeneration

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) gehört zu den häufigsten Augenleiden. Allein in Deutschland sind davon rund zwei Millionen Menschen betroffen. Bei einer Erkrankung degenerieren Zellen der sogenannten Macula lutea (Gelber Fleck), ein Areal im hinteren Bereich der Netzhaut, das auch die Fovea centralis (Punkt des schärfsten Sehens) enthält. Als Folge nimmt die Sehschärfe bei Betroffenen immer mehr ab. Außerdem können sie Farben nicht mehr richtig wahrnehmen; auch das Kontrastempfinden ist beeinträchtigt. Da die Erkrankung in der Regel auf die Makula beschränkt ist, bleibt das äußere Gesichtsfeld aber erhalten.

Das französische Unternehmen Light Vision hat nun eine elektronische Brille entwickelt, mit der AMD-Betroffene wieder deutlich schärfer sehen können. Dazu filmt eine in die Fassung integrierte Mikro-Kamera die vordere Umgebung, während ein im Brillenglas sitzendes Eye-Tracking-System die Blickrichtung des Brillenträgers erfasst. Eine Software passt die jeweils relevanten Bildausschnitte an das individuelle Sehvermögen des Brillenträgers an (Schärfe, Kontrast, Farbe) und lässt die modifizierten Bilder auf noch intakte Stellen der Netzhaut projizieren.

Die Technik funktioniert inzwischen so gut, dass Light Vision die ersten 100 Modelle noch in diesem Jahr an Test-Patienten verteilen will. Im kommenden Jahr soll die AMD-Brille dann auch kommerziell vermarktet werden. (pmz@ct.de)

Kollisionen mit Rekordenergie im Teilchenbeschleuniger LHC

Im Large Hadron Collider (LHC) des Europäischen Kernforschungszentrums CERN sind im Mai zum ersten Mal Protonen mit einer Energie von 13 Teraelektronenvolt (TeV) kollidiert. Das ist fast doppelt soviel wie die bislang höchste Schwerpunktsenergie von 8 TeV, die 2012 ebenfalls am LHC erreicht worden war. Für die in einem Probelauf ausgelösten Kollisionen wurden zwei Protonenstrahlen aufeinander gerichtet, die jeweils eine Energie von 6,5 TeV hatten. Der Probelauf war Teil der Vorbereitungen für eine erneute Freigabe des Beschleunigers für die wissenschaftliche Forschung.

Beim CERN geht man davon aus, dass der zweite Lauf des LHC und damit der wissenschaftliche Betrieb Anfang Juni beginnen kann. Dann würde eine zweijährige Umbauphase zu Ende gehen, in der die Voraussetzungen dafür geschaffen wurden, dass die Kollisionsenergie fast verdoppelt werden konnte.

Die Wissenschaftler wollen sich jetzt unter anderem darauf konzentrieren, eine Erklärung des Higgs-Mechanismus’ zu formulieren und Dunkle Materie sowie Antimaterie erforschen. (mho@ct.de)

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