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Günstiges ARM-NAS fürs Büro

Qnap bringt seinen ersten Firmen-Netzwerkspeicher im 19-Zoll-Gehäuse mit ARM-Prozessor in den Handel. Der Hersteller hat dem TS-431U einen mit 1,2 GHz getakteten Zweikern-Prozessor der Produktreihe ARM Cortex A9 und ein GByte DDR3-Speicher spendiert. Dateien kann das NAS Hardware-beschleunigt mit 256 Bit langen AES-Keys verschlüsseln.

Es fasst bis zu vier SATA-Festplatten oder SSDs in 2,5-Zoll- oder 3,5-Zoll-Bauform, die es sinnvollerweise mit den RAID-Modi 1, 5, 6 oder 10 bündeln kann. Dank der Hotswap-Fähigkeit des SATA-3-Controllers lassen sich die Speichermedien im Betrieb wechseln.

Externe Speicher oder Drucker bindet das NAS-System über vier USB-3.0-Schnittstellen und einen USB-2.0-Port an und gibt sie im LAN frei. Für die Verbindung zum Netzwerk sorgen zwei Gigabit-Anschlüsse, die der TS-431U gebündelt einsetzen kann.

Das Gerät sichert Daten auf FTP-Servern oder Qnap-Netzwerkspeichern per rsync oder mittels Real-Time Remote Replication. Alternativ speichert es Daten auf Cloud-Servern von Microsoft, Amazon, Google, Rackspace, IBM und HP. Optional arbeitet das NAS auch als Server für IP-Überwachungskameras. Dem Gerät liegt eine Lizenz für zwei Kameras bei. Qnap empfiehlt einen Verkaufspreis von 534 Euro. (fkn@ct.de)

10-GBit-Switch mit Twisted-Pair-Ports

Zyxels XS1920-12 ist erst der dritte im deutschen Handel erhältliche 10-GBit-Switch, der weniger als 2000 Euro kostet. Er verknüpft bis zu 12 Netzwerkgeräte über Twisted-Pair-Kabel mittels 10GBase-T. Alternativ lassen sich auch 2 der 12 Clients per Glasfaser anbinden. Hierzu befinden sich an der Gerätefront zwei SFP+-Schächte, die passende Transceiver aufnehmen.

Der managed Switch enthält übliche Business-Funktionen, so spannt er unter anderem virtuelle Netze mittels Q-Tagging nach dem IEEE-Standard 802.1Q auf. Nutzer authentifiziert er anhand individueller Konten per Radius (IEEE 802.1X). Zusätzlich beherrscht er IGMP und MLD-Snooping sowie VoIP-Priorisierung.

Einrichten lässt sich das Gerät per Web-Interface, über SNMP oder RMON sowie über die Zyxel-One-Network-Software. Mit ihr lassen sich mehrere Switches von einem Rechner aus verwalten. Zyxels XS1920-12 kostet 1260 Euro. (fkn@ct.de)

EU fördert Vectoring in Deutschland vorerst nicht

Die EU-Kommission will staatliche Beihilfen zum Breitbandausbau in Deutschland vorerst nur dort zulassen, wo kein Vectoring eingesetzt wird. „Da die Technologie den offenen Zugang zum Netz derzeit nicht gewährleistet, kann sie in staatlich geförderten Projekten vorerst nicht zum Einsatz kommen“, heißt es aus Brüssel.

Vectoring verdoppelt an per Kupferleitung angebundenen VDSL-Anschlüssen annähernd die Übertragungskapazität auf bis zu 100 MBit/s. Das gelingt, indem der Anbieter die Adern im Kabel gebündelt zu koordinierten Zeitpunkten mit Daten beschickt und so Übersprechstörungen verringert. Aktuelle Richtlinien schreiben vor, dass ein Provider hierfür die volle Kontrolle über die Teilnehmeranschlussleitungen (TAL) zu erhalten hat. Technisch ist das jedoch nicht unbedingt erforderlich. Hier liegt der eigentliche Streitpunkt.

Dieser Umstand gibt der Telekom, die den Vectoring-Ausbau im großen Stil betreibt, nach Ansicht der EU-Kommission und der Mitbewerber einen Hebel, um Mitbewerber zu verdrängen. Andere Provider beklagen seit Jahren, dass die Telekom ihnen beim Vectoring nicht genug Zugang gewähre, um konkurrenzfähige Angebote zu machen.

Derzeit können Telekom-Konkurrenten nur dann Kunden im Vectoring-Ausbaugebiet bedienen, wenn sie VDSL-Bitstrom-Angebote der Telekom mieten oder selbst alle Leitungen des Anschlussbereichs übernehmen und Vectoring anbieten. Lukrativ wäre das insbesondere für kleine Anbieter jedoch nicht. Ihnen käme eine Koexistenz von ADSL- und Vectoring-beschleunigten VDSL-Anschlüssen zugute.

Die Bundesregierung hat als Reaktion auf den EU-Entscheid ein Vorleistungsprodukt angekündigt, „das Wettbewerbern einen uneingeschränkten Zugang zu Vectoring-Netzen ermöglicht“. Sollte die Kommission das für ausreichend halten, ließe sich der Vectoring-Ausbau mit insgesamt drei Milliarden Euro fördern. Trotz der Entscheidung will die Telekom ohne Fördermittel 8000 Hauptverteiler mit Vectoring ausbauen. Zudem möchte Internet-Minister Alexander Dobrindt bis 2018 für landesweites Internet mit mindestens 50 MBit pro Sekunde sorgen. Wie die 1,4 Milliarden Euro aus dem Bundesetat und die Erlöse aus der Frequenzversteigerung investiert werden sollen, muss daher möglichst bald festgelegt werden. (fkn@ct.de)

Netzwerk-Notizen

Skype bietet seinen VoIP- und Chat-Dienst in einer offenen Beta als Web-Version an. Unter der URL: web.skype.com lässt sich Skype im Browser per Plug-in nutzen.

AVM hat für die Fritzbox-Router 7490, 7360, 7330 und 7272 die Vorschau-Firmware Fritz!OS-Labor 6.25-30593/30630 veröffentlicht. Sie deaktiviert den offiziell nicht unterstützten Telnet-Client und bringt einen Assistenten zum Umstieg von regulärer Telefonie auf VoIP mit.

Netgear hat den Dualband-WLAN-Router D7000 mit integriertem VDSL2-Modem angekündigt. Das Gerät soll 1300 MBit/s brutto im 5-GHz-Band und 450 MBit/s brutto (600 MBit/s mit proprietärem QAM256) im 2,4-GHz-Band übertragen. Der 230 Euro teure Router soll in Österreich und der Schweiz in den Handel kommen, in Deutschland jedoch derzeit nicht.

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