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ARM-Server füllen Nischen

Für Server melden die Marktforscher von IDC deutliches Wachstum in Europa, im Nahen Osten und in Afrika (EMEA): In dieser Region wurden im ersten Quartal 2015 knapp 560 000 Server verkauft, 3,5 Prozent mehr als Anfang 2014. Der Umsatz wuchs demnach sogar um 6,3 Prozent auf umgerechnet 3 Milliarden US-Dollar. Im Schnitt wurden die Verkäufer also teurere, besser ausgestattete Maschinen los. Nicht überall gibt es Wachstum, wegen der Sanktionen ist der Absatz in Russland vielmehr drastisch eingebrochen. Auch der schwache Euro macht einigen Verkäufern zu schaffen.

Erstmals seit fast vier Jahren gab es wieder Umsatzwachstum bei Servern, die nicht mit x86-Prozessoren bestückt sind. Es ging um 2 Prozent aufwärts, der Umsatzanteil beträgt nun etwa 17 Prozent. Der überwiegende Teil davon entfällt auf klassische Unix-Server. Vor allem legten aber die ARM-Server zu, sodass sich die Stückzahl der Nicht-x86-Maschinen mehr als verdoppelte.

Auf Nachfrage erklärte IDC, vor allem hätten französische Internet-Dienstleister zwei- bis viertausend ARM-Systeme von kleineren Herstellern gekauft. Vom Umsatz und der Stückzahl her machen diese vergleichsweise billigen ARM-Systeme weniger als 1 Prozent des Markts aus.

HP dominiert weiterhin den EMEA-Servermarkt und erzielt mit 35 Prozent einen mehr als doppelt so hohen Umsatzanteil wie die Nummer zwei, Dell (17 %). Es folgen IBM (11 %) und Lenovo (7,5 %), wobei es bei Lenovo spürbar bergab ging – das hatte sich der chinesische Hersteller wohl anders vorgestellt mit der Übernahme der IBM-Serversparte. Cisco konnte mit seinem Unified Compute System die Umsätze nahezu verdoppeln und liegt bei fast 7 Prozent Anteil. Fujitsu liegt nach Einschätzung von IDC nicht mehr unter den fünf größten Servermarken.

Auf Server in Tower-Bauform entfallen weniger als 18 Prozent der Umsätze, 55 Prozent auf Rack-Chassis. Blade-Server und Bauformen für noch höhere Packungsdichten machen zusammen 27 Prozent aus. Deutlich mehr als die Hälfte aller Server laufen unter Windows, doch Linux legt weiter kräftig zu. Linux verdrängt aber auch Unix auf großen Enterprise-Systemen: Wie HP meldet, hat die BayWa AG ihre SAP-Installation von einem Itanium/Unix-System auf zwei neue Superdome X mit Xeons migriert. (ciw@ct.de)

Studie zeigt Zuverlässigkeit von Server-Flash

Mitarbeiter von Facebook und ein Doktorand der Carnegie-Mellon-Universität – er arbeitet jetzt auch bei Facebook – haben die Zuverlässigkeit von Flash-Speichern im Server-Einsatz untersucht. In der Studie (siehe c’t-Link unten), die auf der Sigmetrics 2015 vorgestellt wurde, ging es nicht um SSDs mit SAS- oder SATA-Schnittstellen, sondern um PCI-Express-Karten mit Flash. Die Hersteller werden nicht genannt, aber Facebook gehörte lange zu den wichtigsten Kunden von Fusion-io. Ähnliche Produkte hat etwa auch die heutige WD-Tochter Virident im Angebot.

Die Studie zeigt, dass unkorrigierbare Lesefehler und komplette Ausfälle bei diesen Flash-Medien keinen simplen Mustern folgen: So hängt die Fehlerrate etwa nicht einfach mit der Menge der bereits geschriebenen Daten zusammen; die PCIe-Flash-Karten befanden sich auch alle innerhalb ihrer spezifizierten Nutzungsdauer. Es zeigte sich aber beispielsweise wie bei der älteren DRAM-Studie bei Google, dass vermeintlich zufällige Lesefehler häufig auf einen defekten Chip oder Controller hinweisen. Außerdem hängt die Fehlerwahrscheinlichkeit mit den Korrektur- und Wear-Leveling-Algorithmen der Controller und der Verteilung der Daten im physischen Adressraum zusammen. Die Fehlerrate sinkt außerdem, wenn SSDs bei hohen Chip-Temperaturen den Durchsatz drosseln – was aber die Performance bei kontinuierlichen Zugriffen begrenzt. (ciw@ct.de)

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