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Fairphone 2: leicht reparierbares Android-Smartphone

Das Amsterdamer Start-up Fairphone hat sein zweites Smartphone vorgestellt: Das Fairphone 2 überrascht mit leicht austauschbaren Komponenten und einer gehobenen Ausstattung inklusive Full-HD-Display, LTE und schneller CPU. Diese Faktoren sollen für eine lange Nutzungsdauer sorgen – im Interesse der Umwelt, aber auch der Käufer. Denn das Handy wird mit seinem Preis von 525 Euro kein Schnäppchen.

Der innovative Aufbau besteht aus sechs Modulen:

 der Kerneinheit mit Prozessor, Arbeits- und Flash-Speicher,

 dem Display-Modul mit LCD und relativ dickem Gorilla-Glas (0,7 mm),

 dem Akku,

 der Rück-Kamera,

 der Empfangseinheit mit Antennen, Kopfhörerbuchse und Frontkamera

 und einem Modul mit Lautsprecher, Vibrationsalarm, Mikrofon und USB-Buchse.

Akku und Display lassen sich ohne Werkzeug herausnehmen, also einfacher als bei anderen Smartphones. Die restlichen Module sind mit deutlich markierten Schrauben an der Kerneinheit befestigt. Anders als sonst üblich bleibt der Garantie-Anspruch bestehen, wenn man die Module selbst wechselt.

Das modulare Design soll auch Hardware-Upgrades ermöglichen. Zum Beispiel sei in Zukunft ein Austausch des Kamera-Moduls durch eines mit höherer Auflösung denkbar, sagt Fairphone. So weit wie Googles Project Ara geht Fairphone jedoch nicht: Der Ara-Prototyp besteht aus mehr Modulen, die sich noch schneller und sogar im Betrieb tauschen lassen.

Das Fairphone 2 hat wie das Jollaphone auf der Rückseite eine Schnittstelle für externe Module. Fairphone will die Spezifikationen offenlegen, damit jedermann welche entwickeln kann. Denkbar ist zum Beispiel eine Hülle mit NFC-Chip. Eine einfache Schutzhülle aus Kunststoff gehört zum Lieferumfang.

Wie beim Vorgänger legt Fairphone Wert auf überdurchschnittliche Arbeitsbedingungen in der Produktion. Die Arbeiter des chinesischen Auftragsfertigers Hi-p sollen erneut eine Fairtrade-Prämie erhalten, finanziert von Fairphone und Hi-p, ähnlich wie bei Fairtrade-Kaffee.

Das Zinn der Lötpaste und das Tantal in den Kondensatoren kommen erneut aus Minen im Kongo, die als konfliktfrei zertifiziert sind. Dabei nutzt Fairphone bestehende Lieferketten, die von anderen Unternehmen aufgebaut wurden. Das komplette Datenblatt will Fairphone im Sommer veröffentlichen, wenn Interessenten das Handy vorbestellen können. Ausgeliefert werden soll es im Herbst.

Das erste Fairphone erregte Anfang 2014 viel Aufsehen, obwohl es technisch gesehen nicht herausragte. Bemerkenswert war die Entstehungsgeschichte: Das gemeinwohlorientierte Start-up aus Amsterdam mit gerade mal 20 Mitarbeitern schaffte es, das Handy mittels Crowdfunding zu finanzieren, 60 000 Stück zu verkaufen und den Arbeitern des chinesischen Auftragsfertigers einen Lohnzuschlag zu zahlen. (cwo@ct.de)

Nokia kehrt zurück, Microsoft baut um

Nokia will ab der zweiten Jahreshälfte 2016 wieder in den Smartphone-Markt einsteigen. Das sagte Konzernchef Rajeev Suri in einem Interview mit dem Manager Magazin. Bis zu diesem Zeitpunkt ist Nokia vertraglich verpflichtet, keine Smartphones unter seinem Namen auf den Markt zu bringen, da das Unternehmen die Handy-Sparte an Microsoft verkauft hatte. Nokia plane, die Smartphones lediglich zu designen und den Markennamen Nokia als Lizenz anzubieten, erklärte Suri. Produktions-Partner werden noch gesucht. Dieses Vertriebsmodell ist vom Nokia-Tablet N1 bekannt, das von Foxconn hergestellt und vertrieben wird.

Microsoft, das Nokias Handy-Sparte 2014 übernommen hatte, verwendet mittlerweile die Marke Lumia für seine Smartphones. Außerdem hat Ex-Nokia-Chef Stephen Elop das Unternehmen verlassen. Sein Nachfolger Terry Myerson verantwortet als Chef der neuen „Windows and Devices Group“ Microsofts Smartphones, Tablets und weitere Hardware.

Zur Gruppe „Cloud and Enterprise“ gehören nun auch die Entwickler der Dynamics-Produkte für Enterprise Resource Planning (ERP) und Customer Relationship Management (CRM). Die Gruppe soll eng mit der „Applications and Services Group“ zusammenarbeiten. (cwo@ct.de)

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