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Der Supercook SC110 von Plawa Feinwerktechnik bietet eine Thermomix-Alternative mit SD-Karteneinschub.

Grob betrachtet ist Plawas Küchenmaschine Supercook SC110 – wie der Thermomix von Vorwerk – eine Kombination aus Hochleistungsmixer und Wasserkocher. Im Boden des Mixtopfs steckt eine Heizspirale mit 1000 Watt. Das Vierfachmesser wird von einem 500-Watt-Motor getrieben – es lässt sich in zehn Stufen auf bis zu 20 000 Umdrehungen beschleunigen. Im Lieferumfang finden sich ein zusätzlicher Dünsteinsatz und ein Rührwerkzeug. Ein geräumiger Aufsatz zum Dampfgaren kostet extra.

Die Basiseinheit ist gut verarbeitet und steht dank Saugnäpfen unter den vier Gerätefüßen auf glatten Arbeitsplatten bombenfest. Das Einsetzen und Schließen des Mixtopfes ist etwas hakelig; mit etwas Übung hat man die „Hardware“ aber schnell im Griff. Der Clou steckt im abnehmbaren Bedienmodul „Yumi“. Es ist mit einem LC-Display (4,3 Zoll) ausgestattet und ab Werk mit einem bunten Potpourri von Rezepten verschiedenster Kategorien bestückt – sogar Tiernahrung ist dabei.

Im Yumi steckt eine SD-Karte mit 2 GByte. Das magnetisch anhaftende Modul muss man entfernen, um an den Karteneinschub zu gelangen. Von der Maschine getrennt ist der Yumi mangels eigener Energieversorgung nutzlos – eigentlich hätte es auch ein Karteneinschub oder eine USB-Host-Buchse direkt am Gerät getan.

Nach einer Geräteregistrierung auf supercook.me steht der Rezeptbereich des Portals offen. Hier kann man in Rezepten anderer Anwender stöbern oder über den Punkt „Yumi App“ eigene Rezepte erstellen. Alle Rezepte lassen sich in Form einer Zip-Datei herunterladen. Kopiert man den darin enthaltenen Ordner auf die SD-Karte, erscheinen sie fortan in der Rezeptauswahl des Yumi-Moduls.

Zurück an der Küchenmaschine bietet das Startmenü des SC110 zahlreiche Einträge – erfreulicherweise inklusive Lautstärkeanpassung des Alarmsignals, das kurz vor Abschluss jedes Kochschrittes ertönt. Heizung und Mixgeschwindigkeit lassen sich manuell steuern, oder man wählt die Rezeptautomatik und folgt den auf der SD-Karte hinterlegten Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Die Bedienung des in der Maschine steckenden Yumis ist etwas umständlich: Das Display ist nicht optimal ablesbar und die Drehknöpfe für Geschwindigkeit und Temperatur sind für ein Küchengerät recht fummelig. Die vier darüberliegenden Funktionstasten könnten deutlicher hervorgehoben sein. Dennoch erzielt man mit den hinterlegten Rezepten passable Kochergebnisse. Die Reinigung ist unproblematisch – obwohl man den Mixtopf nicht komplett zerlegen kann, darf er nach Angaben des Herstellers in die Spülmaschine.

Das Rührwerk wirkt im direkten Vergleich zum Thermomix weniger präzise verarbeitet und braucht länger, um auf Touren zu kommen – ein Linkslauf zum schonenden Verrühren von Gargut fehlt. Die Nase vorn hat der Supercook SC110 hingegen, wenn es ums digitale Kochen geht. Das Anpassen und Umkopieren der Kochrezepte auf SD-Karte ist zwar umständlich, lässt aber im Unterschied zum vernagelten Rezept-Chip des Thermomix deutlich mehr Raum für eigene digitale Kochexperimente. (sha@ct.de)

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