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Radar fürs Fahrrad

Garmin bringt im dritten Quartal das nach eigenen Angaben weltweit erste Radarsystem für Fahrräder auf den deutschen Markt. Es soll vor von hinten kommenden Fahrzeugen ab einer Distanz von bis zu 140 Meter warnen und so Radsportlern mehr Sicherheit geben. Nutzen lässt sich das in der neuen Produktreihe „Varia“ vertriebene System als Einzelgerät mit eigener Display-Einheit oder in Kombination mit ausgewählten Fahrradcomputern von Garmin. Das in die Rückleuchte integrierte Radar soll bis zu acht herannahende Fahrzeuge gleichzeitig erkennen und auf dem Display deren Entfernung samt einer Gefahrenstufe anzeigen. Die Helligkeit der Rückleuchte wird zudem automatisch erhöht, um wiederum die Autofahrer zu warnen, dass sich ein Radfahrer vor ihnen befindet.

Die Technik hinter dem Fahrradradar stammt nicht von Garmin; es ist vielmehr eine Weiterentwicklung des nie erschienenen „Backtracker“-Systems von iKubu. Das Start-up hatte im Herbst 2014 vergeblich versucht, rund 200 000 US-Dollar per Crowdfunding einzusammeln. Garmin übernahm im Januar 2015 die Technik und einen Großteil der iKubu-Belegschaft. Das Bundle aus Display-Einheit und Rückleuchte soll rund 300 Euro kosten. Wer bereits einen passenden Fahrradcomputer hat (aktuell Edge 520 oder Edge 1000), benötigt nur das Radar-Rücklicht für 200 Euro. Gekoppelt sind die Produkte dabei jeweils drahtlos, wobei Garmin auf das ANT+-Protokoll setzt; Backtracker arbeitete mit dem Konkurrenten Bluetooth Smart.

Weiterhin soll in der Varia-Reihe ab dem dritten Quartal eine smarte Fahrradbeleuchtung erhältlich sein. Deren Frontscheinwerfer und Rücklicht passen automatisch ihre Helligkeit an, wenn sie mit einem passenden Radcomputer (ebenfalls per ANT+) gekoppelt sind, der den nötigen Sensor integriert hat – wie etwa der Edge 100. Vor allem aber kann die „intelligente Fahrradbeleuchtung“ auf die Geschwindigkeitsdaten kompatibler Fahrradcomputer zurückgreifen und den Lichtkegel entsprechend anpassen: Bei geringem Tempo leuchtet der Frontscheinwerfer mit einem breiten Lichtkegel eine geringe Distanz aus, mit steigender Geschwindigkeit wird der Kegel schmaler und leuchtet weiter in die Ferne.

Das Varia-Rücklicht funktioniert wiederum wie ein Art Bremslicht: Wenn man langsamer fährt, wird es heller, um hinter einem fahrende Verkehrsteilnehmer zu warnen. Die Fahrradbeleuchtung lässt sich als Einzelgerät verwenden, die Leuchten kann man auch manuell ein- und ausschalten. Sie sind jeweils akkubetrieben, die Laufzeit liegt laut Hersteller bei mindestens 2,5 Stunden für den Frontscheinwerfer und 4 Stunden fürs Rücklicht. Danach müssen die Akkus 6 beziehungsweise 2 Stunden lang aufgeladen werden.

Der Varia-Frontscheinwerfer wird einzeln rund 200 Euro kosten, die Rückleuchte knapp 70 Euro. Im Bundle soll man die Geräte für rund 300 Euro erhalten; dann ist noch eine Lenker-Fernbedienung dabei, die einzeln 50 Euro kosten wird. (nij@ct.de)

Neue Architektur für das Internet der Dinge

Cisco hat mit dem „IoT System“ eine Komplettlösung aus Hardware und Software für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) auf Unternehmens-, Städte- und gar Länderebene vorgestellt. Zum System gehören 15 neue Produkte, darunter ein Industrie-Switch sowie spezielle WLAN-Access-Points für den Einsatz im Nahverkehr und als Städte-WLAN.

Das IoT System steht laut Cisco auf sechs Säulen, darunter „Netzwerkkonnektivität“ mit speziell angefertigten Routing-, Switching- und Wireless-Produkten für den Fabrik- und Outdoor-Einsatz. Der Bereich Sicherheit schließt neben physischen Sicherheitsfunktionen wie Videoüberwachung und Zutrittskontrolle auch Cybersecurity ein. Weitere Säulen sind Datenanalyse (sowohl „Cisco Connected Analytics“ als auch Analyse-Software von Drittanbietern), Management und Automatisierung sowie Anwendungen.

Bereits 2014 hatte Cisco mit „Fog Computing“ eine auch beim IoT System genutzte Technologie eingeführt, um rechenintensive Transaktionen wie Datenanalysen aus der Cloud in ein lokales Netzwerk zu verlagern. Hierfür wird auf den Netzwerkgeräten ein zweites Betriebssystem, genannt IOx, installiert, das die Ausführung selbst entwickelter Anwendungen ermöglicht. Fog Computing trägt laut Entwickler so zu einer Entlastung der Übertragungswege sowie einer Verbesserung der Servicequalität bei und spart wertvollen Speicherplatz in der Cloud. (nij@ct.de)

Hoovers Haushaltsgeräte werden gesprächig

Elektrogerätehersteller Hoover hat unter dem Namen „Wizard“ eine komplette Reihe smarter Haushaltsgeräte angekündigt, die sich über WLAN mit dem Heimnetz verbinden lassen und vom Anwender über eine gemeinsame Anwendung unter Windows, Android (ab 4.0) und iOS (ab 7) kontrolliert werden können. Sie teilen unter anderem ihren aktuellen Stromverbrauch mit und geben Statusmeldungen und Warnungen aus – etwa wenn der Kühlschrank die gewählte Temperatur nicht halten kann oder der Filter in der Dunstabzugshaube gewechselt werden muss.

Daneben sind einige der Wizard-Produkte mit weitergehenden Smart-Funktionen ausgestattet. So schlagen Waschmaschine und Geschirrspüler beispielsweise das passende Programm nach der Menge oder dem vom Anwender angegebenen Verschmutzungsgrad der Ladung vor und speichern die zehn vom Nutzer favorisierten Abläufe. Der Backofen kann wiederum Kochprogramme abarbeiten und abhängig von den vorrätigen Lebensmitteln Rezeptvorschläge machen.

Hoovers Wizard-Reihe soll ab August zunächst in Großbritannien erhältlich sein; zu einem deutschen Starttermin äußerte sich das Unternehmen bislang nicht. Sicher scheint aber, dass die Modelle für den hiesigen Markt einige Funktionen der britischen Ausführungen aus rechtlichen nicht bieten durften – etwa die Möglichkeit, den Ofen aus der Ferne einzuschalten. (nij@ct.de)

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