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Bodycams bei der Polizei

Wissen | Reportage

Eigentlich klingt alles ganz harmlos: Ähnlich wie die Live-Streaming-Jugend von heute will auch die deutsche Polizei Einsätze künftig verstärkt mit mobilen Videoüberwachungssystemen dokumentieren. Wer sich davon mehr Rechtsschutz für den Bürger versprochen hat, dürfte von den Bodycams allerdings enttäuscht sein. Zumal in den Schubläden der Systemanbieter noch ganz andere Pläne für den „Polizisten der Zukunft“ liegen.

Samstagmorgen, drei Uhr fünfzehn: Zwei Gruppen stark alkoholisierter Reeperbahn-Besucher geraten am Hans-Albers-Platz aneinander. Ein Wort ergibt das andere, Glas splittert, Fäuste fliegen. Passanten verständigen die Polizei, die kurz darauf eintrifft. Dann wendet sich das Blatt: Aus den einstigen Streithähnen werden plötzlich Verbündete, die jetzt einen gemeinsamen Feind haben – die Polizei. Im späteren Strafverfahren wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte werden die Beteiligten angeben, die Polizei habe überreagiert und sei grundlos mit Gewalt gegen sie vorgegangen.

Video: Ausschlaggebend für die Wahl des Zepcam-Systems war unter anderem die gute Bildqualität bei Nachtaufnahmen.

Es sind insbesondere solche Szenarien, mit denen die Polizeibehörden hierzulande die Einführung von sogenannten Bodycams als neues technisches Dokumentationsmittel begründen. In Hessen werden die mobilen Videoüberwachungssysteme, die aus einer Schulterkamera, einem zentralen Aufzeichnungs- und Anzeige-Modul sowie einer Funkfernbedienung am Handgelenk bestehen, bereits seit 2013 getestet. Hamburg rüstet Beamte der Schutzpolizei, die auf der Reeperbahn in St. Pauli auf Streife gehen, seit Ende Juni 2015 damit aus, Rheinland-Pfalz folgte am 1. Juli. Auch Berlin und Bayern haben bereits großes Interesse an der Einführung von Bodycams für ihre Polizisten geäußert. ...

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c't 17/2015, Seite 72 (ca. 4 redaktionelle Seiten)
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  1. Early Adopter
  2. Abschreckende Wirkung
  3. Umgekehrter Sachverhalt
  4. Goldene Zeiten
  5. Was technisch möglich ist

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