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Lexikon des NSA-Skandals: XKeyscore

Wissen | Hintergrund

Seit Jahrzehnten sammelt der US-Geheimdienst NSA so viele Daten wie möglich, aber das Internet macht ihm die Aufgabe nun so einfach wie noch nie. XKeyscore soll der Informationsflut Herr werden und eine erste Analyse der Daten direkt am Überwachungspunkt vornehmen. Das System ermöglicht effiziente und umfangreiche Massenüberwachung.

Ganz am Anfang ließen sich Geheimdienste die zu überwachende Kommunikation noch nach Hause liefern. So wurden Auslandstelegramme in New York zwischen 1945 und 1975 jede Nacht zur NSA beziehungsweise ihrer Vorgängerorganisation ASFA gebracht und zur Analyse kopiert. Morgens gingen die Originale dann rechtzeitig zu den eigentlichen und oft ahnungslosen Empfängern. Mit einigen tausend Telegrammen ließ sich das noch machen, aber die Menge der Informationen stieg immer weiter an und schließlich wurden sie digital.

Jetzt kann die NSA keinen Zwischenstopp für digitale Daten mehr einrichten. Also arbeitet sie daran, die Daten immer effektiver live zu durchsuchen. Das Instrument der Wahl heißt seit einigen Jahren „XKeyscore“. Damit wollte die NSA die Probleme der Vorgängersysteme beheben (siehe c’t 16/13), die mit vielen eingespeisten Überwachungszielen – den sogenannten Selektoren – schnell überlastet wurden. XKeyscore sollte für die NSA auch die kleinste Stecknadel in den immer gigantischer werdenden Heuhaufen finden. Gleichzeitig bedeutete das System aber auch eine abermals verstärkte Massenüberwachung in bis dahin unmöglich großem Umfang. ...

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c't 17/2015, Seite 134 (ca. 2 redaktionelle Seiten)
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