Zwischengang

Zwei 17-Zoll-Notebooks mit Vierkernprozessoren der fünften Core-i-Generation

Test & Kaufberatung | Test

Die ersten Notebooks mit Quad-Cores der Broadwell-Generation sind da: Im Gigabyte P37X v4 und im MSI GT72 Dominator Pro steckt der neue Core i7-5700HQ. Trotz ordentlicher Leistungsdaten bleibt der Prozessor allerdings nur ein kurzfristiger Lückenfüller.

Notebook-Hersteller stürzten sich in den vergangenen Jahren gerne auf neue Prozessor-Generationen und setzten sie mit frischen Geräten in Szene. Das läuft bei Intels fünfter Core-i-Generation alias Broadwell irgendwie alles anders. Der seit Jahresbeginn verfügbare Doppelkern kommt hauptsächlich in schon vorher bekannten Barebones zum Einsatz – ganz ohne großes Tamtam.

Notebooks mit den potenteren Vierkern-Broadwells kann derzeit einzig MSI liefern; wir haben uns das Spiele-Flaggschiff GT72 ins Labor geholt. Bis zum Erscheinen dieser c’t-Ausgabe will auch Gigabyte am Start sein und schickte uns vorab ein seriennahes Exemplar seines P37X v4. In beiden Notebooks arbeitet der Core i7-5700HQ, dem der derzeit schnellste Mobil-Grafikchip Nvidia GeForce GTX 980M zur Seite steht. ...

Roadmap-Chaos und PC-Krise

Dass trotz der ordentlichen Leistungsdaten des Vierkern-Broadwell derzeit nur Gigabyte und MSI damit bestückte Notebooks angekündigt haben beziehungsweise verkaufen, liegt an mehreren Faktoren. Allen voran beharrt Intel hartnäckig auf seiner Roadmap: Obwohl die Broadwell-Chips gegenüber früheren Plänen allesamt arg verspätet auf den Markt kamen, soll der Nachfolger Skylake (also die dann sechste Core-i-Generation) nicht verschoben werden, sondern weiterhin pünktlich in der zweiten Jahreshälfte 2015 starten. In der Gerüchteküche kursiert die IFA Anfang September als Starttermin – und zwar sowohl für Notebook-Modelle mit zwei als auch mit vier CPU-Kernen. Skylake löst Broadwell bei Vierkernern also schon nach wenigen Monaten ab, und das Broadwell-Zeitfenster liegt noch dazu im verkaufsarmen Sommer – weniger attraktiv kann man als Prozessorhersteller ein Produkt für OEMs kaum machen. Hinzu kommt, dass bei den Notebook-Herstellern aufgrund des anstehenden Starts von Windows 10 (siehe Artikelstrecke ab S. 80) bereits Entwicklungs- und Evaluierungskapazitäten gebunden sind – und für Skylake natürlich auch.

Schließlich bedienen die Vierkerner nur einen Nischenmarkt: Das Gros der Notebooks wird mit Doppelkern-Core-i verkauft, der für alltägliche Aufgaben locker ausreicht. Für Gaming- oder Workstation-Notebooks ist wiederum der Grafikchip die weitaus entscheidendere Komponente, und dort gibt es nichts Neues: Die nächste Generation an Mobil-Grafikchips steht erst 2016 an. Auch die hier getesteten Geräte haben ja „nur“ den schon länger bekannten GeForce GTX 980M an Bord. Dass sich die Notebook-Hersteller dann angesichts der generellen Absatzkrise im PC-Markt lieber auf die großen Projekte beschränken, ist wirtschaftlich durchaus verständlich.

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