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Handy-Videojournalismus

www.dbate.de

Auf Videoportalen – allen voran auf Youtube – finden sich jede Menge Handy-Filme von Amateur-Videobloggern. Sie zeigen beispielsweise dramatische Himalaya-Besteigungen, den Alltag in Nordkorea oder wie brutal Demonstranten niedergeknüppelt werden. Wenn man dieses Rohmaterial thematisch einordnet, aufbereitet und neu schneidet, könnte es relevanter werden, dachte sich der Dokumentarfilmer Stephan Lamby und startete das Projekt mit seiner Produktionsfirma ECO Media. Seit Mitte November zeigt eine von Lamby gegründete Redaktion auf dem Portal dbate erste sehr sehenswerte Ergebnisse.

In der Videoserie „Mein Leben unter Putin“ ist zu sehen, wie homosexuelle Russinnen und Russen die Diskriminierung im Alltag erleben. „Wie ich Weltmeister wurde“ besteht aus Handy-Filmen, die deutsche Schlachtenbummler in Brasilien während der Fußball-WM hochgeladen haben. dbate lädt dazu ein, auf der Plattform über die Filme und Themen zu diskutieren.

Lamby versichert, dass alle Quellen akribisch auf Echtheit überprüft werden. Jeder Video-Blogger werde identifiziert und muss einen Vertrag unterschreiben. In der Regel erhält dbate eigenen Angaben zufolge die Nutzungsrechte kostenlos. Sollte es zum Weiterverkauf eines Films kommen, werden die Urheber mit einem Honorar entlohnt. Tatsächlich sollen hauptsächlich die Weiterverkäufe das Projekt finanziell tragen. (hob)

Echtes 3D – oder Fälschung?

www.realorfake3d.com

Angesichts der Aufpreise für 3D-Filme im Kino und auf Blu-ray keimt immer mal wieder die Frage auf, ob sich die Mehrausgabe auch lohnt. Das gilt insbesondere für Filme, die nicht mit 3D-Kameras gefilmt oder in 3D gerendert, sondern durch Nachbearbeitung um die dritte Dimension erweitert wurden. Viele Zuschauer beklagen, dass „Fake-3D-Filme“ wirken, als seien die Bestandteile der Bildkomposition ausgeschnitten und auf unterschiedliche Ebenen verteilt worden. Eigentlich kein Wunder – letztlich läuft die 3D-Konvertierung genau hierauf hinaus.

Die Website Real 3D or Fake 3D besteht vor allem aus einer langen Liste von 3D-Filmen, die nach Jahren sortiert in zwei Spalten eingeteilt sind. Alles, was nicht in 3D gedreht wurde, landet gnadenlos in der Spalte „Fake 3D“; bei Grenzfällen wie „Gravity“ und „Pacific Rim“ erklären Fußnoten die Details.

Die verlinkten Filmtitel verweisen leider nur auf Amazon.com – IMDb-Links wären nützlicher gewesen. Das an die Site angeschlossene Forum bietet wenig Zusatznutzen. Ein Blick auf die Hauptseite schafft hingegen sofort Klarheit, ob sich die Investition in eine 3D-Blu-ray oder der 3D-Aufschlag im Kino lohnt. Spoiler: Fast alle Marvel-Filme sind Fake; Pixar-Filme bieten hingegen echtes 3D. (ghi)

Moderne Audio-Nostalgie

http://mod.haxor.fi

Selbst in Zeiten von MP3 und Lossless-Audio gibt es noch Fans der Mod-Dateien, die in den 90ern zuerst dem Amiga-Soundchip mehrstimmige Sounds entlockten. Für alle möglichen Plattformen, etwa Java oder Flash, gibt es noch Player. Auch der VLC-Player kann noch mit Mod-Containern umgehen. Nur das Abspielen unmittelbar im Browser war bislang nicht möglich. Der finnische Hacker Jani Halme setzte sein Projekt webaudio-mod-player auf dem Web Audio API von JavaScript auf und baute darum ein herrlich altmodisches Interface. Reinhören lohnt sich. Der Player läuft einwandfrei in aktuellen Versionen von Firefox, Chrome und Safari. (hob)

Ego-Bevölkerungsperspektive

www.population.io

http://beforeidie.thebolditalic.com

Wo ist mein Platz auf der demografischen Bevölkerungszwiebel in Deutschland? Wie viele ältere, wie viele jüngere Menschen gibt es um mich herum? Wie ist meine statistische Lebenserwartung als Deutscher, wie wäre sie in Kenia? Wer sich ein wenig in der Weltpopulation verorten möchte, kann das auf Population.io tun und erfährt nebenbei viel über bevölkerungspolitische Probleme. Man gibt einfach Geburtsdatum, Land und Geschlecht ein, und los geht es mit der demografischen Reise.

Die hübsch aufbereitete Webanwendung beruht auf aktuellen Statistiken und Vorhersagen der UN. Entwickelt wurde das Projekt unter anderem von Wolfgang Fengler, einem Analysten der Weltbank, die es auch finanziell unterstützt. Die Initiatoren hoffen, dass sie spielerisch den Blick auf die Bevölkerungsexplosion bei Nicht-Wissenschaftlern schärfen. Außerdem stellen sie ein API zur Verfügung und wünschen sich Ideen für externe Anwendungen, die den Datenpool frei nutzen können.

Wird man auf Population.io eindrücklich auf die eigene Endlichkeit hingewiesen, kann das ins Grübeln bringen. Ideen für Dinge, die unbedingt noch vor dem Ableben vollbracht werden müssen, liefert die Seite Before I Die. Jeder kann hier auf einer Zeile verewigen, was er noch tun möchte. Von „legally smoke cannabis with Rihanna“ bis „Learn To Fly a Plane“ reicht die Bandbreite. (hob)

Hype-Videos

Hercules, ein Elefanten-Jungbulle im sambesischen South Luangwa Nationalpark, hat seine Herde verloren und wird plötzlich von 14 hungrigen Löwen-Weibchen angegriffen. Da kommt ihm die rettende Idee.

http://youtu.be/10cX1tzMxFI

(2:49, englisch)

Eine Batterie, zwei Magneten und Kupferdraht. Mehr braucht es nicht, um eine kleine, selbstfahrende U-Bahn zu basteln.

http://youtu.be/J9b0J29OzAU (1:47)

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