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Linux Mint 17.1 bleibt bei Ubuntu 14.04

Die Kombination der populären Ubuntu-Distribution mit dem selbst entwickelten, traditionellen Cinnamon-Desktop hat Linux Mint zum Lieblings-Linux von Ubuntu-Fans werden lassen, die Canonicals Unity-Desktop mit seinen neuartigen Bedienkonzepten nicht mögen. Mit der neuen Version 17.1 (Rebecca) koppeln die Mint-Macher die Entwicklung ihrer Distribution weiter von Ubuntu ab: Technische Grundlage von Linux Mint 17.1 ist wie schon beim Vorgänger Mint 17 (Qiana) die LTS-Version Ubuntu 14.04. Die Neuerungen, die im Oktober in Ubuntu 14.10 eingeflossen sind, fehlen in Linux Mint 17.1.

Mit dem Auslassen der „kleinen“ Ubuntu-Updates zwischen den LTS-Versionen wollen die Mint-Entwickler Ressourcen für die Weiterentwicklung des Cinnamon-Desktops und der Mint-Tools gewinnen, da sie weniger Arbeit in die Anpassung der eigenen Software an neuere Ubuntu-Versionen stecken müssen. Linux Mint 17.1 verwendet daher immer noch den Linux-Kernel 3.13, der mittlerweile fast ein Jahr alt ist. Der neuere Kernel 3.16 lässt sich nachinstallieren, was aber nicht hilft, falls der Kernel 3.13 des Installationssystems auf moderner Hardware nicht bootet. Auch die Anwendungen sind größtenteils auf dem Stand von Anfang 2014 verblieben; lediglich einige wenige Programme wie Firefox, die auch in Ubuntu 14.04 LTS aktualisiert werden, liegen in neueren Versionen bei.

Die Neuerungen in Linux Mint 17.1 konzentrieren sich auf die Mint-eigene Software: Der Cinnamon-Desktop soll in der aktuellen Version 2.4 schneller reagieren und weniger Ressourcen benötigen. Viele Konfigurationstools wurden überarbeitet: So zeigen die Theme-Einstellungen nun eine Vorschau der gewählten Fensterdekoration, Gtk-Optik und Icons. Als Desktop-Hintergrund lassen sich jetzt auch Diashows verwenden. Hochauflösende Displays soll Mint 17.1 automatisch erkennen. Wie die Vorversion soll Linux Mint 17.1 bis 2019 Sicherheits-Updates erhalten. (odi)

Ubuntu Core wird Update-sicher

Ubuntu Core ist eine minimalistische Ubuntu-Variante für den Einsatz auf virtuellen Maschinen in der Cloud. Hier hat Canonical jetzt ein neues Format für Anwendungen eingeführt, das die klassische Debian-Paketverwaltung ablöst. Die sogenannten Snappy Apps lassen sich mit einem Befehl übers Netz installieren, aktualisieren und deinstallieren, definieren jedoch keinerlei Abhängigkeiten zu anderen Paketen: Die komprimierten tar-Archive enthalten alle Binaries, Bibliotheken, Konfigurations- und sonstigen Dateien, die über den definierten Satz an Programmen, Systemfunktionen und -bibliotheken von Ubuntu Core hinausgehen. AppArmor soll dabei für eine weitgehende Isolation der einzelnen Anwendungen sorgen.

Entscheidend dabei ist, dass Snappy Apps nach einem Update ein Rollback auf die ältere Version ermöglichen: Die neue Version wird nicht über die alte installiert, sondern parallel dazu in einem eigenen Verzeichnis. Auch zur Laufzeit entstehende oder veränderte Dateien landen in versionierten Verzeichnissen. Selbst das Betriebssystem lässt sich auf einen früheren Versionsstand zurücksetzen, sollten sich nach einem Update Probleme zeigen.

Möglich wird das durch ein spezielles Dateisystem-Layout: Die nur lesbar eingehängte Root-Partition enthält lediglich die knapp 300 MByte des Systems; sie ist doppelt vorhanden, um ein Rollback des Systems zu ermöglichen. Eine dritte, nach /writable gemountete Partition nimmt in den Verzeichnissen system-data und user-data Snappy Apps und Anwenderdaten auf. Mit Frameworks, die ebenfalls als Snappy App installiert werden, soll sich das Core-System sauber erweitern lassen. Als erstes Framework steht Docker zum Management von Linux-Containern zur Verfügung. (odi)

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