Smart und vernetzt

IFA: Unterhaltungselektronik, Mobilgeräte und PC-Technik treffen auf weiße Ware

Trends & News | News

Vom 4. bis zum 9. September dreht sich unterm Berliner Funkturm wieder alles um smarte Unterhaltungselektronik, intelligente Haushaltshelfer und schlaue Mobilgeräte. Auch die PC-Branche hat die IFA für sich entdeckt.

Die Messe für Consumer Electronics und Home Appliances deckt den gesamten Markt für Multimediatechnik ab: Video- und Audio-Streaming auf großen und kleinen Geräten, Haushaltsgeräte, die mit dem TV kommunizieren, Wearables zur umfangreichen Datenerfassung. Neben vielen Produktneuheiten und spannenden Sonderschauen wird man in Berlin auch auf etliche Produkte und Aktionen aus der klassischen PC-Branche treffen.

So will Microsoft in diesem Jahr für das neue Betriebssystem Windows 10 werben: Nick Parker, der Vizepräsident von Microsoft, präsentiert während seiner Keynote im City-Cube neue Geräte für Windows 10. Intel stellt mutmaßlich die sechste Core-i-Generation vor und die anwesenden Notebook-Hersteller werden erste Notebooks mit diesen Prozessoren zeigen. Selbst Druckerhersteller wie Epson finden inzwischen den Weg nach Berlin.

Die PC-Branche steht allerdings wegen rückläufiger Verkäufe weiter unter Druck. Der deutsche Markt inklusive Media-Tablets schrumpfte im ersten Halbjahr nach Berechnungen der GfK um 10,8 Prozent. Einen Boom machen die Marktforscher dagegen bei sogenannten Two-in-One-Geräten und Convertibles aus, die sowohl als Notebook als auch als Tablet genutzt werden könnten. Auch bei speziell ausgestatteten Gaming-PCs gebe es Zuwächse von über 100 Prozent.

Das Segment Consumer Electronics musste im ersten Halbjahr 2015 einen Umsatzrückgang von 2,5 Prozent hinnehmen – es fehlten Sportgroßereignisse aus dem Fußball oder Olympische Spiele. Hier soll die IFA positive Impulse setzen. Der IFA-Veranstalter gfu Consumer & Home Electronics GmbH rechnet sogar mit einer Trendwende und einem positiven Weihnachtsgeschäft: „Mit einem erwarteten Ordervolumen von mehr als 4,25 Milliarden Euro wird die IFA 2015 wieder Taktgeber für die Märkte sein.“, glaubt der Aufsichtsratsvorsitzende der gfu, Hans-Joachim Kamp.

So wird der Umsatzschwund laut gfu insgesamt unter ein Prozent sinken. Schrumpfende Umsätze in der klassischen Unterhaltungselektronik und der Informationstechnik sollen dabei von der boomenden Telekommunikation kompensiert werden. In einer Umfrage für die gfu äußerte jeder zweite Befragte die Absicht, sich bis Ende 2016 ein neues Smartphone zuzulegen. Rund ein Drittel plant außerdem die Anschaffung eines neuen Tablets oder Fernsehers.

Bild, Ton und Automatisierung

Auf der IFA wird man Ultra-HD-Bildschirme mit noch eindrucksvolleren Farben und spektakulärem Kontrast bestaunen können. Der Heimkino-Sound geht dank zusätzlichem Deckenlautsprecher zum 5.1- oder 7.1-Boxenset in die dritte Dimension. Für die smarte Vernetzung von Haus und Garten sorgen neue Software-Plattformen – die Haushaltsgeräte sprechen mit dem Smartphone oder dem Fernseher. Dann meldet etwa der Putzroboter Vollzug oder Sensoren ermitteln die Qualität der Raumluft und fordern zum Lüften auf.

Jede Menge Sensoren stecken auch in Wearables für Fitness und Gesundheit. Hier wird wiederum diskutiert, was mit den vielen Daten passiert und wer sie einsehen soll beziehungsweise auswerten darf. Und natürlich wird auch wieder gekocht auf der IFA – gesund, effizient und vollautomatisch. Zeitersparnis, einfache Bedienbarkeit und schickes Design stehen im Mittelpunkt der Elektro-Klein- und Großgeräte.

Live-Kommentar zum Live-TV

Die klassische Unterhaltungsbranche scheint trotz rückläufiger Zahlen keineswegs dem Untergang geweiht. So sitzen jeden Sonntagabend kurz nach acht viele Deutsche vor dem Fernsehgerät – und sind zugleich in sozialen Netzwerken unterwegs: Laut einer Umfrage des Bitkom postet jeder vierte Nutzer sozialer Medien auf Facebook, Twitter & Co. Anmerkungen zum laufenden TV-Programm, jeder Sechste verfolgt die Online-Diskussionen zumindest passiv. Die sozialen Medien haben sich längst als Erweiterung zum linearen TV-Programm etabliert. Die TV-Hersteller wissen dies natürlich und wollen ihre Fernsehgeräte deshalb möglichst einfach mit Smartphone oder Tablet vernetzen. Wie das geht und was die brandneuen TV-Geräte noch alles mitbringen, können die Fernsehzuschauer in den IFA-Hallen selbst erkunden.

Neben dem klassischen TV-Konsum machen sich die Zuschauer per Streaming zugleich unabhängig vom laufenden Programm. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Bitkom ergab, nutzen immerhin 42 Millionen Deutsche Video-Streams. Nur noch jeder vierte Internetnutzer lädt sich Videos dagegen zum Anschauen herunter. Unter den 14- bis 29-Jährigen und den 30- bis 49-Jährigen streamen demnach 91 Prozent, unter den über 50 bis 65-Jährigen über 60 Prozent. Und auch hier ist das TV-Programm nicht komplett out: Viele Nutzer streamen Beiträge und Sendungen aus TV-Online-Mediatheken (54 Prozent) oder schauen das aktuelle TV-Programm im Livestream an (36 Prozent). Am beliebtesten sind Videos von Portalen wie YouTube (60 Prozent), Serien und Spielfilme aus Video-on-Demand-Portalen sind bei den Deutschen etwas weniger begehrt (22 Prozent).

Während die Nutzer für Filme und Serien aus VoD-Portalen zahlen – insbesondere wenn diese in besserer HD-Qualität geliefert werden – , ist die Zahlungsbereitschaft für kurze Video- und Musikclips gering.

Audio-Streaming auch gegen Gebühr liegt in der Gunst der Deutschen dagegen vorn: Bereits jetzt hören vierzig Prozent der deutschen Internet-Nutzer Musik im Abomodell über Streaming-Dienste wie Spotify, Deezer oder Soundcloud. Große Konzerne wie Google und Apple wollen den etablierten Diensten nun die Pfründe streitig machen. So kündigte Google kürzlich an, seinen Musik-Streaming-Dienst Play Musik um kuratierte Playlisten für bestimmte Situationen, Tageszeiten und Stimmungen zu erweitern. Der auch „Music Concierge“ genannte Dienst schlägt dann etwa für Frühaufsteher eine „Dusch-Karaoke“ vor oder eine Musikzusammenstellung unter dem Titel „Neue Energie“ gegen den Mittagsdurchhänger. (uk@ct.de)

c’t auf der IFA

Die c’t-Redaktion wird in Berlin auch in diesem Jahr wieder mit einem eigenen Stand vertreten sein. Wir halten dort Fachvorträge (Programm online unter ct.de/-1048392) und bieten Mitmachaktionen fürs Publikum – beispielsweise eine virtuelle Laborbesichtigung und rasante Fahrten mit der Oculus Rift. Außerdem begleiten wir die heißesten News der Messe online in unserem IFA Special und fassen in der Heise-Show allabendlich das aktuelle IFA-Geschehen zusammen.

Artikel kostenlos herunterladen