Clever telefonieren

Anrufe über Festnetz, VoIP und Mobilfunk orchestrieren

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Mit einigen einfachen Tricks kann man unter einer Festnetznummer günstig auf dem Handy erreichbar sein, ankommende Anrufe intelligent weiterleiten und weltweit kostenlos telefonieren.

Nach dem Willen der Anbieter soll der Kunde an seinem Festnetzanschluss zu Hause mit Voice over IP telefonieren, unterwegs den Mobilfunk benutzen und brav die jeweiligen Gebühren bezahlen. Mit ein paar einfachen Tricks kann man sich aber die Rosinen aus den jeweiligen Angeboten herauspicken und den Anbietern ein Schnippchen schlagen, indem man alle Anrufe über eine zentrale Rufnummer abwickelt. Dann muss auch niemand mehr überlegen, wo Sie gerade erreichbar sind, weil die Anrufe dort ankommen, wo Sie das gerne hätten, ob im Büro, auf dem Handy, zu Hause oder im Urlaubsort.

Kombiniert man vorhandene Festnetz-Flatrates und eine Rufweiterleitung an der heimischen VoIP-Anlage mit aktuellen Angeboten der Mobilfunk-Provider, dann lassen sich alle Anrufe über eine zentrale, günstig erreichbare Festnetznummer ohne Zusatzkosten abwickeln. Noch mehr sparen lässt sich mit Dual-SIM-Geräten, bei denen man günstige Mobilfunkangebote miteinander kombinieren kann. Nutzt man an allen Anschlüssen VoIP, kann man sich sogar das Weiterleiten sparen und überall so telefonieren, als wäre man zu Hause.

Die naheliegendste Lösung ist die teuerste: Leitet man einen Anruf von einem Festnetzanschluss beispielsweise an ein Handy weiter, gelten dafür die Preise, die auch für einen Anruf von zu Hause ins Mobilfunknetz gelten würden. Die Kosten für die Weiterleitung übernimmt stets der Angerufene, der sie geschaltet hat. Eine Flatrate gilt da nicht in jedem Fall: O2 beispielsweise bietet bei Festnetzanschlüssen standardmäßig eine Allnet-Flat, nimmt Rufumleitungen in die Mobilfunknetze davon aber ausdrücklich aus und berechnet sie minutenweise. Die wenigsten Festnetzkunden haben eine Flatrate in die Mobilfunknetze. Um mit Anrufen jonglieren zu können, muss also zunächst einmal eine preiswerte Lösung für die Weiterleitung zum Mobilfunk her.

Eine für alles

Die Lösung ist eine Festnetzrufnummer auf dem Handy, denn Festnetz-Flatrates gelten üblicherweise ohne Einschränkungen. Viele Mobilfunkanbieter haben eine Option im Programm, mit der sich dem Mobilfunkanschluss eine zusätzliche Nummer mit Ortsvorwahl zuweisen lässt. Üblicherweise steht diese Option nur in Laufzeitverträgen zur Verfügung und kostet rund 5 Euro pro Monat. Eine Festnetznummer lässt sich stets zu Festnetztarifen anrufen, egal, ob sie nun einem Handy oder einem Festnetzanschluss zugeordnet ist.

Eine Festnetznummer ist für die meisten Anrufer günstiger zu erreichen als eine Mobilfunknummer. Man kann diese günstige Möglichkeit, das eigene Handy anzurufen, auch selbst nutzen, beispielsweise für eine kostenlose Rufumleitung vom Festnetzanschluss, wenn man unterwegs ist. Gibt man nur die Festnetznummer des heimischen Anschlusses heraus, hat man über die Rufumleitung die Kontrolle, wann man welche Anrufe auf das Handy weiterleiten will. Den Anrufern muss man nur noch erklären, dass die gesamte Kommunikation künftig über eine zentrale Nummer läuft. Welche Rufnummern auf dem aktuellen Smartphone geschaltet sind, spielt dann keine Rolle mehr.

Einen Nachteil hat die zentrale Nummer aber dann doch: Ruft man vom Mobilfunkanschluss oder von einem abweichenden VoIP-Anschluss aus an, wird dem Gesprächspartner nicht die zentrale Rufnummer angezeigt. Und nur die wenigsten Angebote erlauben, hier eine vom Anwender definierte Rufnummer zu setzen. Die unbekannte Rufnummer verwirrt Angerufene und provoziert Rückrufe auf einer Nummer, die dann eben nicht mehr auf alle Geräte weitergeleitet wird. Erfahrungsgemäß ist es besser, gar keine Rufnummer anzeigen zu lassen als eine falsche.

VoIP-Angebote vom freien Markt, die nicht an den DSL-Anschluss eines Providers gebunden sind, erlauben üblicherweise die Anzeige einer beliebigen Rufnummer. Im schlimmsten Fall muss man durch einen Testanruf und die Eingabe eines Codes nachweisen, dass man Besitzer des betreffenden Anschlusses ist. Auch das Mobilfunkangebot Simquadrat erlaubt das Setzen einer beliebigen Absenderrufnummer. Andere Mobilfunkanbieter gestatten das in der Regel nicht, obwohl es technisch problemlos zu bewerkstelligen wäre.

Für Business-Kunden bietet die Telekom den Service „One Number“. Bei kombinierten Mobilfunk- und Festnetzanschlüssen kann der Anwender wählen, dass die dem Anschluss zugeordnete Festnetznummer auch bei Anrufen vom Mobilfunkanschluss angezeigt wird. Für diesen Dienst will die Telekom 4,95 Euro netto – pro Teilnehmer und Anschluss.

Rufumleitung für Fortgeschrittene

Die Fritzbox von AVM beherrscht nicht nur einfache Weiterleitungen, sondern auch Parallelrufe. Geht ein Anruf ein, signalisiert sie ihn an den direkt angeschlossenen Telefonen und startet gleichzeitig einen Anruf auf ein Handy oder einen anderen Festnetzanschluss. Das Gespräch führt dann derjenige, der den Anruf zuerst annimmt. Pro VoIP-Rufnummer lässt sich allerdings nur ein Parallelanrufziel einrichten.

Der Parallelruf der Fritzbox lässt sich nicht nur fürs Handy nutzen, sondern auch fürs Büro oder fürs Wochenendhaus. Dort muss nicht unbedingt eine Telefonanlage installiert sein. Anrufe lassen sich auch auf einem Notebook mit VoIP-Client oder mit einem ortsfesten VoIP-Telefon führen. ...

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