Trends & News | News

Billig-Konkurrenz für Raspberry Pi

Am Erfolg des Einplatinencomputers Raspberry Pi wollen auch andere teilhaben, etwa die chinesische Firma Shenzhen Xunlong Software. Sie hat den Orange Pi entwickelt und nach eigenen Angaben als Open Source veröffentlicht. Wir konnten auf der fürchterlich langsamen Webseite allerdings weder Schalt- oder Layoutpläne aufstöbern noch herausfinden, unter welcher Lizenz Orange Pi steht.

Doch die Beschreibung der Hardware klingt nicht schlecht – insbesondere wenn man bedenkt, dass der „Orange Pi PC“ ohne Porto bei Aliexpress nur 15 US-Dollar kostet. Der Quad-Core-Prozessor Allwinner H3 taktet seine Cortex-A7-Kerne mit 1,6 GHz und ist damit erheblich schneller als der Raspi 2 mit 900 MHz. Die übrige Ausstattung ist ähnlich: 1 GByte RAM ist fest aufgelötet, als Bootmedium und Massenspeicher muss man eine Micro-SD-Karte nachrüsten. Es gibt drei USB-Host-Ports sowie einmal USB On-the-Go, Fast Ethernet und einen 40-poligen Erweiterungsstecker, der pinkompatibel mit dem des Raspi ist. Einen Monitor kann man digital per HDMI oder analog per Composite (CVBS) anschließen. Als Software kommen Android, Lubuntu, Debian, Raspbian in Frage, der Grafikprozessor ARM Mali 400MP2 unterscheidet sich aber vom VideoCore des Raspi.

Das größere Modell namens Orange Pi Plus für 39 US-Dollar hat nicht bloß 8 GByte EMMC-Flash aufgelötet, sondern kommt auch mit Gigabit Ethernet, WLAN, SATA und vier USB-Ports. Die Leistungsaufnahme des großen Moduls soll bei 3 Watt liegen. Außer weiteren Orange-Pi-Varianten bietet der Aliexpress-Shop auch Zubehör wie eine Kamera, ein transparentes Gehäuse und ein 10-Watt-Netzteil jeweils für 4 bis 6 US-Dollar. Nur das 7"-Display sticht mit knapp 40 US-Dollar heraus. Dazu kommen noch mal 4 bis 37 US-Dollar für den Versand. Die Lieferzeit beziffert Aliexpress je nach Versandart mit 3 bis 34 Tagen. Ein kommerzieller deutscher Lieferant ist uns nicht bekannt, im Forum unter forum-orangepi.de findet sich aber jemand, der Module aus einer Sammelbestellung weiterverkauft. (bbe@ct.de)

Verschlüsseltes Internet der Dinge

Texas Instruments will mit der Mikrocontroller-Familie M4C eines der zentralen Probleme des Internet der Dinge lösen (siehe Seite 80) und Verbindungen bereits im Gerät verschlüsseln. Dazu gibt es nun das Entwicklungskit mit dem ebenso verschlüsselten Namen TM4C Crypto Connected LaunchPad alias EK-TM4C129EXL. Auf der Platine sitzt ein 32-Bit-Mikrocontroller mit ARM-Kern (Cortex M4F, 120 MHz), dessen Hardware-Beschleuniger die Kommunikation verschlüsseln. Sie sprechen AES, DES und SHA.

Als Software-Entwickler muss man sich aber nicht direkt damit herumschlagen, sondern kann fertige Bibliotheken wie WolfSSL verwenden, die den sicheren Zugriff via Ethernet mit einem gängigen Web-Browser erlauben. Laut Texas Instruments soll WolfSSL auch die Cloud-Anbindung absichern. Wem die Ethernet- und USB-Schnittstellen des Entwicklungskits nicht reichen, der kann WLAN über die Erweiterungsmodule der Launchpad-Serie nachrüsten, etwa mit dem SimpleLink Wi-Fi CC3100 BoosterPack. Das EK-TM4C129EXL kostet im Webshop von TI bis zum 5. Oktober 17 US-Dollar, danach 25. (bbe@ct.de)

Artikel kostenlos herunterladen

Anzeige
Anzeige