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Netzmessung von der Crowd

http://netzradar.deutschebahn.com

http://mobil.deutschebahn.com/db-mittendrin/funkloecher-finden-mit-dem-db-netzradar/

Wer mit der Bahn unterwegs ist, hätte Zeit, in Ruhe zu surfen oder zu telefonieren – wenn er sich nicht mal wieder in einem Funkloch befindet. Auch die Bahn hat erkannt, dass es entlang ihrer Strecken immer noch zu viele Verbindungsprobleme gibt. Daher hat sie jetzt eine Initiative gestartet, um Druck auf die Mobilfunkunternehmen auszuüben. Als erstes Ergebnis entsteht die Netzradar-Karte, in der man schon für etliche Streckenabschnitte sehen kann, wo es flutscht und wo nichts geht.

Die Daten für die Karte stammen von den Bahnnutzern. Diese können mit einer App für Android und iOS das Funknetz entlang von Bahnstrecken testen. Jeder kann mit der App messen, wie schnell er unterwegs surft, oder der Bahn Probleme melden: Wo gab es Gesprächsabbrüche oder schlechte Sprachqualität? Die deutsche Bahn sammelt die Ergebnisse und pflegt sie in die Karte ein. (jo@ct.de)

Allumfassende Bibliothek

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Bibliothek_von_Babel

https://libraryofbabel.info

https://babelia.libraryofbabel.info

Die Bibliothek von Babel“ ist eine Erzählung von Jorge Luis Borges. Der argentinische Autor entwirft laut Wikipedia „eine Spekulation über eine mögliche Welt, welche als eine Bibliothek aller möglichen Bücher dargestellt ist“ – ein phantastisches Gedankenexperiment. Jonathan Basile hat sich „mit der Hilfe vieler Freunde und seiner Familie“ mal der Sache angenommen und die Library of Babel im Cyberspace realisiert.

Diese virtuelle Bibliothek besteht aus einer riesigen Zahl von hexagonal geformten Räumen. An vier Seiten jedes Hexagons stehen jeweils fünf Bücherregale, die je 32 Bücher enthalten. Jedes dieser Bücher umfasst 410 Seiten, jede Seite 40 Zeilen, jede Zeile ungefähr 80 Zeichen. Alles in allem enthält die Bibliothek laut Basile rund 10 hoch 4677 Bücher. Man kann in dieser Bibliothek browsen – auch per Zufallsgenerator – und auf gut Glück irgendeine Seite irgendeines Buchs in irgendeinem Hexagon aufschlagen.

Dort wird man kaum etwas Sinnvolles finden, sondern höchstwahrscheinlich eine zufällige Folge von Zeichen. Aber die Bibliothek enthält auch sinnvolle Texte, um genau zu sein: alle Texte schlechthin. Mit zwei Einschränkungen: Die Library of Babel kennt nur die 26 nicht versalen Buchstaben des englischen Alphabets, Leerzeichen, Komma und Punkt. Die Texte dürfen zudem maximal 3200 Zeichen lang sein. Die Site bietet eine Suchfunktion – probieren Sie es einfach mal mit einem beliebigen Text aus.

Natürlich speichert die Bibliothek die Texte nicht wirklich; Jonathan Basile hat vielmehr eine sehr kreative Funktion programmiert, die alle maximal 3200 Zeichen langen Texte mit dem 29-Zeichen-Alphabet auf die Räume, Bücher und Seiten abbildet. Wie man alle Texte in einer virtuellen Bibliothek „speichern“ kann, so kann man ebenso auch mit Bildern verfahren. Daher hat Basile auch noch die Babel Image Archives gebaut, ein Archiv aller Bilder im Format 640 × 416 Pixel mit einer Farbtiefe von 12 Bit. (jo@ct.de)

Netz-Werk

http://networkeffect.io

Network Effect ist ein komplexes Kunstwerk, das sich mit dem Einfluss des Netzes auf das menschliche Miteinander beschäftigt. Das versucht es vor allem mit fesselnden, verfremdeten Videoschnipseln über menschliche Aktivitäten, etwa „Küssen“ und „Schwimmen“. Zu je 100 Aktivitäten haben die Künstler Jonathan Harris und Greg Hochmuth je 100 Videos mit Hilfe des Amazon Mechanical Turk und der Crowd zusammengetragen.

Die unnachgiebig laufenden Sequenzen verknüpft die Site mit teils absurden Daten und Texten von Google News und anderen Diensten sowie mit gesprochenen Tweets. Dadurch und durch die Kürze und Dringlichkeit der Videos – zweisekündige Ausschnitte von YouTube wurden auf eine Sekunde gerafft – entsteht ein Nachrichten-ähnlicher Effekt, der süchtig nach mehr macht. Das Mehr ist allerdings begrenzt, denn nach gut acht Minuten ist die Zeit des Zuschauers für die nächsten 24 Stunden aufgebraucht.

(Tobias Engler/jo@ct.de)

Hype-Videos

Massenproduktion ist bäh; wer hip sein will, kauft Selbstgemachtes, pardon: „hand crafted“ oder „artisanal“. Das Bier kommt vom lokalen Craft-Beer-Brauer, der Kaffee vom Röster um die Ecke. Auf Plattformen wie Etsy gibt es Abermillionen einschlägige Produkte, von der Drehtabaktasche aus recycelter Plastiktüte bis zum Halloween-Kostüm für den Hund.

Warum also nicht auch handgefertigtes Feuerholz der „Smoke and Flame Firewood Company“ kaufen, oder Trinkwasser nach dem Motto „Jeder Schluck ein Abenteuer“ von „The Timmy Brothers – Water Makers“? Die beiden Videos sind mit so viel Liebe handgecrafted, dass man sie fast für authentisch halten könnte. Bei beiden handelt es sich aber um Hoaxes.

https://youtu.be/TBb9O-aW4zI (2:50, Englisch)

https://vimeo.com/131422396 (5:10, Englisch)

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