Trends & News | News

Leap löst OpenSuse ab

Leap ist der neue Name der OpenSuse-Distribution: Auf OpenSuse 13.2 folgt jetzt Leap 42.1. Wichtigster Unterschied: Das Basissystem von Leap liefert Suse Linux Enterprise 12 (Service Pack 1); das sorgt für einen stabilen, wenn auch nicht ganz aktuellen technischen Unterbau. Die Desktops und Desktop-Anwendungen stammen hingegen aus Tumbleweed, der Rolling-Release-Distribution des OpenSuse-Projekts; sie sind damit weitgehend auf dem aktuellen Stand. So installiert Leap 42.1 standardmäßig den neuen Plasma-Desktop 5.4 des KDE-Projekts.

Leap 42.1 ist derzeit lediglich als Installations-Image für 64-bittige x86-Systeme verfügbar. Varianten für ARMv7- und ARMv8-Systeme sind angekündigt, eine x86-32-Version oder ein Live-System soll es nicht geben. Neue Leap-Versionen werden parallel zu Service Packs und neuen Versionen von SLE erscheinen. Einen Test von Leap 42.1 finden Sie in der nächsten c’t. (odi@ct.de)

Linux-Kernel 4.4 mit Langzeit-Support

Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman hat angekündigt, den kommenden Linux-Kernel 4.4 für zwei Jahre mit Updates und Sicherheits-Fixes zu versorgen. Damit folgt Kroah-Hartman dem Wunsch einiger Entwickler auf dem Kernel-Summit, frühzeitig bekannt zu geben, welche Kernel-Versionen länger als bis zum Erscheinen des Nachfolgers gepflegt werden: Zukünftig soll immer der im Januar aktuelle Kernel zwei Jahre Langzeit-Support erhalten. Der Linux-Kernel 4.4 wird voraussichtlich im Januar 2016 veröffentlicht.

Linux 4.4 soll in virtuellen Maschinen die 3D-Beschleunigung des Hosts nutzen können. Neu ist der quelloffene Treiber VC4 für den Grafikkern des Broadcom-Prozessors im Raspberry Pi und Raspberry Pi 2, der weniger auf Funktionen der proprietären Firmware angewiesen ist als der derzeit genutzte Grafiktreiber. Er unterstützt allerdings noch keine 3D-Beschleunigung und kein Powermanagement. Optimierungen beim Locking im TCP-Code sollen den TCP-Verbindungsaufbau erheblich beschleunigen, sodass Linux-Systeme mehr TCP-Verbindungen herstellen können.

Der gerade erschienene Linux-Kernel 4.3 hat als wichtigste Neuerung volle Unterstützung für Intels Core-i-Prozessoren der 6000er-Reihe und die Grafikprozessoren auf AMDs aktuellen High-End-Grafikkarten der Fury-Reihe gebracht. IPv6 wird jetzt bei der Kernelkonfiguration standardmäßig aktiviert. Neben dem CAN-Bus zur Vernetzung der Steuergeräte in Fahrzeugen unterstützt Linux 4.3 auch den MOST-Bus für Multimedia im Auto. (odi@ct.de)

Container: Docker 1.9 bringt bessere Cluster-Funktionen

Docker hat die Version 1.9 seines Werkzeugs zum Erstellen und Managen von Containern veröffentlicht. Die Funktionen zum Einrichten virtueller Netzwerke zwischen Containern, die auf unterschiedlichen Hosts laufen, gelten jetzt als produktionsreif.

Gleiches gilt für den Cluster-Manager Swarm, der mehrere Docker-Hosts zu einem Cluster zusammenfasst. Containerisierte Anwendungen lassen sich mit Swarm über mehrere Maschinen verteilen. Mit dem neu geschriebenen Volume-Management lässt sich persistenter Speicher im gesamten Docker-Cluster verwalten.

Laut einer (allerdings nur bedingt repräsentativen) Studie von O’Reilly Media und Ruxit sind Docker-Container in Unternehmen bereits weit verbreitet: Zwei Drittel der 138 Befragten gaben an, dass sie bereits Container und mehrheitlich auch Docker nutzen; 80 Prozent des restlichen Drittels planen den Einsatz in der Zukunft. Als wichtigste Gründe werden flexiblere und schnellere Deployments von Server-Anwendungen genannt. Herausforderungen sehen die Teilnehmer der Umfrage in der mangelnden Reife der Container-Technik sowie bei Orchestrierung, Monitoring und Automatisierung. (odi@ct.de)

Artikel kostenlos herunterladen

Anzeige
Anzeige