Big Brother und die Körperdaten

Cloud-Zwang, Datenschutz und Versicherungen: Sind Aktivitätstracker gefährlich?

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Viele Menschen lehnen Aktivitätstracker ab: Nicht nur aus Skepsis gegenüber wahnhafter Selbstoptimierung, sondern auch, weil die meisten Tracker nur funktionieren, wenn sie die Körperdaten in die Cloud funken. Nun bieten die ersten Krankenversicherungen trackergestützte Bonusprogramme an. Wird Selbstvermessung bald zum Zwang?

Bei Autoversicherungen gibts die Tracking-Blackbox schon länger: Ein kleines Kästchen an der Bordelektronik ermittelt, wann und vor allem wie das Auto gefahren wird. Bleibt der Bleifuß oben, gibts einen Bonus. Wer regelmäßig mit Vollgas und quietschenden Reifen durch die Gegend heizt, muss mehr bezahlen.

Der Generali-Konzern, mit Marken wie Volksfürsorge, Cosmos, Envivas und Central der zweitgrößte Versicherer in Deutschland, will eine solche Blackbox nun auch für Menschen einführen. Statt defensiven Fahrens soll damit sozusagen defensives Leben belohnt werden. Wer bei Generali eine Privatkranken-, Lebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt und seinen Aktivitätslevel per Tracker-Armband oder -App offenlegt, könnte dann Vergünstigungen bekommen – zum Beispiel in Form von Reisen, Gutscheinen oder sogar Prämiennachlässen. Details stehen noch nicht fest, das ursprünglich vom südafrikanischen Versicherer Discovery entwickelte Vitality-Programm soll frühestens Ende 2015 starten. Gegenüber c’t betonte Generali, dass man im Sinne vieler gesundheitsbewusster Kunden handele, die eine „risikogerechte Einordnung ihrer Lebensweise für ihre Versicherung berücksichtigt wissen möchten“. Der Versicherungskonzern vermutet, dass jeder fünfte Deutsche zu dieser Zielgruppe gehört. ...

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