Web-Tipps

Trends & News | Web-Tipps

Futuristische Fonts

http://typesetinthefuture.com

Wenn Dave Addey der Groteskschrift Eurostile Bold Extended begegnet, versetzt ihn das sofort in eine futuristische Dystopie: Durch das in Eurostil gesetzte Schild wirkt die Kindertagesstätte eher wie eine „unheimliche Regierungseinrichtung für wissenschaftliche Experimente“. Zu sehen ist die Schriftart sonst nämlich in düsteren Filmen, die in der Zukunft spielen. Addey weiß das ganz genau, in seinem Blog Typeset In The Future befasst er sich ausführlich mit Schriftarten und Symbolen in Scifi-Streifen. Die unterhaltsamen Texte und Bilder ergründen, wie Filmemacher mit bestimmten Fonts ihre Geschichten erzählen. Dabei greifen sie oft auf gewisse Klischees zurück: Spielt ein Film in der Zukunft, ist die Eurostile Bold Extended nicht weit.

Bemerkenswerte Ausnahme ist Alien: In Ridley Scotts Science-Fiction-Klassiker begegnet Ellen Ripley zwar einem fiesen Außerirdischen – aber nicht ein einziges Mal der Eurostile. Welche Schriftarten und Symbole die Nostromos stattdessen verschönern, hat sich Abbey natürlich ganz genau angeguckt. (dbe)

Der Hunger treibt’s rein

http://amateurkochfotos.tumblr.com

In der Werbung sieht Essen immer unfassbar lecker aus: Das zartrosa Fleisch wirkt saftig und das sorgfältig drapierte Gemüse frisch. Doch die Realität auf dem eigenen Teller ist oft hässlich, weil hier keine Foodstylisten tricksen. Vielen Hobbyköchen ist das egal, sie halten ihre Speisen trotzdem auf unscharfen Bildern für die Nachwelt fest. Diese Momentaufnahmen kulinarischer Schrecklichkeiten sammelt das Tumblr-Blog Amateurkochfotos: Zu bestaunen sind dort verbrannte Klumpen, schrumpliges Fleisch oder in grelles Blitzlicht getauchte Fleischwürste.

Unter den Fotos ist direkt das Rezept zum Nachkochen verlinkt – Sie können also beweisen, dass Ihr Essen fotogener gelingt als die Vorlagen im Blog. Sieht das Abendbrot dann doch erschreckend unappetitlich aus, können Sie den Blog-Betreibern ein Beweisfoto schicken. Mit etwas Glück landen die selbst gemachten Crostini dann zwischen „Nudeln in Schokopudding“ und „gefüllten Schinkenröllchen“. (dbe)

Und was machst du so?

http://wasmachendieda.de

Eigentlich haben wir oft nur eine ungefähre Ahnung davon, was andere den lieben langen (Arbeits)tag so machen. Wie sieht wohl der Alltag einer Dragqueen aus oder der eines Marathonläufers, der einer Rezitatorin? Oder der eines Foodstylisten, der sein Essen erst kocht und dann für Fotos herrichtet?

Die Autoren Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm reden mit Menschen über ihre Leidenschaften und stellen die Frage: Was machen die da? Die Antworten veröffentlichen sie als reichlich bebilderte Texte. Spannend sind nicht nur die exotischen Berufe, sondern etwa auch die Arbeit eines Zahnarztes: Der erzählt von seiner Vorliebe für das Handwerk und davon, wie eng Holz und Knochen verwandt seien. Eine Schuhverkäuferin berichtet, wie sie ihren eigenen Laden eröffnete und sich damit einen Traum erfüllte. Und ein Schriftsteller verrät, dass er momentan mehr vorliest als schreibt.

Wer selbst einer erzählenswerten Beschäftigung nachgeht oder in seiner Freizeit mit Leidenschaft Ungewöhnliches tut, kann den beiden Autoren schreiben. Vielleicht kommen sie dann vorbei und stellen viele neugierige Fragen. (dbe)

Malen mit Zahnrädern

http://nathanfriend.io/inspirograph

Als Kind die Eltern zu malen hat oft nicht so richtig geklappt: „Ist das eine Süßkartoffel?“ – „Nein, das ist doch Papa!“ Die abstrakten Ergebnisse des Spirographen hingegen sahen immer toll aus. Mit dem simplen Spielzeug konnten Kinder (und alle anderen) ganz einfach geometrische Figuren malen, schön bunt, schön komplex. Dazu legte man löchrige Plastik-Zahnräder in eine Schablone und steckte die Buntstiftspitze durch eines der Löcher. Kreisend entstanden dann Hypozykloiden und Epizykloiden. Die Zahnräder gab’s in verschieden Größen, um verschiedene Muster in vielen Farben übereinander zu malen.

Diesen bunten Spaß portierte Nathan Friend in den Browser und programmierte Inspirograph mit TypeScript und D3.js. Die virtuelle Kopie funktioniert wie das Original, nur eben mit Maus statt Stift. Das macht zwar nicht ganz so viel Spaß wie das Kreisen auf echtem Papier – trotzdem ist es seltsam befriedigend, das Browser-Fenster mit bunten Kurven zu füllen. Das Ergebnis kann man herunterladen, ausdrucken und neben die Kartoffeln von früher hängen. (dbe)

Hype-Videos

Das beliebteste YouTube-Video des Jahres ist Mutant Giant Spider Dog. Der Clip zeigt, wie ein Hund mit flauschigen Spinnenbeinen Angst und Schrecken verbreitet. Ein süßer Alptraum.

http://youtu.be/YoB8t0B4jx4

(3:58)

Max Shishkin hat in Cinema Space Tribute beeindruckende Weltraumszenen aus verschiedenen Filmen zusammengeschnitten. In seinem „Supercut“ vertreten sind Klassiker wie Kubricks 2001, Alien oder Star Wars.

https://vimeo.com/113142476

(4:00, englisch)

Artikel kostenlos herunterladen

weiterführende Links

Anzeige