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Firefox mit Browser-Telefonie

Die neue Version 35 des Web-Browsers Firefox enthält außer diversen Verbesserungen und Fehlerbereinigungen einige neue Funktionen. Nutzer können nun mit dem WebRTC-Client „Hello“ direkt im Browser Video-Telefonate starten. Außerdem gab es Änderungen im Umgang mit HTML5, so sind etwa die CSS-Filter für das Rendering von Elementen per Voreinstellung aktiv. Zudem unterstützt der Browser jetzt das CSS-Font-Loading-API. Die let-Semantik von JavaScript entspricht jetzt ECMAScript 6. Implementiert wurde außerdem ein „Resource Timing API“, über das eine JavaScript-Anwendung Informationen darüber erhält, wann eine Ressource beim Anwender angekommen ist.

Die HTTP-Erweiterung „Public Key Pinning“ soll durch die verbesserte Authentisierung verschlüsselter Nachrichten die Gefahr von Man-in-the-Middle-Angriffen reduzieren. (hob)

Bericht: Internet Explorer wird abgespeckt

Nach Berichten von US-Medien baut Microsoft einen in weiten Teilen neuen Web-Browser. So soll Windows 10 zumindest in der PC-Version zwei verschiedene Browser enthalten, von denen der eine der altbekannte Internet Explorer 11 ist. Dieser soll für all jene Webanwendungen zuständig sein, die auf die Eigenheiten der bisherigen elf IE-Versionen bauen – die es vor allem in Intranets noch zahlreich geben dürfte.

Die Neuheit ist der andere Browser, der bislang nur unter dem Codenamen „Spartan“ bekannt ist. Auch er fußt fürs Rendering und für JavaScript auf der Trident- und der Chakra-Engine des Internet Explorer, doch soll Microsoft bei seiner Entwicklung angeblich viele Altlasten über Bord werfen. (Herbert Braun/jo)

Supercookie vom Mobilfunkbetreiber

Das US-amerikanische Mobilfunkunternehmen Verizon macht seine Kunden identifizierbar, indem es zusätzliche, eindeutige HTTP-Header in den Datenverkehr zwischen deren Browsern und den Webservern einfügt, die sie besuchen. Die Betreiber der Webseiten können die Kunden daran wiedererkennen. Das Einfügen der Daten durch Verizon lässt sich nicht abschalten.

Turn, ein amerikanischer Werbeplatzvermarkter, nutzt das Verizon-Verfahren, um Cookies von Web-Diensten wieder zu setzen, die Benutzer gelöscht haben. Das hat der Informatiker und Rechtsanwalt Jonathan Mayer herausgefunden, der an der Universität Stanford arbeitet. Zu den Kunden von Turn, die diese Möglichkeit nutzen, sollen Mayers Untersuchungen zufolge Google, Facebook, Twitter und Yahoo gehören. Verizon ist derzeit das einzige US-Mobilfunkunternehmen, das seine Kunden eindeutig wiedererkennbar macht. Nach stichprobenartigen Tests von c’t ist das Verfahren hierzulande noch nicht im Einsatz. (jo)

Cloud-Überwachung von Microsoft führt zu Hausdurchsuchung

Wer Fotos in Cloud-Dienste hochlädt, muss davon ausgehen, dass diese automatisch gescannt und auf kinderpornografische Inhalte hin durchsucht werden. Offenbar gehen Meldungen über mutmaßlich illegales Material auch an deutsche Strafverfolgungsbehörden. Der Strafverteidiger Udo Vetter berichtete in seinem Blog von dem Fall eines Mandanten, dem vorgeworfen wird, solches Material besessen zu haben. Ein einziges fragwürdiges Bild unter mehreren tausend unbedenklicher Aufnahmen, das er auf Microsofts Cloud-Speicher OneDrive gespeichert hatte und das dort vom Anbieter nach einem Server-Scan automatisch entdeckt wurde, führte laut Vetter zu einer Meldung ans deutsche Bundeskriminalamt.

Auf Betreiben der Staatsanwaltschaft Nürnberg erließ das dortige Amtsgericht einen Durchsuchungsbefehl. Die Polizei beschlagnahmte, wie in solchen Fällen üblich, die komplette Hardware des Verdächtigen für eine detaillierte Auswertung. Schon als das automatische Scannen im vergangenen Sommer bekannt geworden war, hatte Vetter darauf hingewiesen, dass deutsche Strafverfolger solche Informationen nutzen könnten, auch wenn bei deren Gewinnung möglicherweise gegen deutsches Recht verstoßen wurde. (uma)

Google-Index: Flut von Löschbegehren der Rechteinhaber nimmt zu

Google sieht sich mit immer mehr Löschbegehren wegen Urheberrechtsverletzungen im Internet konfrontiert. Die Zahl der eingereichten Ersuchen ist 2014 im Vergleich zum Vorjahr um etwa 75 Prozent auf über 345 Millionen angewachsen. Dies hat der Online-Dienst TorrentFreak anhand der wöchentlichen Statistiken des Suchmaschinenbetreibers in dessen Transparenzbericht errechnet. Noch 2008 waren gerade mal 62 Löschanträge auf Basis des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) bei Google eingegangen, seit 2012 steigt die Zahl drastisch an.

Der Internetkonzern entspricht den meisten Begehren und löscht die inkriminierten Links aus seinem Suchindex. Webseitenbetreiber, die sich zu Unrecht ausgesperrt fühlen, müssen dann nachweisen, dass sie keine Urheberrechte verletzt haben. Nur wenn das ohnehin offensichtlich ist, folgt Google den Löschungsaufforderungen nicht.

Die meisten Ersuchen richteten sich im vergangenen Jahr gegen die Domains 4shared.com, rapidgator.net und uploaded.net mit jeweils über fünf Millionen Verweisen. Der Verband der britischen Musikindustrie BPI war die Vereinigung von Rechteinhabern, die mit über 60 Millionen aufgelisteten Links die meisten Löschungen beantragt hat.

Google entfernt nicht nur Verweise auf illegale Inhalte aus den Ergebnislisten, sondern verbannt seit 2012 Websites mit Links dorthin auch in Eigenregie auf die hinteren Plätze. Laut einer von der Motion Picture Association of America (MPAA) in Auftrag gegebenen Studie kamen Ende 2012 aber immer noch 74 Prozent der Konsumenten erstmals über eine Suchmaschine mit Copyright-verletzenden Inhalten in Kontakt. (Stefan Krempl/hob)

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