Verschlüsselung hat ihren Preis

GnuPG in der Finanzmisere

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In Zeiten der allgegenwärtigen Überwachung durch Geheimdienste ist E-Mail-Verschlüsselung in aller Munde. Einer der wenigen soliden Eckpfeiler ist GnuPG. Umso überraschender ist es da, dass die Entwickler dieser kritischen Software nicht über die Runden kommen.

NSA, GCHQ und ihre Verbündeten verfügen über fast unerschöpfliche Budgets, um die elektronische Kommunikation weltweit zu überwachen. Wer sich gegen diesen massiven Angriff auf die Privatsphäre der Bürger schützen will, muss auf Software zurückgreifen, die von einigen wenigen Entwicklern, oft in ihrer Freizeit, geschrieben und gepflegt wird. Diejenigen dieser Entwickler, die versuchen, ihr Hobby zum Beruf zu machen, können davon oft nur eher schlecht als recht leben.

Einer dieser Entwickler sitzt mit seiner kleinen Firma g10 Code in Düsseldorf und kümmert sich um den GNU Privacy Guard, auch als GnuPG oder GPG bekannt. Werner Koch hat die Software mitentwickelt und pflegt sie seit den Neunzigern. Der Name „g10 Code“ ist eine Anspielung auf Artikel 10 des Grundgesetzes, also jenen Teil der Verfassung, der Brief- und Fernmeldegeheimnis garantieren soll.

Koch kann von seiner Arbeit an der Verschlüsselungssoftware eher schlecht als recht leben, deshalb hat er nun eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, um sich über Wasser zu halten und weitere Entwickler ins Boot zu holen. Anfang 2013 dachte er schon einmal daran, das ganze Projekt hinzuschmeißen und von anderen Coder-Jobs zu leben – doch dann kam Edward Snowden und rückte die Bedeutung von E-Mail-Verschlüsselung erneut in den Fokus. Seitdem redet man sogar in Nachmittags-Talkshows über sichere Kommunikation und Snowden selbst betont, dass er GPG sein Leben anvertraut habe. ...

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