Maxwells Kernschmelze

Nvidias falsche Spezifikationen der Spieler-Grafikkarte GeForce GTX 970 verärgern Kunden

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Die Spieler-Grafikkarte GeForce GTX 970 hat weniger Rasterendstufen und einen kleineren L2-Cache, als von Nvidia bisher behauptet wurde. Überdies sind nur 3,5 GByte ihres 4 GByte großen Videospeichers schnell angebunden.

Eigentlich konnte es im September letzten Jahres für Nvidia kaum besser laufen. Nvidia veröffentlichte damals die beiden ersten Grafikkarten mit dem neuen Maxwell-2.0-Grafikchip – die GeForce GTX 980 und GeForce GTX 970. Sie waren viel effizienter als AMDs Radeon-R9-Grafikkarten und boten obendrein noch allerlei Schmankerl wie HDMI 2.0. Gamer lechzten vor allem nach der 320 Euro teuren GeForce GTX 970, die laut Nvidias Spezifikation lediglich weniger Shader-Rechenkerne besitzen sollte (1664 statt 2048). Die für hohe Auflösungen wichtige Speichergröße und -anbindung (4 GByte, 256 Bit) sollte identisch zur GeForce GTX 980 sein, die 200 Euro mehr kostete. Jetzt wissen alle: Das war falsch. Die GeForce GTX 970 hat ein weniger effektives Speicherinterface, weniger Rasterendstufen und weniger L2-Cache, als von Nvidia kommuniziert wurde.

Dass der Schwindel aufflog, ist in erster Linie hunderten Nvidia-Fans zu verdanken, die sich in internationalen und deutschen Foren (Guru 3D, 3dcenter etc) über merkwürdige Mikroruckler und gelegentliche drastische Einbrüche der Bildrate wunderten. Die Ruckler treten auf, wenn Spiele zwischen 3,5 und 4 GByte Videospeicher belegen. Über Weihnachten verschärften sich die Diskussionen, nachdem viele Spieler endlich Zeit hatten, die neuen speicherfressenden Titel wie Assassin’s Creed Unity oder Far Cry 4 zu spielen, die zum Marktstart der GeForce GTX 970 eben noch nicht im Handel waren. Nachdem eine Vielzahl von Fachmagazinen, darunter auch c’t, bei Nvidia nach einer Erklärung fragten, gab die Firma schließlich unter großem öffentlichen Druck zu, bei der Spezifikation der GeForce GTX 970 falsche Angaben gemacht zu haben. Begründet wurde dies mit einer Kommunikationspanne zwischen den GPU-Ingenieuren und dem technischen Marketingteam. ...

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