Der Alles-Automatisierer

Routineaufgaben im Netz automatisieren mit IFTTT

Praxis & Tipps | Praxis

„Wenn ich etwas in meinem Blog poste, veröffentliche das auch auf Facebook“, „Wenn ich ins Büro komme, schalte das Smartphone stumm“, „Wenn ich mich auf den Weg nach Hause mache, dreh’ schon mal die Heizung hoch“ – Zigtausende solcher Routineaufgaben automatisiert IFTTT.

Homo Mobilis speichert seine Dateien in der Dropbox, erfasst Notizen mit Evernote und verwaltet seine Termine mit Googles Kalender. Er hört seine Musik mit last.fm, trackt seine Jogging-Touren mit dem Fitbit-Armband, steuert seine Heimelektronik mit Wink – und benutzt noch etliche weitere Dienste und smarte Gadgets: Ein Universum an praktischen, vernetzten Helferlein.

So nützlich jeder einzelne dieser Dienste und jedes einzelne Gadget für sich sein mag – manchmal wäre es schön, wenn sie sich austauschen und zusammenarbeiten könnten. Dann könnte man zum Beispiel den Cloud-Speicherdienst nutzen, um die auf den verschiedensten Social-Media-Kanälen gesendeten Postings zu sichern: Ein komplettes Backup der Inhalte auf Twitter, Facebook, im Blog und Co.

Solche Kooperationen sind grundsätzlich möglich. Viele Webdienste bieten Programmierschnittstellen an, mit denen Drittanbieter-Anwendungen auf ihre Funktionen zugreifen können. Doch wer will schon in die Untiefen der Programmierung eintauchen, nur um die Wohnung vorheizen zu lassen?

Universeller Verknüpfer

Hier kommt IFTTT ins Spiel. Der kostenlose und werbefreie Dienst erschließt und verknüpft die Funktionen etlicher Webangebote, iOS- und Android-Smartphones und anderer „smarter“ Geräte – und zwar auf eine sehr intuitive Art und Weise, immer nach dem namensgebenden Prinzip „If This Then That“. Diese Fähigkeit hat IFTTT den Ruf eines „Universal-Klebstoffs“ für Webdienste eingebracht.

Für die Nutzung des englischsprachigen Dienstes muss man sich mit seiner E-Mail-Adresse anmelden. Der Benutzer klickt – auf der Homepage oder in der App für Android oder iOS – in einem einfach zu bedienenden Editor aus einem Trigger (This) und einer auszuführenden Aktion (That) sogenannte Recipes zusammen, Rezepte. Ein solcher Trigger kann etwa sein, dass eine E-Mail bei Gmail im Posteingang eintrifft. Als Aktion kann IFTTT zum Beispiel den Betreff der E-Mail als Benachrichtigung auf dem Smartphone erscheinen lassen.

Den besonderen Reiz von IFTTT macht aus, dass es auf diese einfache Weise Dienste und Geräte aus den verschiedensten Bereichen steuern kann. Das Spektrum reicht von Office-Diensten (Google Calendar, Gmail) und Produktivitätstools (Evernote, OneNote) über Multimedia (Flickr, YouTube), Social Media (Facebook, Twitter, Tumblr) und Aktivitätstracker (Fitbit, Nike+) bis hin zu Smartphones (iOS, Android) und Smart Home (Nest, Philips Hue). Dienste und Geräte nennt IFTTT Channels. Derzeit gibt es mehr als 150 davon.

Damit IFTTT im Auftrag des Nutzers Aktionen in einem Channel ausführen kann, muss der Benutzer IFTTT den Zugriff auf den zugrundeliegenden Dienst genehmigen. IFTTT erhält dabei lediglich das Recht, auf Funktionen und Daten bei dem Dienst zuzugreifen, speichert aber nicht das Passwort.

Im IFTTT-Jargon nennt sich das „den Channel aktivieren“. Er muss IFTTT also vertrauen, dass es kein Schindluder mit seinen Daten treibt und auch seine eigenen Server gut gegen Angriffe abschottet. Denn ein Dienst, der auf so viele Accounts woanders Zugriff hat, ist auch ein lohnendes Ziel für Hacker. Bisher sind aber weder Datenschmu noch Sicherheitsprobleme bekannt geworden. ...

Sie möchten wissen, wie es weitergeht?

Als c't-Plus-Abonnent gratis lesen

Anmelden als c't-Plus-Abonnent

weiterführende Links

Kommentare

Artikelstrecke
Anzeige
Artikel zum Thema
Anzeige