Alles wird Windows

Was Microsoft plant und was es bedeutet

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Damit die Nutzer Windows künftig nicht nur brauchen, sondern lieben, stellt Microsoft die Windows-Welt auf den Kopf: Windows 10 wird kostenlos für alle Besitzer von Windows 7, 8.1 und Phone 8.1. Zudem soll alles irgendwie Windows werden, also nicht nur PC und Smartphone, sondern auch VR-Brille, Xbox, 84-Zoll-Surface, Internet der Dinge und mehr …

Als Microsoft Ende Januar mit viel Tamtam endlich weitere Details über das kommende Windows 10 verriet, wurde zwar auch über neue Funktionen des Desktop-Betriebssystems gesprochen, doch andere Themen waren den Redmondern noch wichtiger: Sie verschenken Windows zumindest anfangs, zudem soll es künftig überall laufen. Also nicht nur auf Desktop-PCs, Tablets und Smartphones, sondern beispielsweise auch auf Spielkonsolen, im Internet der Dinge und in Wandtafeln. Es geht sogar mit der überraschend vorgestellten HoloLens, einer Brille, die die echte Welt mit virtueller Realität zusammenbringt. Zudem soll Windows auf allen Geräten stets auf dem gleichen aktuellen Funktionsstand sein, anstatt nur alle paar Jahre in großen Sprüngen neue Funktionen zu bekommen. Microsoft nennt das „Windows as a Service“. Um das auch sprachlich umzusetzen, bezeichnet Microsoft alles nur noch als Windows. Auf den Smartphones läuft Windows statt Windows Phone, die Xbox wird Teil der Windows-Welt und selbst die VR-Brille HoloLens ist irgendwie Windows. Microsofts Chef Satya Nadella verfolgt damit ein wahrlich großes Ziel: Er möchte, dass die Nutzer Windows nicht mehr einfach nur brauchen, sondern es wollen und sogar lieben.

Dieser Beitrag analysiert, was Microsofts Pläne für die Anwender bedeuten und was vom Upgrade-Geschenk zu halten ist. Der nachfolgende Artikel auf Seite 54 untersucht die aktuelle Vorabversion von Windows 10: Er zeigt, welche Neuerungen drin stecken und welche noch fehlen, zudem gibt er Tipps, wie Sie die Vorabversion gefahrlos ausprobieren können. Der Artikel auf Seite 58 widmet sich der wohl coolsten unter den Ankündigungen: der HoloLens-Brille. Der Artikel auf Seite 60 beschreibt, was von Spielkonsole bis Wandtafel sonst noch alles Windows wird.

„Mobile Experience“

Microsoft will Windows vorbereiten für eine Welt, in der die Anzahl der Geräte die Zahl der Menschen übersteigt. Das Ziel: Nachdem die Geräte immer mobiler wurden, soll nun das „Benutzererlebnis“ mobil werden. Wenn man vom Desktop-PC zum Smartphone oder Tablet wechselt, soll man künftig einfach da weitermachen können, wo man gerade aufgehört hat. Die Daten sollen von allen Geräten aus gleichermaßen verfügbar sein, alle wichtigen Anwendungen überall vorhanden und die Einstellungen synchron sein. Verknüpft werden die Geräte mit dem Microsoft Account, synchronisiert wird via OneDrive.

Als erste Beispiele für solch geräteübergreifendes Arbeiten nannte Microsoft die digitale Assistentin Cortana, aber auch Skype, Outlook, Xbox lLive und den Windows Store. Ein weiterer Baustein ist „Continuum“, die Anpassung der Bedienung auf 2-in-1-Geräten beim Wechsel von Maus- zur Touch-Bedienung.

Microsoft ist sich durchaus bewusst, dass Mobile Experience hohe Anforderungen an den Datenschutz stellt. Windows-Chef Terry Myerson betonte immer wieder, dass man hart daran arbeite, dass die Kunden Windows vertrauen können. Details zur „Hardware-basierten Sicherheit“ wurden kaum verraten. Cortana immerhin soll nicht nur lernen, sondern auch wieder vergessen können.

„Windows as a Service“

Damit die Mobile Experience Wirklichkeit werden kann, müssen alle Windows-Geräte auf dem gleichen Stand sein – würden neu eingeführte Funktionen beispielsweise nur auf dem Smartphone, aber nicht auf dem Desktop zur Verfügung stehen, wäre die Mobile Experience schnell ruiniert. Also muss Microsoft neue Funktionen künftig auf allen Geräteklassen gleichzeitig zur Verfügung stellen. Und das soll möglichst schnell geschehen: Die Anwender, so Microsofts Marketing, erwarte ein „kontinuierlicher Strom an Innovationen“.

Dass Windows zu „Windows as a Service“ wird, soll künftig wie bei Internet-Diensten dazu führen, dass niemand mehr nach Versionsnummern fragt. Bei einem Online-Mail-Dienst oder einer Suchmaschine interessiert sich niemand für Versionen, neue Funktionen werden eingebaut, sobald sie fertig sind, und stehen dann sofort allen Nutzern zur Verfügung. Und so soll es bei Windows auch passieren. Die Infrastruktur existiert schon lange: die automatischen Updates.

Kostenlos(?)

Im ersten Jahr will Microsoft Windows 10 an alle Besitzer von Windows 7, 8.1 und Phone 8.1 kostenlos abgeben. Die Enterprise-Versionen sind ausgenommen. Die Lizenz gilt anschließend für die Lebenszeit des Geräts, auf dem sie installiert ist, sie wird also nicht nach einem Jahr in ein Abo umgewandelt oder anderweitig kostenpflichtig. Denkbar ist aber auch, dass man vor dem Download zustimmen muss, dass die neue Version die alte ersetzt. Damit könnte Microsoft so manche bislang unbegrenzt gültige Lizenz plötzlich an die Lebenszeit der Hardware koppeln. Lesen Sie also, wenn es so weit ist, vor dem Download die Lizenzbestimmungen gut durch, denn da sie (anders als bei einer erst bei der Installation sichtbaren EULA) bereits vor dem Download bekannt sind, wären sie rechtlich wirksam, wenn Sie zustimmen.

Der Umstieg von Windows 7, 8.1 und Phone 8.1 auf das neue Windows, so verspricht Microsoft, erfordert keine Neuinstallation. Er soll als Upgrade-Installation gelingen, bei der alle Daten, Anwendungen und Einstellungen erhalten bleiben. ...

Sie möchten wissen, wie es weitergeht?

Als c't-Plus-Abonnent gratis lesen

Anmelden als c't-Plus-Abonnent

Kommentare

Anzeige