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ARMs zweite 64-Bit-Runde

Schneller und zugleich sparsamer: Nicht weniger verspricht ARM für den neuen 64-Bit-Prozessorkern Cortex-A72 und dessen Grafikpartner Mali-T880 – technische Details gibt es jedoch noch nicht. Vermutlich wird es den Cortex-A72 mit ein bis vier Kernen geben, die mit bis zu 2,5 GHz takten. ARM vergleicht den A72 nicht direkt mit seinen ARMv8-Vorgängern Cortex-A53 und -A57, sondern mit dem noch 32-bittigen Cortex-A15, der in vielen aktuellen High-End-Smartphones steckt. Gegenüber dem A15 soll der neue Kern 3,5-mal so schnell sein, bei nur einem Viertel der elektrischen Leistungsaufnahme. Das hört sich erst einmal toll an, ist aber interpretationsbedürftig:

Erstens vergehen zwischen der Vorstellung neuer ARM-Kerne und deren Marktdebüt in Geräten einige Jahre. Der Cortex-A15 hat mittlerweile vier davon auf dem Buckel und wird noch mit 28-nm-Strukturen hergestellt. Chips mit Cortex-A72 sollen laut ARM erst 2016 auf den Markt kommen, dann mit 16-nm-FinFET-Technik von TSMC. Laut ARM halbiert alleine das Processor Optimization Package (PoP) für den 16-nm-Prozess den Energiebedarf verglichen mit einem 28-nm-Prozess.

Zweitens betrachtet ARM die „Sustained Performance“ in dem nicht näher bezifferten Power-Budget eines Smartphones. Das ist zwar durchaus praxisrelevant, lässt den für sein hitziges Temperament berüchtigten Cortex-A15 aber besonders schlecht dastehen. Dem würde ein Vergleich der Spitzenperformance viel besser liegen.

Einen mit 20-nm-Strukturen gefertigten Cortex-A57 ordnet ARM übrigens in puncto Performance und Effizienz zwischen Cortex-A15 und -A72 ein, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Der einst als Juniorpartner für den A57 entworfene Cortex-A53 soll auch dem Cortex-A72 als Stromsparer zur Seite stehen und die Leistungsaufnahme noch einmal um 40 bis 60 Prozent drücken.

Noch dürftiger sind die Angaben zur neuen Grafikeinheit Mali-T880. Die soll per „TrustZone Secure Video Path“ 4K-Kinofilme vor Raubkopien schützen, 1,8-mal schneller und dabei 40 Prozent sparsamer sein als ARMs erste Mali-Grafikkerne für 64-Bit-Smartphones und Tablets namens Mali-T760. Den Vergleich zur neueren Mali-T800-Serie scheut ARM (noch). Das neue SoC-Rückgrat soll CoreLink CCI-500 heißen, gegenüber dem Vorgänger CCI-400 die Bandbreite verdoppeln und so fit für Video-Auflösungen jenseits der 4K sein. Außerdem steigt die Speicherperformance um 30 Prozent. (bbe@ct.de)

USB-3.0-Oszilloskop

Den USB-Oszilloskopen der PicoScope-Serie 3000D verordnet Meilhaus eine klare Arbeitsteilung: Um die Datenerfassung kümmert sich die kleine Box, die Darstellung und Auswertung übernimmt eine Software auf dem PC. Je nach Modell puffern die PicoScopes erst einmal 64 bis 512 MSamples lokal und übertragen sie dann per USB 3.0 mit SuperSpeed an den PC. Die Abtastrate beträgt bis zu 1 GSample/s, die analoge Bandbreite der zwei bis vier Kanäle liegt bei 50 bis 200 MHz. Außerdem gibt es noch Mixed-Signal-Varianten, die zusätzlich 16 digitale Kanäle überwachen. Auf Wunsch erzeugt ein interner Wellengenerator nahezu beliebige Signalformen.

Pfiffig ist die Option, den lokalen Speicher zu segmentieren, um so aus 50 000 Abtastungen bis zu 10 000 einzelne Wellenformsegmente herauszupicken. Dazu kann man die Trigger so konfigurieren, dass sie bei wiederkehrenden Signalen – etwa Datenpaketen – immer einen bestimmten Abschnitt überwachen und uninteressante Lücken dazwischen überspringen. Dafür gibt es neben den klassischen Triggermodi auch welche für Impulsbreite, Intervall, Fenster, Ebenen-Aussetzer, Fenster-Aussetzer, Runt-Impuls, variable Hysterese und Logik.

Die PC-Software kann nicht nur die Signale der einzelnen Kanäle darstellen oder miteinander verrechnen, sondern auch ihr Spektrum analysieren, Maskengrenzen prüfen und filtern sowie serielle und parallele Protokolle dekodieren. Dazu zählen unter anderem I2C, UART, SPI, CAN-Bus, LIN, FlexRay und I2S.

Wer will, kann all das über ein Software Development Kit auch in eigene Software für Windows XP bis 8 integrieren. Beispielprogramme liefert Meilhaus für C, C++, Excel, Labview und Matlab. Für Linux und Mac OS X gibt es immerhin schon eine Beta-Version des SDK und für die Bastelplattformen Beaglebone Black und Raspberry Pi Beta-Treiber. Beide haben übrigens kein USB 3.0, sodass man dort auf USB 2.0 zurückgreifen muss.

Mit zwei 50-MHz-Kanälen kostet die Basisversion PicoScope 3203D rund 500 Euro, das Topmodell PicoScope 3406D/MSO mit vier Kanälen, 200 MHz analoger Bandbreite und 16 digitalen Eingängen liegt bei 2150 Euro. (bbe@ct.de)

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