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CeBIT 2015: Volle Business-Ausrichtung

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Nach dem Hin und Her der vergangenen Jahre – mal Business, mal Consumer, mal alles zusammen – findet die CeBIT in diesem Jahr zum zweiten Mal mit einer reinen Business-Ausrichtung statt. Partnerland der Messe ist China, das bevölkerungsreichste Land der Welt.

Im Mittelpunkt der CeBIT 2015 steht die Wirtschaft, und zwar die digitale. Die CeBIT-Macher stellen die Messe daher unter das Kunstwort d!conomy, eine Wortschöpfung aus „digital“ und „economy“. Die Veranstalter wollen damit die Digitalisierung und die rasante Veränderung von Wirtschaft und Gesellschaft in den Fokus rücken. CeBIT-Chef Oliver Frese sagte dazu, dass alle Unternehmen, und zwar egal welcher Branche, die Digitalisierung ihrer Prozesse und ihrer Produkte, genauso aber auch ihrer Geschäftsmodelle in ihre eigene strategische Agenda aufnehmen müssten. Sie sollten sich ganzheitlich im Management damit beschäftigen – und zwar in allen Hierarchieebenen und in allen Abteilungen.

Laut Frese folgt jetzt – nach der Erfindung des PC und der Vernetzung aller Anwender durch das Internet – die dritte Welle der Digitalisierung. Nun werden Services und Produkte smart: Bezahlen mit dem Smartphone, Übernachtungen per AirBnB buchen, per App Kaffee ordern oder in einer fremden Stadt ein Fahrrad leihen. Das Internet der Dinge verändert die Art und Weise, wie wir leben. Dazu stellt sich auch die Industrie auf das Internet der Dinge ein. In diesem Zusammenhang fällt in Deutschland häufig das Schlagwort Industrie 4.0. Auch die Unternehmen vernetzen sich immer mehr, vor allem in der Produktion.

CeBIT 2.0

Auch im zweiten Jahr der „neuen“ CeBIT ist sie nach Angaben von Frese ein bisschen weniger laut und weniger bunt als andere Messen, sie habe aber eine deutlich größere wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Bedeutung. Er verwies dazu noch einmal auf das Internet der Dinge. Zwar werde man auf der CeBIT kaum zugehörige Produkte sehen, aber man werde sich über die technische Infrastruktur informieren können – und vor allem über die Milliardeninvestitionen, die die Vernetzung der Gadgets erst möglich machen.

Die im vergangenen Jahr erstmals verfolgte reine Business-Ausrichtung der CeBIT scheint bei den Ausstellern jedenfalls gut anzukommen. Einige Unternehmen vergrößern ihre Stände, darunter HP, Huawei, Intel, Samsung und ZTE, andere kehren nach einigen Jahren Abwesenheit wieder auf die CeBIT zurück. Dazu gehören Alcatel Lucent, Konica Minolta und Rittal. Erstmals auf der CeBIT vertreten ist der Elektroauto-Pionier Tesla, und ehemals branchenfremde Unternehmen wie der Landmaschinenhersteller Claas sind ebenfalls dabei.

CeBIT 2.0 heißt aber nicht, dass bewährte Bereiche entfallen. Zu den Standards gehören Digital Business Solutions, Sicherheit, Forschung & Entwicklung sowie Netzwerktechnik. Dazu stellen Unternehmen aus den Bereichen ECM, ERP, CRM und BI ihre Produkte aus. Neu ist der Bereich DataCenterDynamics@CeBIT, der eine zusätzliche Eintrittskarte erfordert.

Nach Angaben der Veranstalter wird die CeBIT 2015 größer als die CeBIT des vergangenen Jahres, genaue Angaben zur Anzahl der Aussteller gab es ebensowenig wie zur Ausstellungsfläche. 2014 waren rund 210 000 Besucher auf der CeBIT, Schätzungen zur Besucherzahl in diesem Jahr hat die Messe AG ebenfalls nicht veröffentlicht.

CeBIT Global Conferences

Die CeBIT ist schon lange keine Neuheiten-Show mehr. Ein wichtiger Teil der Veranstaltung sind dagegen die Konferenzen geworden, im Messe-Jargon CeBIT Global Conferences genannt. In diesem Jahr werden dort unter anderem Investigativ-Journalist und NSA-Enthüller Glenn Greenwald, Xiaomi-Chef Lei Jun, Better-Place-Gründer Shai Agassi und der Bestseller-Autor Jeremy Rifkin sprechen. Rocksänger Peter Maffay präsentiert auf der Konferenz sein neues ProjektTabaluga SOS, über das Kinder im Notfall per App Hilfe rufen können. Tickets sind ab 600 Euro erhältlich.

Partnerland China

Das Partnerland der CeBIT 2015 ist China. Mehr als 600 Unternehmen aus dem Reich der Mitte stellen in diesem Jahr hier aus. Darunter befinden sich bekannte Namen wie BenQ, Huawei, Lenovo und ZTE, die meisten aber dürften deutschen Verbrauchern unbekannt sein. Merken sollte man sich vor allem Xiaomi: Der erst vor fünf Jahren gegründete Smartphone-Hersteller ist in China bereits Marktführer, eine Expansion auf den europäischen Markt wurde bislang nicht signalisiert. Betrachtet man nur die Verkaufszahlen, steht das Unternehmen im internationalen Vergleich dennoch deutlich vor Motorola oder Sony. Da wundert es kaum noch, dass der hierzulande eher unbekannte Xiaomi-Chef Lei Jun einer der Top-Sprecher auf den CeBIT Global Conferences ist. Einen eigenen Stand hat Xiaomi auf der CeBIT jedoch nicht.

Chinas Wirtschaft wächst und wächst; und das in den vergangenen Jahren zweistellig. Zwar lag das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr nur noch bei 7,4 Prozent – dem schlechtesten Wert seit 1990 –, und der Internationale Währungsfond (IWF) prognostiziert für 2015 ein Konjunkturplus von nur noch 6,8 Prozent. Doch das schreckt die chinesische Führung nicht. Sie will Chinas Geschäftsmodell ändern: weg von der durch die billigen Arbeitskräfte getriebenen Exportwirtschaft, hin zu einer Konsum- und Dienstleistungsgesellschaft. Laut dem IWF hat China die USA als Spitzenreiter bei der internationalen Wirtschaftsleistung Ende vergangenen Jahres bereits abgelöst.

Zur Eröffnung der CeBIT 2015 am Vorabend des ersten Messetags sind zwei hochrangige chinesische Vertreter anwesend: der stellvertretende chinesische Ministerpräsident Kai Ma und Jack Ma, der Gründer und CEO des chinesischen Online-Riesen Alibaba. Zu den weiteren Rednern gehören traditionell die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und der Bitkom-Chef Prof. Dieter Kempf.

Messe in der Messe

Parallel zur CeBIT findet Dienstag bis Donnerstag eine weitere Messe statt: Die PSI Promotion World. Diese Plattform für die Werbebranche war seit einigen Jahren bei der Hannover Messe angesiedelt, auf Wunsch der Aussteller läuft sie in diesem Jahr im Rahmen der CeBIT. In Zukunft soll sie im jährlichen Turnus zwischen den Messen wechseln.

Die Messegesellschaft erwartet hier rund 100 Aussteller, in den vergangenen Jahren fanden rund 10 000 Besucher den Weg zur PSI Promotion World. Der Eintritt ist mit dem CeBIT-Ticket möglich. (ll@ct.de)

Heise auf der CeBIT

Unseren Stand finden Sie in diesem Jahr in Halle 6, A18. Dort können Sie eine rasante Achterbahnfahrt in 3D wagen, in einer Virtual-Reality-Brauerei eine eigene Fassbrause anrühren und wie in den Vorjahren ihren PGP-Schlüssel zur Zertifizierung durch die c’t-Kryptokampagne abgeben. Wenn Sie noch keinen PGP-Schlüssel zur abhörsicheren E-Mail-Kommunkation haben, können Sie ihn dort erzeugen. Vergessen Sie bitte Ihren Personalausweis nicht.

c’t live

Täglich um 16 Uhr läuft die Heise-Show. Hier diskutieren der stellvertretende c’t- und heise-online-Chefredakteur Jürgen Kuri und der Moderator Philip Banse mit verschiedenen Gästen über aktuelle Themen, aber auch über skurrile Fundstücke vom Gang über das Messegelände. Wir streamen die Heise-Show ab 16 Uhr live ins Internet, später sind die einzelnen Folgen auch in unserem YouTube-Kanal und auf heise online abrufbar. Am Donnerstag zeichnen wir dort live um 14 Uhr c’t uplink auf, den Podcast aus Nerdistan.

Der Heise Zeitschriften Verlag beteiligt sich erneut an der Security Plaza in Halle 6. Hier berichten Experten von renommierten Security-Unternehmen in halbstündigen Vorträgen über brisante Sicherheitslücken – und wie man sie schließen kann. In Halle 11 gibt es in diesem Jahr erstmals ein Forum für Entwickler: die Developer World, die zusammen vom Heise Zeitschriften Verlag und der CeBIT organisiert wird.

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