Einladung zum Hotspot

WLAN ohne Risiko teilen – mit Freunden, Gästen oder Kunden

Test & Kaufberatung | Kaufberatung

Ein kostenloser WLAN-Zugang ist ein preiswertes Geschenk, das Kunden und Gäste glücklich macht. Die Freigabe des eigenen WLAN birgt für Gewerbetreibende wie Privatleute zwar erhebliche rechtliche und technische Risiken, spezialisierte Anbieter nehmen dem Kunden diese Sorge aber ab und bieten unterschiedliche Lösungen für das Problem an.

Deutschland ist ein WLAN-Entwicklungsland. Im Vergleich zu anderen Ländern gibt es hierzulande nur wenige Hotspots pro Kopf der Bevölkerung. Das liegt an einer Besonderheit der deutschen Rechtslage: Wer sein WLAN Fremden öffnet, muss wegen der Störerhaftung zivilrechtlich auch für das geradestehen, was Mitnutzer damit treiben (siehe S. 124). Die Angst vor unübersehbaren Kosten hält viele Privatleute und Gewerbetreibende davon ab, einen eigenen Hotspot anzubieten.

Video: Nachgehakt

Gäste und Kunden hingegen schätzen kostenlose WLAN-Hotspots, die ihr Mobilfunk-Datenvolumen schonen und bei Bedarf den zügigen Download größerer Dateien erlauben. Außerdem saugt der WLAN-Betrieb weniger am Akku. Wer in einem Hotel oder einer Pension übernachtet, möchte ohne Blick auf den Volumenzähler surfen oder auch mal YouTube oder einen Online-Videodienst mit dem Tablet nutzen, im Restaurant oder Café Mails checken und den Facebook-Status prüfen.

Das Passwort für das eigene WLAN an Gäste herauszugeben ist für einen Anschlussinhaber nicht nur rechtlich, sondern auch technisch ein riskantes Unterfangen. Die Gäste erhalten damit nicht nur Zugriff auf den Internet-Anschluss, sondern möglicherweise auch auf das interne Netz und alle daran angeschlossenen Geräte. Jugendliche wissen oft noch nicht, wo die Grenze zwischen einem harmlosen Streich und einem größeren Schaden verläuft, wenn sie sich an Geräten in fremden Netzen zu schaffen machen. Außerdem besteht immer die Gefahr, dass ein Gast versehentlich Ungeziefer einschleppt und übers Netz verbreitet.

Einige Firmen haben diese Marktlücke erkannt und bieten Kunden- und Gäste-Hotspots an, die zwar ebenfalls den Internet-Zugang des jeweiligen Unternehmens nutzen, intern aber keinen Zugriff aufs Hausnetz gewähren. Wir haben in der Tabelle auf Seite 118 eine Auswahl an Angeboten für kleine Gewerbetreibende und Selbstständige zusammengetragen, die einen sicheren Zugang versprechen. Sie alle arbeiten mit einem eigenen Router und einem oder mehreren daran angeschlossenen WLAN-APs. Der Router ist in den meisten Fällen per VPN mit den Systemen des Providers verbunden, der Übergabepunkt ins öffentliche Netz liegt also dort.

Der Datenverkehr vom Router ins Internet läuft bei solchen Angeboten intern über ein vom restlichen Hausnetz getrenntes logisches Netzwerk. Dabei können sich die Geräte der Kunden bei vielen Systemen aber gegenseitig sehen. Lediglich „Mein Hotspot“ und Hotsplots werben mit einer Client Isolation, die verhindert, dass sich die Geräte der Gäste untereinander im Netzwerk verbinden können. Das zwingt sie dazu, Daten bei Bedarf entweder über einen Cloud-Dienst oder physisch per Datenträger zu tauschen.

Externe Adresse

Bei den meisten hier vorgestellten Angeboten werden die Verbindungen zumindest optional per VPN über den jeweiligen Hotspot-Provider geführt und erhalten eine externe IP-Adresse aus dessen Pool. Kommt es also tatsächlich zu Urheberrechtsverletzungen oder sonstigen Straftaten, werden sich Ermittler oder Anwälte zunächst einmal an den Provider wenden, der als Anbieter fungiert. Der Betreiber vor Ort bleibt außen vor.

Eine Ausnahme bildet „d e r hotspot“: Hier surft der Kunde stets unter der öffentlichen IP-Adresse des jeweiligen Hotspot-Standorts. Erster Ansprechpartner bleibt also der Inhaber des Internetanschlusses. Der Hotspot-Provider sagt für einen Aufpreis vertraglich zu, Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit der Internetnutzung am Hotspot zu übernehmen.

In der Praxis spielt die verfügbare Bandbreite eine eher untergeordnete Rolle, solange die Gäste mit ihren Mobilgeräten auf zeitunkritische Inhalte zugreifen. Sobald sie telefonieren oder Videos betrachten wollen, kann es eng werden, wenn mehrere Nutzer um zu knappe Bandbreite konkurrieren. Die Anbieter berichten indessen, dass ihre per VPN angebundenen Kunden bereits mit wenigen MBit/s zufrieden sind und nur ganz vereinzelt nach einer Aufstockung der Bandbreite fragten.

Eine Beschränkung der Bandbreite für Gäste hat obendrein den angenehmen Nebeneffekt, dass der eigene Zugang nicht zu stark ausgebremst wird. Je nach Nutzung sollte man darauf achten, dass genug Restbandbreite für alle Anwendungen verbleibt. Echtzeitanwendungen wie Telefonie oder Online-Spiele leiden auf jeden Fall, wenn der Anschluss auch nur teilweise belegt ist. Viele der hier vorgestellten Systeme erlauben zusätzlich, eine Beschränkung pro User festzulegen. Das verhindert zuverlässig, dass ein einzelner Powersauger den Zugang für alle Mitnutzer verlangsamt.

Viele Anbieter bieten die Möglichkeit, mehrere vorhandene Internetanschlüsse per Load Balancing zu bündeln und die Bandbreite damit zu erhöhen. Das ist insbesondere in Gegenden sinnvoll, wo nur langsame DSL-Anschlüsse verfügbar sind. ...

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c't 07/2015, Seite 116 (ca. 5 redaktionelle Seiten)
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  1. Externe Adresse
  2. Der Weg ins Internet
  3. Likes als Bezahlung
  4. Schnell eingeloggt
  5. Funkversorgung
  6. Kostenlose Alternativen
  7. Freifunk
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  6. Kostenlose Alternativen
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