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Neue Router mit 11ac-Turbo

Als Neuheit für WLAN-Basen tritt auf der CeBIT 2015 die Technik namens Multi-User MIMO, kurz MU-MIMO ins Rampenlicht. Mit ihr versorgen Router gleich mehrere Clients simultan mit individuellen Datenströmen nach dem IEEE-Standard 802.11ac im 5-GHz-Band. Bisher kommunizieren Router nur nacheinander mit angebundenen WLAN-Geräten (Round-Robin). Dabei erhalten sie abwechselnd Datenhäppchen, zwischendurch müssen sie jedoch warten. Dank MU-MIMO steuern Router bis zu vier Clients simultan und kontinuierlich an. Die Hersteller fassen die Funktion unter dem Begriff 802.11ac Wave 2 zusammen, was einen neuen Standard suggerieren könnte. Tatsächlich handelt es sich bei MU-MIMO jedoch um eine Option der 802.11ac-Spezifikation.

AVM aus Berlin stellt im Zuge des MU-MIMO-Trends die Fritzbox 4080 vor, TP-Link aus Shenzhen in China kontert mit dem Archer C2600. Die Fritzbox 4080 steuert einen einzelnen Client im 5-GHz-Band über vier unabhängige Datenströme mit bis zu 1733 MBit/s brutto an (4-Stream-MIMO). Wie viele WLAN-Geräte sie per MU-MIMO simultan versorgt, will AVM erst auf der CeBIT bekanntgeben. Denkbar sind vier Clients à 433 MBit/s. Im 2,4-GHz-Band bringt sie es auf 800 MBit/s brutto, falls die Gegenstelle die in diesem Band nicht standardisierte Modulation QAM256 beherrscht. Andernfalls gelingen Verbindungen mit maximal 600 MBit/s brutto gemäß IEEE 802.11n. AVM verzichtet bei der Fritzbox 4080 erstmals auf ein integriertes Modem, stattdessen spendiert der Hersteller einen Gigabit-WAN-Port und vier Gigabit-LAN-Anschlüsse. Das Gerät soll im Laufe des Jahres auf den Markt kommen.

In TP-Links Router Archer C2600 arbeitet der Qualcomm-VIVE-Chipsatz. Das Gerät versorgt einen einzelnen Client im 5-GHz-Band mit maximal 1733 MBit/s brutto gemäß IEEE 802.11ac. Im MU-MIMO-Betrieb soll es bis zu drei Clients parallel mit je 433 MBit/s brutto anbinden. Einen vierten Stream nutzt der Router laut Herstellerangaben, um die Übertragung der drei anderen zu verbessern. Hierbei könnte es sein, dass er die drei empfangsstärksten der vier Antennen auswählt (Diversity). Im 2,4-GHz-Band erreicht er 800 MBit/s brutto unter Einsatz von QAM256 oder 600 MBit/s nach IEEE 802.11n. Er stellt Geräte wie Drucker oder Speichermedien über zwei USB-3.0-Anschlüsse im Netzwerk zur Verfügung. Der Breitband-Router besitzt einen Gigabit-WAN-Port und vier Gigabit-LAN-Anschlüsse. Er soll im zweiten Quartal erscheinen. (fkn@ct.de)

AVM: Halle 13, C48

TP-Link: Halle 14, H62

Aufpoliert: Kleine Router-Verbesserungen

Viprinet ergänzt seine Multi-WAN-Router per Firmware-Update um „Distributed Forward Error Correction“. Mit dieser Technik empfangen die Geräte etwa Video-Datenströme von mehreren Quellen redundant. Kommt es bei einer Verbindung zu Paketverlusten, so bezieht der Router die fehlenden Daten von der anderen Leitung. Auf diese Weise lassen sich mehrere unzuverlässige Leitungen, etwa Mobilfunkverbindungen, zu einem stabilen Verbund zusammenschließen. Zusätzlich präsentiert Viprinet mehrere WAN-Module, darunter etwa eines für LTE-Advanced, das derzeit in Finnland zum Einsatz kommt.

Lancom spendiert seinen VPN-Routern mit dem Update auf das Betriebssystem LCOS 9.10 eine eigene Certification Authority. Das soll es auch weniger erfahrenen Nutzern erleichtern, ihre VPN-Verbindung mit Zertifikaten abzusichern. Der Release-Candidate soll zur CeBIT fertig werden. (fkn@ct.de)

Lancom: Halle 13, C28

Viprinet: Halle 5, B28; Halle 13, D27

Telefonanlagen für All-IP-Anschlüsse

Spätestens seitdem die Telekom das ISDN-Aus für 2018 angekündigt hat, kommt kein Hersteller von Telefonanlagen mehr an Voice-over-IP vorbei. Auerswald und Nfon präsentieren daher Tk-Anlagen, die den ISDN-Umstieg erleichtern sollen.

Die Auerswald Compact 4000 lässt sich über zwei Erweiterungskarten simultan mit Anschlüssen für VoIP und klassische Telefonleitungen bestücken. Im Vollausbau stellt sie bis zu acht Verbindungen per VoIP und maximal 10 Verbindungen über 3×2 ISDN-Leitungen und 4× Analog-Leitungen her. Intern verwaltet sie maximal 16 Teilnehmeranschlüsse: Maximal acht dienen für VoIP, an den anderen hängen je nach Bestückung analoge oder ISDN-Telefone. VoIP-Gespräche verschlüsselt die Anlage optional per SRTP. Sie soll zur CeBIT auf den Markt kommen.

Nfon will seinen Kunden den Umstieg von ISDN auf VoIP mit einem Adapter für UP0-System-Telefone erleichtern. Die Ncloudbox+ soll bis zu vier Geräte auf einmal ins Netzwerk einbinden und so über die Cloud-Telefonanlage von Nfon telefonieren lassen. Das erste angeschlossene Telefon kostet einmalig rund 50 Euro, der Preis für weitere Telefone soll niedriger liegen. Genauere Preise sollen zur CeBIT folgen. Später will Nfon eine Rack-Variante des Adapters mit 24 Anschlüssen nachliefern. Schon das kleine Gerät lässt sich mit bis zu vier Geräten wie Smartphones und Tablets per Bluetooth koppeln (Peering). Hierdurch greift es etwa auf Kontakte zu. Zudem lassen sich auch Gespräche von Mobilgeräten aus starten. Die Ncloudbox+ erhält man nur, wenn man eine Nebenstelle in der Tk-Anlage von Nfon bucht. Alternativ zieht der Anbieter eine ganze Telefonanlage in die Cloud über den eigenen SIP-Trunk um. Pilotkunden sollen die Ncloudbox+ noch im ersten Quartal erhalten. (fkn@ct.de)

Auerswald: Halle 13, C39

Nfon: Halle 13, C58

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