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Rechenzentren: Schlüsselfertig und ganz klein

Der größte Teil der CeBIT-Messehalle 12 ist Rechenzentren gewidmet. Die Firma Rittal meldet sich mit einem großen Stand zurück, an dem sie unter anderem ihr modulares System Rimatrix S zeigt. Damit sollen sich quasi schlüsselfertige Rechenzentren leicht planen lassen – egal, ob es um den Einbau in einem vorhandenen Raum geht, um ein Raum-in-Raum-System oder um Containerbauweise.

Die Firma Infotech zeigt das Mobile Data Center MDC40, das alle nötigen Komponenten in einer einzigen Hülle vereint, die sich leicht transportieren lässt – sofern man bis zu 15 Tonnen bewegen kann. Das MDC40 benötigt lediglich Anschlüsse an Daten-, Strom- und Wasserleitungen. Sogar ein Dieseltank für bis zu 48 Stunden Betrieb des Stromgenerators ist an Bord und auf Wunsch auch eine Feuerlöschanlage.

Noch kleiner macht es proRZ: Das MiniDataCenter MDC 9.9 besteht bloß aus einem Schrank. Der aber hält einschlägige Vorschriften ein, etwa zum Feuerwiderstand oder zum Einbruchschutz. Auch, wer ein gewöhnliches Rechenzentrum (um)bauen möchte, findet in Halle 12 Ansprechpartner, nämlich Spezialfirmen wie die M&W Group.

Neu ist die DatacenterDynamics-Konferenz zum Thema Rechenzentren, die das Londoner Medienunternehmen DCD auf der CeBIT ausrichtet. Wer den in der Branche teilweise sehr bekannten Sprechern wie Cole Crawford vom Open Compute Project in Halle 12 lauschen möchte, braucht aber eine Tageskarte für 600 Euro oder eine Dauerkarte für 1000 Euro.

(ciw@ct.de)

DatacenterDynamics@CeBIT: Halle 12

Rittal: Halle 12, C33

Infotech: Halle 12, C27

proRZ: Halle 12, C24

Software-defined Storage

Als Storage-Größen sind IBM und Fujitsu auf der CeBIT vertreten, andere bekannte Marken wie EMC, Netapp, Hitachi, Dell und HP verzichten auf eigene Stände. Dafür treten jüngere Firmen mit spannenden Konzepten an, etwa das 2008 gegründete Unternehmen Nimble Storage mit All-Flash-Arrays (AFAs). Die teureren der „Adaptive Flash“-Geräte unterstützen außer iSCSI nun auch FibreChannel.

Auf enge Integration in VMware vSphere setzt die Firma Tintri, die beim Virtualisation & Storage Forum ausstellt. Die Software von Nexenta – vorinstalliert etwa auf Storage-Systemen von Eurostor – stellt NFS-Speicher für vSphere alias ESXi bereit.

IBM hat die neuen All-Flash-Arrays FlashSystem V9000 und FlashSystem 900 im Angebot. Beide arbeiten mit speziellen „MicroLatency“-Modulen, in denen eMLC-NAND-Flashes von Micron stecken. In der Pressemeldung vergleicht IBM das FlashSystem V9000 direkt mit der EMC XtremIO: Das IBM-Produkt soll bis zu viermal höhere Kapazität auf gleichem Raum bieten.

Ebenfalls neu bei IBM ist die Storage-Software Spectrum, von der zunächst Spectrum Accelerate erscheint. So lassen sich Funktionen der IBM-Storage-Systeme XIV auch auf vernetzten VMware-Servern mit jeweils lokalem Speicher nutzen und unter einheitlicher XIV-Oberfläche verwalten. (ciw@ct.de)

IBM: Halle 2, A10

Fujitsu: Halle 7, A28

Nimble Storage: Halle 2, A29

Nexenta bei Eurostor: Halle 2, D52

Virtualisation & Storage Forum: Halle 2, A44

Vom Mikroserver bis zum Mainframe

Besonders stark häufen sich die Server-Hersteller auf der CeBIT wieder in Halle 2. IBM und Huawei bauen mit die größten Stände auf. Seit dem Verkauf der x86-Sparte findet man bei IBM nur noch Power-Server und Mainframes; stärker im Vordergrund stehen Storage, Dienstleistungen und Partner-Angebote. Als Schauobjekt dürfte der neue Enterprise-Mainframe z13 ausgestellt sein.

Huawei ist eher für Netzwerktechnik und Telekommunikations-Infrastruktur bekannt, gehört aber zu den großen x86-Server-Herstellern. Der FusionServer X6800 im 4-HE-Format nimmt bis zu acht Server-Module in einem proprietären Format auf. Außer bei Huawei findet man klassische x86-Server vor allem auch bei Fujitsu in Halle 7. Hier soll auch der Prototyp eines „Disintegrated“ Servers zu sehen sein, bei dem Compute- und I/O-Module über optisches PCI Express verknüpft sind. Das Konzept ist allerdings nicht neu, sondern wurde schon auf dem Open Compute Summit Anfang 2013 angekündigt.

In Halle 2 finden Sie Server-Barebones und -Mainboards von Asrock Rack und Supermicro. Mal sehen, ob es schon Produkte mit dem kommenden Xeon D zu sehen gibt: Dieses System-on-Chip (SoC) mit dem Codenamen Broadwell-DE für Server soll zwei bis acht CPU-Kerne mit vielen PCIe-3.0-Lanes, einer integrierten Southbridge und einem Speicher-Controller für bis zu 128 GByte ECC-RAM vereinen. Man munkelt von einer Leistungsaufnahme zwischen 20 und 45 Watt und einem eingebauten 10-Gigabit-Ethernet-Controller – das SoC zielt ganz offensichtlich auf die 64-Bit-ARM-Konkurrenten.

Zu den Server-Trends gehören „hyperkonvergente“ Systeme, die Prozessoren, RAM und eine gewisse Portion Storage vereinen und via Hypervisor und angepasster Storage-Software nutzbar machen. Appliances, also fertige Maschinen mit VMware EVO:RAIL als Kombination aus vSphere/ESXi und VSAN haben mehrere Server-Hersteller im Angebot, auf der CeBIT sind Fujitsu und Supermicro vertreten. Schon vor EVO:RAIL brachten Simplivity und Nutanix hyperkonvergente Systeme auf den Markt. (ciw@ct.de)

Asrock Rack: Halle 2, C54

IBM: Halle 2, A10

Fujitsu: Halle 7, A28

Huawei: Halle 2, B30

Nutanix: Halle 2, B29

Simplivity bei Indevis: Halle 6, B16

Supermicro: Halle 2, D52 (C58)

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