Crypto Wars 3.0

Der Staat und die Angst vor der Verschlüsselung

Wissen | Hintergrund

Seit Snowden hat allgegenwärtige Verschlüsselung wieder Aufwind und der Überwachungsstaat sieht seine Felle davonschwimmen. Eine Lösung wäre, den Nutzern die funktionierende Verschlüsselung zu verbieten. Kann das funktionieren?

Einige Debatten in der digitalen Welt sind Untote, die sich alle paar Jahre neu erheben. Die Vorratsdatenspeicherung ist eine solche Debatte, der Ruf nach einer Beschränkung der Verschlüsselung eine andere. Die Argumente haben sich seit den Crypto Wars Ende der neunziger Jahre nicht geändert, nur die Welt ist mittlerweile eine andere geworden. Auf der einen Seite stehen die Geheimdienste und Polizeien, die für sich beanspruchen, alle digitale Kommunikation mitlesen und alle gespeicherten Daten entschlüsseln zu können – im Namen der Sicherheit. Auf der anderen Seite stehen Bürger und Wirtschaft, die keine Hintertüren in den Verschlüsselungsprodukten akzeptieren wollen, mit denen unsere digitale Welt gesichert wird.

Die letzten Crypto Wars endeten in Deutschland mit den bis heute gültigen Eckpunkten deutscher Krypto-Politik, einem Bekenntnis des Staates zu starker, allgemein verfügbarer Verschlüsselung als Garant für Bürgerrechte und eine leistungsfähige und sichere digitale Wirtschaft. Diese Eckpunkte wurden im Juni 1999 vom Bundeskabinett aufgestellt. Im Rest der Welt gestaltete sich die Lage ähnlich, Softwareimplementierte Verschlüsselung wurde de facto frei verfügbar und unbeschränkt. ...

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