Speicher-Standards

Dokumente im passenden Format austauschen

Wissen | Know-how

Glaubt man den Office-Herstellern, ist es völlig egal, ob man seine Briefe als DOC, DOCX oder ODT speichert – jede Suite kommt mit jedem Format klar. Und die Erde ist eine Scheibe.

Wer eine Einladung als E-Mail-Anhang erhält, wird die wohl kaum editieren wollen. Deshalb verschickt man sie am besten als PDF: Das lässt sich mit jeder aktuellen Office-Suite erzeugen, ist layoutgetreu und sieht auf jedem PDF-Betrachter gleich aus. Wenn aber der Chef einen Vertragsentwurf redigieren soll, möchte er das Werk in seiner Textbearbeitung öffnen und überarbeiten. Für diese Situation stellen sich die angestammten Formate der Office-Suiten zur Wahl.

Microsoft Office fragt beim ersten Start nach der Installation, ob man Dateien defaultmäßig im (aktuellen) Microsoft- oder im OpenDocument-Format abspeichern möchte. Libre- und OpenOffice verwenden als Default immer die OpenDocument-Formate. Unabhängig davon kann man seine Dateien mit „Speichern unter …“ in jeder gängigen Officesuite in einem Format der Wahl ablegen. Lediglich OpenOffice vermag – anders als LibreOffice – bislang keine Dateien in den neuen Microsoft-Formaten zu speichern. ...

So klappts auch beim Office-Wechsel

Wer viele Texte etwa per E-Mail erhält, könnte im Anhang auch einmal ein Dokument erhalten, das sich scheinbar nur mit dem Original-MS-Office lesen lässt. Wer dieses gar nicht hat, muss trotzdem nicht aufgeben:

 Lässt sich eine DOCX-Datei gar nicht mit Libre- oder OpenOffice öffnen, kann man sie ab Windows 7 mit MS Wordpad lesen und als DOC-Datei exportieren. Ursprünglich editierbare Formeln und eingebettete Bilder werden dabei aber nur statisch eingebettet.

 Tauft man zum Beispiel eine störrische DOCX-Datei zur ZIP-Datei um, werden die Inhalte als gepackte Ordnerstruktur zugänglich. Nach dem Auspacken kann man sich darin unter word/document.xml brockenweise die Texte des Originaldokuments herausklauben und findet eingebettete Bilder im Verzeichnis word/media.

 Benutzer von Linux und Libre- oder OpenOffice sollten über die Paketverwaltung ihrer Distribution sicherstellen, dass das Paket libreoffice-filter-binfilter beziehungsweise dessen (ebenfalls klein geschriebenes) libreoffice-Gegenstück installiert ist.

 DOCX- und XLSX-Dateien lassen sich im Block mit dem Konverterassistenten von Libre- oder OpenOffice nach ODT oder ODS umwandeln. Dieser Assistent fehlt in OpenOffice 4.0 – Abhilfe schafft ein Update auf Version 4.1.1.

 Wer Dokumente etwa an eine Behörde schickt, sollte darauf gefasst sein, dass dort noch mit MS Office 2003 gearbeitet wird, und kein OpenDocument-Format verwenden.

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Weitere Bilder

  • Zum Beispiel mit MS Word gesetzte mathematische Formeln erscheinen nur in Word druckreif ...
  • Nach dem Export als ODT-Datei gibt dieselbe Formel in LibreOffice ein etwas anderes Bild. Weitere Beispielbilder unten.
  • Umgetauft zum Zip-Archiv offenbart eine ODT-Datei eine ganze Ordnerstruktur mit Abteilen für die unterschiedlichsten Inhaltskategorien.
  • Im Datei-Dialog unter dem „Datei“-Ribbon-Tab von MS Word schlummert unter „Tools“ eine Auswahlliste unter anderem mit dem Eintrag „Allgemeine Optionen“. Im darüber zugänglichen Dialog kann man das zu speichernde Dokument pauschal gegen jeden Leseversuch sichern und zusätzlich mit einem anderen Passwort gegen Veränderungen. Letzteres bedeutet aber nur eine Willenserklärung, die durchaus nicht jedes andere Programm beherzigt.
  • Man setze das Häkchen „Ausführbarerer Code“ unter „Extras/Einstellungen/Laden/Speichern/VBA-Eigenschaften“ und schliefle das Dokument ...
  • Nach dem erneuten Öffnen lassen sich Makros im Dokument über „Extras/Makros/Verwalten/OpenOffice Basic“ schrittweise editieren und testen. Doch Vorsicht: Zuerst wird das crashen.
  • Diese Formel wurde in Word 2010 gesetzt und so erscheint sie in diesem Programm auch nach dem Speichern und Reimportieren als DOX- oder ODT-Datei.
  • So sieht die Formel aus Word aus, wenn man sie als DOCX-Datei gespeichert hat und mit LibreOffice Writer anzeigt.
  • ... oder mit OpenOffice Writer
  • Dieselbe Formel, von LibreOffice Writer gerendert aus einer DOC-Datei.
  • In OpenOffice Writer erscheint die DOC-Datei ganz genauso (und ebenso nach dem Reimport in Word 2010).
  • Speichert man die Formel in Word als ODT-DAtei, erscheint sie so in LibreOffice Writer.
  • Dieses Erscheinungsbild macht OpenOffice Writer aus der ODT-gespeicherten Formel.
  • Dies ist das Erscheinungsbild in Excel 2010.
  • Das macht LibreOffice Calc aus Excels XLSX-Datei.
  • Die XLSX-Datei gerendert mit OpenOffice Calc.
  • Noch weniger Features als aus der XLSX-Datei kann LibreOffice Calc aus einer XLS-Datei retten.
  • Geradezu bizarr, aber nicht viel besser präsentiert sic die XLS-Datei in openOffice Calc.
  • Auch das Speichern im ODS-Format kann nicht alle Features retten.Nicht für LibreOffice Calc ...
  • … und auch nicht für OpenOffice Calc.

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