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MetaGer-Suche verlässt Teststadium

Die Metasuchmaschine MetaGer erhält ein neues Design und eine verbesserte Bedienung. So wurde die Startseite aufgehübscht; sie lässt sich nun auch mit den meisten Smartphones angenehm nutzen. MetaGer soll aber auch bessere Suchergebnisse liefern. So werden die Treffer jetzt nach der Qualität der Suchmaschinen sortiert, von denen sie stammen. Zu diesen Suchmaschinen zählen unter anderem Bing, die Peer-to-Peer-Suchmaschine Yacy sowie einige wissenschaftsspezifische Suchen wie die von Base.

Wie bisher speichert MetaGer keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten von Nutzern oder wertet diese aus. Jeder Suchtreffer kann zudem anonym geöffnet werden; MetaGer betreibt dazu einen anonymisierenden Proxy. (jo@ct.de)

Werbebranche soll Banner SSL-verschlüsseln

Das für internationale Standards in der Online-Werbung maßgebliche Interactive Advertising Bureau (IAB) appelliert an die Werbebranche, durchgängig SSL einzusetzen. „HTTPS-Verschlüsselung auf allen Servern einzuführen, die sich an die Öffentlichkeit richten, ist ein wichtiger Schritt, um die Privatsphäre und die Sicherheit aller zu schützen“, erklärt Brendan Riordan-Butterworth vom IAB in einem Blogeintrag. Die durchgehende Verschlüsselung würde zudem verhindern, dass Kriminelle Schadsoftware per Werbebanner verbreiten.

Online-Werbung ist bislang eines der großen Hindernisse, im Web standardmäßig SSL-Verschlüsselung anzubieten (siehe c’t 2/15, S. 132). Das liegt daran, wie die Werbebanner ausgeliefert werden: Nur sehr selten zeigt der Webserver eines Seitenbetreibers Banner sie direkt an; die meisten laden sie von externen Servern der Werbepartner nach. Die Werbepartner wiederum beziehen die Banner von den Servern anderer Internet-Agenturen.

Das führt dazu, dass der Browser beim Laden einer typischen werbefinanzierten Webseite oft Informationen von Dutzenden verschiedener Webserver und Domains abruft. Ist nur eins der vielen Elemente nicht korrekt per HTTPS abrufbar, erscheint eine Fehlermeldung. Zudem kostet die Verschlüsselung Umsätze. Google Adsense zum Beispiel bietet zwar SSL-verschlüsselte Anzeigen an, aber wer nur diese akzeptiert, erhält im Auktionsverfahren deutlich weniger Geld für die Anzeige desselben Werbebanners. (Torsten Kleinz/jo@ct.de)

Telekom stellt Mail-Software ein

Bislang konnten T-Online-Kunden noch die Mail-Software 6.0 nutzen, die allerdings seit Windows 8 etwas hakt. Jetzt hat die Telekom klar gestellt, dass die Software nicht mehr weiter gepflegt wird. Den verbliebenen Nutzern legt sie nahe, bis zum 30. Juni zum Webmail-Service E-Mail-Center umzuziehen.

In einer aktualisierten Version der Mail-Software findet sich dazu ein Umzugsassistent. Er überträgt die lokal gespeicherten Mails, Anhänge und Kontakte in die Telekom-Cloud. Den Kunden stehe es auch frei, statt des E-Mail-Centers künftig auch ein externes Mail-Programm wie Outlook oder Thunderbird zu benutzen. (hob@ct.de)

Facebook baut Messenger zur App-Plattform aus

Facebook-Chef Mark Zuckerberg stellte auf der F8-Entwicklerkonferenz den Ausbau der Messenger-App vor: Sie öffnet sich für externe Entwickler und wandelt sich zu einer Plattform für Zusatz-Apps. Die 600 Millionen Nutzer können künftig mit dem Nachrichtendienst nicht mehr nur Textbotschaften verschicken, sondern etwa auch Reservierungen vornehmen. Zudem soll es mit „Messenger for Business“ möglich sein, eine Bestellung abzusetzen und deren Status zu verfolgen.

Zum Start sind mehr als 40 eher unterhaltsame Angebote für den Messenger verfügbar. Mit Giphy etwa versenden Nutzer lustige GIFs als Alternative zu öden Textbotschaften. Der chinesische Konkurrent WeChat ist schon weiter: Über die Chat-App können die Nutzer etwa Taxis bestellen oder Essen ordern. Solche Funktionen sollen bald auch in Facebooks Messenger zu finden sein. Passend dazu hatte das Unternehmen bereits vor der Konferenz eine Bezahlfunktion für seinen Kurznachrichtendienst vorgestellt, mit der zunächst aber nur US-Nutzer Geld überweisen können.

Auf der F8 verriet Zuckerberg außerdem, dass Facebook bald Virtual-Reality-Inhalte wie 360-Grad-Videos in den Nachrichtenströmen anzeigen will. Betrachter können sich in den Rundum-Filmen frei umschauen, was auch mit VR-Brillen wie der Oculus-Rift möglich sein wird. Noch sei das Ganze aber „a bit futuristic“, sagte Zuckerberg.

Herkömmliche Videos lassen sich mit dem neuen „Embedded Video Player“ auch auf externen Webseiten einbetten. Facebook holt damit zu Videoplattformen wie YouTube und Vimeo auf, die eine solche Einbettung schon länger ermöglichen. Die anderen „Social-Plug-ins“, die Facebook-Inhalte auf Websites anzeigen, wurden überarbeitet und für Mobilgeräte optimiert.

Entwicklern bietet Facebook zudem ein neues Analyse-Tool, mit dem sie die Nutzung ihrer Apps untersuchen können. Die Statistiken verraten etwa, wer in einer App welche Werbeanzeigen angeklickt hat. Details zu allen Neuerungen hat Facebook in seinem Entwickler-Blog zusammengefasst. (dbe@ct.de)

Banken und Sparkassen gegen PayPal

Bis Ende des Jahres soll es einen deutschen Online-Bezahldienst geben. Dahinter steht ein Joint Venture, das deutsche Banken unter dem Namen „Gesellschaft für Internet und mobile Bezahlungen“ (GIMB) gegründet haben. Kunden privater und genossenschaftlicher Banken sollen über den Dienst ihre Online-Einkäufe sicher und einfach vom Girokonto bezahlen können.

Wie der Bezahldienst heißt, welche Transaktionskosten anfallen und ob es auch einen Vorstoß an die Ladenkasse mit Mobile-Payment geben wird – all das ließ der Bankenverband noch offen. Das Handelsblatt bekam Unterlagen zugespielt, wonach der Name „Pay Direkt“ lauten soll. Offenbar wird es sich bis hin zum Käuferschutz um eine PayPal-Kopie handeln, der aber Funktionen wie Zahlungen von Nutzer zu Nutzer fehlen werden.

Mit an Bord sind die Commerzbank und die Comdirect Bank, die Deutsche Bank, die Postbank und als Stellvertreter der Volksbanken und Raiffeisenbanken die DZ Bank und WGZ Bank. Die Sparkassen hatten bereits Ende 2014 die Entwicklung eines Bezahlverfahrens unter dem Arbeitstitel BV angekündigt. Ein Sprecher des Deutschen Sparkassen und Giroverbands erklärte gegenüber c’t, man habe BV „ad acta gelegt“ und wolle kein eigenes System mehr entwickeln. Vielmehr hätten die Sparkassen „die feste Absicht“, sich an GIMB zu beteiligen. (axk@ct.de)

UN beobachtet Einhaltung von Datenschutz

Ohne Abstimmung nahmen die Mitglieder des UN-Menschenrechtsrats eine Entschließung zur „Privacy in der digitalen Welt“ an: Die Vereinten Nationen bekommen erstmals einen Sonderberichterstatter, der das Grundrecht auf Vertraulichkeit und Datenschutz vertritt. Zunächst für drei Jahre soll er gemäß der von Brasilien und Deutschland initiierten Entschließung Verstöße von Mitgliedsstaaten gegen Datenschutzrechte aufdecken. Dabei soll auch die Überwachungspolitik der Mitgliedsländer beobachtet werden.

Widerspruch kam unter anderem aus Südafrika und auch die USA äußerten Vorbehalte. (Monika Ermert/ad@ct.de)

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