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Windows 10: Cortana lernt Deutsch

Für sein kommendes Betriebssystem Windows 10 betreibt Microsoft seit Oktober 2014 ein öffentliches Betatest-Programm. Dabei veröffentlicht der Hersteller in regelmäßigen Abständen – rund ein bis zwei Monate – kostenlose Vorabversionen. Herunterladen kann sich diese sogenannten Preview-Ausgaben jeder, der sich mit einem Microsoft-Benutzerkonto für das „Windows Insider“-Programm anmeldet.

Die jüngst veröffentlichte Version trägt die Build-Nummer 10041 und steht in Form von ISO-Images in diversen Sprachen zum Download bereit. Wer bereits eine frühere Version von Windows 10 verwendet, bekommt die neue automatisch per Windows Update eingespielt.

Die neue Ausgabe bringt Stabilisierung und Feinschliff für die neuen Funktionen, die bereits aus der letzten offiziellen Vorabversion bekannt sind. Cortana spricht und versteht Deutsch, sie läuft aber noch holprig. So stürzte die Spracherkennung im Test auf einem Surface Pro 3 immer wieder ab. Etliche Anfragen bricht sie zudem mit einer Fehlermeldung ab – oder mit dem Hinweis, es mit einer zukünftigen Windows-10-Preview noch einmal zu versuchen.

Ansonsten bringt Build 10041 einige Detailveränderungen. Bei der Verwendung virtueller Desktops lassen sich einzelne Fenster nun in der Task-View-Funktion per Drag & Drop auf einen anderen Desktop verlegen. Das Startmenü ist leicht transparent – und es wird noch transparenter, wenn man es zur Startseite maximiert. Die vormals eckigen Schalter-Elemente in Modern-UI-Apps erscheinen nun in einem ovalen Stil und einige Icons haben ein schlichteres Design bekommen. Beim Upgrade von Build 9926 zeigt die Installationroutine einen neu gestalteten Bildschirm mit einem sich vervollständigenden Kreis als Fortschrittsanzeige.

Die Funktion Continuum, die einen komfortableren Betrieb auf 2-in-1-Geräten bringen soll, lässt sich nun automatisieren. Beim Abdocken der Tastatur fragt Windows dann nicht jedes Mal, bevor es in den Tablet-Modus wechselt. Alternativ lässt sich die Abdock-Erkennung ganz abschalten – der Anwender kann den Tablet-Modus dann nach wie vor manuell über das Action Center einschalten.

Im Action Center selbst hat sich seit der Januar-Preview nichts nennenswertes getan: Nach wie vor zeigt es verpasste Systemnachrichten, sogenannte Toasts; auf die Einträge zu klicken bleibt aber wirkungslos. Ebenso ist vom neuen Webbrowser mit dem Codenamen Spartan in Build 10041 noch nichts zu sehen.

Microsoft hat sich vorgenommen, Preview-Tester von nun an monatlich mit neuen Versionen zu versorgen – vor allem jene Tester, die Windows Update auf den „Fast“-Modus eingestellt haben, in dem neue Versionen früher, aber eventuell auch fehlerhafter veröffentlicht werden. Dieses Versprechen hat Microsoft allerdings auch schon Ende Januar zur Vorstellung der Januar-Preview gemacht – bis zur nächsten Version hat es dann trotzdem zwei Monate gedauert. (jss@ct.de)

TPM-Pflicht für Windows-10-Geräte

Tabelle: Sicherheitsanforderungen für Geräte mit vorinstalliertem Windows 10

Microsoft verlangt von Hardware-Herstellern, dass sie ihre Windows-10-Geräte künftig mit einem Trusted Platform Module (TPM) ausstatten. Zudem wird sich UEFI Secure Boot nicht mehr bei allen Notebooks und Desktop-PCs abschalten lassen. Bei Windows 8 war eine Option zur Deaktivierung noch in den Logo Requirements vorgeschrieben. UEFI Secure Boot stellt für die meisten gängigen Linux-Distributionen keine Hürde dar, kann aber das Booten älterer und exotischer Betriebssysteme verhindern.

In Smartphones und Tablets, die mit Windows 10 Mobile ausgeliefert werden, muss bereits ab Verkaufsstart im Sommer ein TPM der Version 2.0 stecken. Geräte mit Windows 10 Desktop erhalten eine Galgenfrist von 12 Monaten, wenn in ihnen kein System-on-a-Chip (SoC) mit Firmware-TPM 2.0 eingelötet ist. Zu solchen SoCs zählen unter anderem die Atom-Chips aller Windows-8-Tablets, die Atom-Celerons für Notebooks und Core-M-Prozessoren. Kommende SoCs wie die AMD-Kombiprozessoren Carrizo und Carrizo-L sowie der Atom X3 und eine Reihe von Qualcomm Snapdragon enthalten ebenfalls ein fTPM.

Das TPM soll im sogenannten „Measured Boot“ durch die Prüfung digitaler Signaturen von UEFI-BIOS, Bootloader und Treibern und der Speicherung der Ergebnisse in einem Platform Configuration Register (PCR) mehr Sicherheit bieten als der „Verified Boot“ ohne TPM. Letzteres wird auch zukünftig unterstützt, da sich Windows 10 weiterhin auf Systemen ohne TPM installieren lässt. (chh@ct.de)

Raspi-Windows heißt „Windows 10 IoT for Small Devices“

Auf der Hardware-Entwickler-Konferenz WinHEC 2015 im Shenzhen hat Microsoft Pläne für Windows 10 für Embedded Systems und das Internet of Things (IoT) erläutert. Demnach soll Windows 10 eine Vereinheitlichung bei den Embedded-Versionen bringen, von denen es bisher verwirrend viele Varianten gibt. Geplant sind derer drei: „Windows 10 IoT for Industrial Devices“, „… for Mobile Devices“ und „… for Small Devices“. Die letztgenannte Version kommt ohne grafische Oberfläche und kann sich mit 256 MByte RAM begnügen, aber trotzdem Universal Apps ausführen.

Windows 10 IoT soll mit Unterstützung für AllJoyn auch die Einbindung von Wearables, Sensoren oder Smart-Home-Geräten in Netze leichter machen, über eine Bridge ist Zugriff auf die IoT-Dienste der Microsoft-Cloud Azure möglich. Als einen Vorteil von Windows 10 für IoT-Devices hebt Microsoft die breite Treiber-Unterstützung hervor.

Außer x86-Prozessoren und dem ARMv7-SoC von Broadcom auf dem Raspberry Pi 2 wird Windows 10 IoT auch andere ARM-SoCs unterstützen, etwa solche von Qualcomm. Ob es auch 64-Bit-ARM-Unterstützung geben wird, ist bislang offen.

Bastler und Entwickler können einige Versionen von Windows 10 IoT kostenlos nutzen, so wie es derzeit schon bei der Windows-IoT-Version für Intels Bastelplattform Galileo der Fall ist. (ciw@ct.de)

Windows-10-Preview für mehr Smartphones

Auch bei Windows 10 für Smartphones tut sich etwas: Wie Microsoft-Manager Gabriel Aul in einem Blogpost mitteilte, soll die nächste Vorabversion auf den meisten Lumia-Handys laufen, die mit Windows 8 oder 8.1 verkauft wurden. Die ausdrücklich vorläufige Liste nennt nahezu alle Geräte bis auf Lumia 930 und Lumia 640 XL.

Das für Windows 10 notwendige Partition Stitching, also das Anpassen der Größe der Systempartition für das Upgrade, hat der Hersteller nun offenbar gut im Griff. Einen genauen Termin wollte Aul nicht nennen, deutete im Blog aber eine Veröffentlichung frühestens nach Ostern an.

(jss@ct.de)

Windows-10-Notizen

Microsoft hat angekündigt, dass auch Installationen von Windows 7 und 8.1 auf Windows 10 aktualisieren können, die als “non-genuine“ – sprich: nicht korrekt lizenziert – gelten. Was das bedeutet, weiß Microsoft offenbar selbst noch nicht genau: Später ruderte ein anderer Sprecher zurück und betonte, dass eine solche Installation damit nicht zwingend eine gültige Lizenz bekäme.

Die Entwicklerwerkzeuge für Windows 10 sind in einer Vorabversion verfügbar. Sie sollen speziell für die Entwicklung der plattformunabhängigen Windows Universal Apps geeignet sein und setzen eine aktuelle Windows 10 Technical Preview sowie Visual Studio 2015 CTP 6 voraus. Die Tools sind unter insider.windows.com erhältlich.

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