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Wie Google die Regeln für die Suchmaschinenoptimierung vorschreibt

Wissen | Hintergrund

Wer im Internet sucht, findet mit Google. Wenn Ihre Website vorne in den Suchergebnissen stehen soll, müssen Sie Ihre Seiten gezielt und dauerhaft für die Suchmaschine optimieren. Viele Tipps und Tricks von früher sind längst überholt – heute geht es vor allem um gute Inhalte und zufriedene Nutzer.

Rumms, da fällt die Haustür ins Schloss – und der Schlüssel liegt natürlich auf dem Küchentisch. Glücklicherweise steckt das Smartphone in der Hosentasche, sodass Google schnell ein paar Schlüsseldienste ausspuckt. Ganz oben in den Suchergebnissen steht einer, der seine Webseiten mit allen wichtigen Suchbegriffen gespickt hat, inklusive dem Stadtteil und den Reizwörtern „zuverlässig“, „schnell“ und „preiswert“. Und weil die Webseite auf dem Smartphone übersichtlich aussieht, ist auch die Telefonnummer schnell gefunden und angetippt. Da hat sich die Suchmaschinenoptimierung (SEO) für Schlüsseldienst und Kunden gelohnt.

Eine hohe Platzierung bei Google ist nicht nur für Schlüsseldienste wichtig, sondern für so ziemlich jeden kommerziellen Dienstleister, Blogger und Onlineshop-Betreiber. Wer erst auf Seite 2, 3 und folgende auftaucht, existiert eigentlich nicht, denn viele Nutzer sind schon mit den ersten paar Suchergebnissen zufrieden. Ans Ende der ersten Seite kommen viele erst gar nicht mehr.

Video: Nachgehakt

In Deutschland dominiert Google die Websuche mit einem Marktanteil von 94,5 Prozent; dahinter folgen abgeschlagen Bing mit 4,16 Prozent und Yahoo mit 0,98 Prozent. Die Suchergebnisse sind auf den einzelnen Nutzer zugeschnitten und deshalb relevanter als die der Konkurrenz. Schließlich kennt Google seine Kunden sehr genau: Wer dort einen Account hat, füttert die Suchmaschine mit langem Suchverlauf und vielen Vorlieben.

Um gute Resultate zu liefern, muss Google fleißig Webseiten sammeln und das Internet mit seinen Crawlern (den sogenannten Googlebots) erkunden. Das sind kleine Programme, die Webseiten abrufen, den enthaltenen Links folgen und so Seite für Seite indexieren. Bei einer Google-Recherche durchsuchen die Nutzer also nicht das ganze Internet, sondern nur den Google-Index – und der ist riesig: Gut 60 Billionen einzelne Webseiten sind dort erfasst.

Eine Website für Suchmaschinen zu optimieren heißt: für Google optimieren.

Beim Crawlen der Inhalte behandelt Google alle Webseiten zunächst gleich. Wer hochwertige Inhalte anbietet und seine Webseiten geschickt optimiert und regelmäßig aktualisiert, bekommt öfter Besuch von den Googlebots. Es gibt aber keine Möglichkeit, Google für einen Besuch der Crawler zu bezahlen, um etwa schneller in den Index zu kommen. Google muss sogar seine eigenen Angebote für die eigene Suchmaschine optimieren. Vor Kurzem suchte der Konzern deshalb einen tüchtigen SEO-Experten, um die eigenen Online-Inhalte besser zu platzieren.

Ranking-Faktoren

Je mehr Links auf eine Website zeigen, desto relevanter ist sie wohl. Mit dieser Erkenntnis war es Google in seinen Anfangstagen gelungen, viel bessere Ergebnisse als etwa AltaVista zu liefern. Seinen ursprünglichen „PageRank“-Algorithmus hat Google seitdem stark weiterentwickelt. Heute sorgt für die Gewichtung der Inhalte ein komplexer Sortieralgorithmus, der dafür mehrere Hundert sogenannte Ranking-Faktoren mit unterschiedlicher Wichtigkeit einbezieht. Einige dieser Faktoren sind offiziell bekannt, andere bleiben Googles Betriebsgeheimnis, denen SEO-Profis durch fleißiges Ausprobieren auf die Schliche kommen wollen. Der wichtigste Faktor sind noch immer eingehende Links.

Zu weiteren bekannten Ranking-Faktoren zählt auch die technische Umsetzung einer Website. Immer wichtiger wird beispielsweise das mobile Webdesign: Im April 2015 erklärte Google, dass die Suchmaschine auf Smartphones künftig mobil-freundliche Webseiten bevorzugt. Webmaster und SEO-Profis befürchteten daraufhin gar ein „Mobilegeddon“ – gerade komplexe Web-Angebote lassen sich nun mal nicht von heute auf morgen auf kleine Smartphone-Displays quetschen. Ganz so schlimm kam es dann nicht, schließlich handelt es sich nur um einen Ranking-Faktor unter vielen. Liefert eine Website die besseren Inhalte zu einem Thema, landet sie auch bei der mobilen Suche ganz oben. Das fehlende responsive Design fällt weniger stark ins Gewicht als die Relevanz.

Webmaster müssen Nutzen und Aufwand abwägen; das betrifft etwa auch den Umstieg von HTTP auf HTTPS: Vor zwei Jahren hat Google erklärt, dass HTTPS als positives Ranking-Signal gilt. Allein deshalb aber umzusteigen, wäre übertrieben: Der Aufwand bei einer komplexen Website stünde in keinem Verhältnis zum Nutzen – zumindest was das Google-Ranking betrifft. Wer eine Website neu aufsetzt, sollte sich aber um ein SSL-Zertifikat bemühen und seine Seite verschlüsseln, allein der Sicherheit zuliebe.

Ein weiterer technischer Faktor, den Google offiziell ins Ranking einbezieht, ist die Ladegeschwindigkeit einer Seite. Wenn diese lahmt und ungeduldige Nutzer schnell wieder zu den Suchergebnissen zurückkehren, merkt Google das und erhält ein negatives Nutzersignal: Die Seite hat zu lange gebraucht oder bietet nicht die gesuchten Inhalte. Solche „User Experience“-Signale spielen bei der Gewichtung von Suchergebnissen ebenfalls eine Rolle. Denn je länger ein Besucher auf einer Seite verweilt, desto besser sind offenbar deren Inhalte. ...

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c't 19/2016, Seite 82 (ca. 4 redaktionelle Seiten)
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  1. Ranking-Faktoren
  2. Googles Regeln
  3. Tricks und Strafen
  4. Regeln ändern sich
  5. Gepardenforellen erobern Google

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  1. Ranking-Faktoren
  2. Googles Regeln
  3. Tricks und Strafen
  4. Regeln ändern sich
  5. Gepardenforellen erobern Google
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