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Bluetooth bekommt Mesh-Netzwerk

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Die Bluetooth-Allianz erhöht jetzt Reichweite und Ausfallsicherheit von Bluetooth Low Energy. Das soll diese stromsparende Funkprotokoll-Variante fit machen für den Kampf gegen die im Bereich Automation bereits etablierten Funkprotokolle wie ZigBee und Z-Wave.

Beim Internet der Dinge kommt man nicht mehr um das stromsparende Funkprotokoll Bluetooth Low Energy (BLE) herum: Mittlerweile lassen sich damit vom aktuellen Mobiltelefon oder Tablet aus unabhängig von deren Betriebssystem alle möglichen IoT-Geräte ansprechen – von der Smartwatch über vernetzte Leuchtmittel und Medizintechnik bis hin zu smartem Spielzeug. Daneben wird BLE immer häufiger bei kleinen Funkfeuern (Beacons) genutzt, um damit beispielsweise Lokalisierungsdienste oder zielgerichtete Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten zu realisieren.

Nun hat die hinter Bluetooth stehende Special Interest Group (SIG) ihr Funkprotokoll um einen Satz an Mesh-Netwerk-Spezifikationen erweitert, sodass sich künftig Bluetooth-Geräte zu einem vermaschten Netzwerk verbinden lassen – rund zweieinhalb Jahre nach der ersten Ankündigung [1].

Video: Nachgehakt

Bei einem vermaschten Netz sind alle Knoten untereinander verbunden, wodurch die Reichweite erhöht wird und blockierte Verbindungsstücke umgangen werden. Für die etablierten Automationsprotokolle wie ZigBee und Z-Wave sind Mesh-Netzwerke schon lange spezifiziert.

Grundlagen

Das Bluetooth Mesh Network ergänzt den Low-Energy-Teil des Bluetooth-Protokolls, wo es um die möglichst energiesparende Übertragung kurzer Datenpakete geht. Keine Rolle spielt die Mesh-Entwicklung beim klassische Bluetooth (Basic Rate/Enhanced Data Rate, BR/EDR), das vor allem für kontinuierliche Audiostreams genutzt wird. Ursprünglich sprachen Vertreter der SIG daher vom „Smart Mesh“; da die Marketingbegriffe „Bluetooth Smart“ und „Bluetooth Smart Ready“ für BLE aber inzwischen begraben sind, ist diese Bezeichnung vom Tisch.

Die SIG geht davon aus, dass die Zeitspanne zwischen der Ankündigung der Spezifikation und der Verfügbarkeit der ersten darauf aufsetzenden Geräte wesentlich kürzer ausfallen wird als die bei Versionssprüngen sonst üblichen 6 bis 12 Monate. Denn zum einen wurde für Bluetooth Mesh nichts an der BLE-Funktechnik selbst geändert; es ist vielmehr eine reine Software-Lösung für LE-Geräte, die mindestens Bluetooth 4.0 unterstützen. Zum anderen haben eine ganze Reihe bekannter Firmen zur Spezifikation beigetragen, darunter Broadcomm, Ericsson, Google, Intel, Mediatek, Motorola, Qualcomm, NXP, Silvair (ehemals Seed) und STMicroelectronics. Diese sollten also sehr schnell in der Lage sein, die Neuerungen auch zu implementieren. ...

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c't 17/2017, Seite 138 (ca. 3 redaktionelle Seiten)
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  1. Grundlagen
  2. Datenflut
  3. Stromspar-Kumpel
  4. Industrie im Blick
  5. Smart Home

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