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Android-Telefon OnePlus 5T mit 6-Zoll-Display im Test

Test & Kaufberatung | Test

Im Halbjahrestakt bringt OnePlus neue Spitzenmodelle mit einigen Detailänderungen heraus, diesmal standen Display und Kamera an. Doch nicht alle Neuerungen gehen als eindeutige Fortschritte durch.

Nur ein halbes Jahr nach dem OnePlus 5 (siehe c't 15/2017) bringt der chinesische Hersteller das 5T auf den Markt. Augenfälligste Änderung ist das Display: Es ist fast anderthalb Zentimeter in der Länge gewachsen – und zeigt weiter knallige OLED-Farben mit guter Helligkeit.

Weil die Außenmaße gleich bleiben, schrumpft der obere und untere Gehäuserand entsprechend. Die Android-Steuerung erfolgt nun über eine virtuelle Tastenleiste unten auf dem Display. Sie lässt sich in den Einstellungen ausschalten und dann per Wischer von unten wieder einblenden – Ähnliches ist von Galaxy S8 & Co. bekannt, die elegantere Lösung hat das iPhone X (siehe S. 52).

Der Fingerabdruck-Scanner ist auf die Rückseite gewandert. Dort sitzt er mittig mit genügend Abstand zur Kamera, um ihn sicher zu erreichen. Zusätzlich baut OnePlus eine Gesichtserkennung ein. Die arbeitet in unter einer halben Sekunde, ließ sich nicht von Fotos überlisten und nicht von Brillen oder Mützen verwirren. Liegt das Handy auf dem Tisch, muss man sich aber weit drüberbeugen oder es doch in die Hand nehmen.

Kamera so lala

War die Dual-Kamera des OnePlus 5 noch eine der ganz wenigen mit einem Teleobjektiv, geht das 5T einen Schritt zurück: Die zweite Kamera hat nun die gleiche Weitwinkel-Brennweite und springt bei sehr wenig Licht an; unter 10 Lux laut OnePlus, unter 4 Lux laut unserem Labor, was schlecht beleuchteten Innenräumen entspricht. Doch unsere dann 20 MP großen Testfotos litten unter Farbsäumen an fast allen Kanten. Da gefielen uns die 16-MP-Fotos der Primärkamera besser. Sie soll die gleiche geblieben sein und hat weiter absaufende Schatten, lieferte aber mehr Details bei schlechtem Licht als die des Vorgängers.

Ein Tipp auf den x2-Knopf in der Kamera-App ruft nun einen reinen Digitalzoom auf, der schlechtere Ergebnisse erzielt als die optische 1,6fach-Vergrößerung des Vorgängers. Mit dem guten Digitalzoom des Huawei Mate 10 Pro oder gar echten Smartphone-Teles hält das 5T nicht mit. Die künstliche Hintergrundunschärfe bekommt das 5T besser hin als manch anderes Dual-Kamera-Handy.

Geblieben sind das schlanke Metallgehäuse, der Kopfhöreranschluss, der ganz gute Mono-Lautsprecher, der praktische Stummschalter und der sauschnelle Snapdragon 835, der seine Höchstleistung jetzt etwas länger hält als zuvor. Ein MicroSD-Slot fehlt weiter. Das 5T ist Dual-SIM-fähig und unterstützt Cat.-12-LTE mit allen hierzulande gängigen Bändern. Der ebenfalls unveränderte Akku hält trotz des größeren Displays ungefähr so lange wie beim OnePlus 5.

Fazit

Keine Frage, OnePlus ist wieder ein schönes Smartphone mit Leistung im Überfluss zu einem guten Preis gelungen. Das Display macht was her, mit einem rückseitigen Fingerabdruckscanner müssen sich auch Fans anderer Geräte arrangieren. Ohne Tele konkurriert das 5T nicht mehr mit Note 8 & Co., sondern landet eine Klasse drunter. Dort hat es keinen so deutlichen Preisvorteil, sodass es schwerer wiegt, dass das 5T nicht wasserdicht ist und die Kamera keinen optischen Stabilisator hat. (jow@ct.de)

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  1. Kamera so lala
  2. Fazit
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