Begräbnis digital Update

Bestatter bieten digitale Nachlassdienste an

Wissen | Hintergrund

Schlimm genug, dass ein Angehöriger gestorben ist. Hinterbliebene müssen sich im Digitalzeitalter zudem mit seinem digitalen Erbe befassen: Online abgeschlossene Verträge, verwaiste Social-Media-Accounts, Online-Zugriffe auf Konten und Versicherungen. Bestatter versprechen hier reibungslose Abhilfe über Dienstleister.

Noch ist die Nachfrage nach dem Umgang mit dem digitalen Erbe überschaubar, sagt Marcus Nowaschewski. Er ist Mitgeschäftsführer des Bestattungsunternehmens Zirngibl, das mehrere Filialen im Münchner Umland betreibt. Hinterbliebene sprechen ihn beim Beratungsgespräch kaum darauf an – noch nicht: „Der Umgang mit dem digitalen Nachlass gehört aber inzwischen zum Angebot, das von modernen Bestattern erwartet wird. Genau wie seit jeher Kranken- und Rentenversicherung von uns benachrichtigt werden.“ Ein wenig mehr Nachfrage sieht Paul Mack-Börner, Abteilungsleiter beim Bestatter Horizont International, einer Tochterfirma der Ahorn AG: „In den letzten zwei Jahren steigt die Zahl der Anfragen nach solchen Diensten deutlich an.“

Sowohl Zirngibl als auch die Ahorn AG arbeiten – so wie gut 1500 weitere Bestatter in Deutschland und den Nachbarländern – mit dem Berliner Dienstleister Columba zusammen. Columba sieht sich selbst als „Softwarehaus und technischer Dienstleister für die Bestattungsbranche“. Man konzentriere sich ausschließlich auf die Kooperation mit Bestattungsunternehmen und wolle seine Dienste Endkunden nicht direkt bieten. ...

Ergänzungen & Berichtigungen

Der Artikel entspricht dem Stand der gedruckten c't. Folgende Änderung hat sich seitdem ergeben:

UPDATE

Dr. Christopher Eiler von Columba hat sich nach Redaktionsschluss zu unserer Frage nach dem Datenschutz bei der Übertragung von Nutzerkonten geäußert: "Unsere Daten-Management-Lösungen dienen ausschließlich dem rechtssicheren Informationsaustausch im Sterbefall. Datenschutzrechtlich unterliegen wir dem deutschen Datenschutz und allen damit verbundenen Pflichten und Maßnahmen, deren Einhaltung kontinuierlich von Datenschutzbeauftragten sichergestellt wird."

Die Ahorn AG berichtigte ihre erste Aussage zum Jobtitel. Herr Mack-Börner ist Abteilungsleiter bei der Ahorn AG, nicht bei Horizont International.

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Begräbnis digital

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c't 08/2017, Seite 128 (ca. 2 redaktionelle Seiten)
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  2. Keine Bedenken hinsichtlich Datenschutz
  3. Der harte Weg – Analyse von PCs
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