Von heiter bis wolkig

Android- und iOS-Wetter-Apps externer Anbieter

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Bild: Alexander Gelin

Auf Smartphones vorinstallierte Wetter-Apps liefern nur spärliche und schwer zu interpretierende Informationen. Oder wissen Sie, was eine Wolke mit zwei oder drei Regenstrichen konkret bedeutet? Apps externer Anbieter informieren umfassender und meist präziser über die Aussichten für die nächsten Tage.

Früher hatten Kinder um 20:15 Uhr still zu sein, denn da lief in der Tagesschau der Wetterbericht. Dabei ging es um die Wahl der richtigen Jacke für den nächsten Tag, um die Arbeit auf dem Bauernhof oder im Garten, die Verkehrslage und die Planung von Besorgungen oder Freizeitaktivitäten. Smartphone-Apps schlüsseln das Wetter nach lokalen Wetterlagen auf, überlassen dem Anwender aber auch die Auswahl verlässlicher Informationen und deren Interpretation. Ohne Vorkenntnisse lässt sich anhand der von der App angegebenen Niederschlagswahrscheinlichkeit kaum einschätzen, ob es regnen wird oder nicht (siehe Kasten).

Die Daten der Apps stammen aus unterschiedlichen Quellen, beispielsweise aus Messungen nationaler Wetterdienste, aus Berechnungen von mehreren Wettermodellen und aus Algorithmen, die die Aussagen dieser Modelle bewerten. Von außen ist nicht nachzuvollziehen, ob hinter der App das immer gleiche, kostenlos verfügbare Wettermodell steckt oder ob eine Abteilung voller Meteorologen die Prognose in Echtzeit anpasst. Dementsprechend unterschiedlich fallen die Prognosen aus. Jede Vorhersage ist grundsätzlich erstmal falsch. Die Frage ist nur, wie falsch. ...

Vom Regenradar in die Traufe

Die Prognose „50 Prozent Niederschlagswahrscheinlichkeit“ besagt, dass es in der Vergangenheit in vergleichbaren Situationen in der Hälfte aller Fälle Regen gegeben hat. Das klingt nach Fifty-Fifty, ist aber weitaus komplizierter.

Zum einen fehlt eine Festlegung des Zeitraums, für den die Regenwahrscheinlichkeit gilt. Bei einem Zeitfenster von drei Stunden steigt die Regenwahrscheinlichkeit gegenüber einem einstündigen Fenster. Die App zeigt in beiden Fällen korrekte, aber unterschiedliche Prozentwerte an, ohne dass es mehr oder weniger regnen würde.

Zum anderen bleibt die Art des Niederschlags bei der Regenwahrscheinlichkeit völlig außen vor: Es kann eine Minute leicht nieseln oder den gesamten Zeitraum über stark regnen. In beiden Fällen erfüllt sich die Prognose: Es regnet. Auch bei der Niederschlagsmenge (l/m2) spielt der beobachtete Zeitraum eine entscheidende Rolle; der Wert lässt aber immerhin Rückschlüsse zu, ob man drei Tropfen oder einen Wolkenbruch erwarten kann.

Viele Apps, wie die vorinstallierte iPhone-Wettervorhersage oder Yahoo Wetter, ersetzen die Prozentangaben durch Piktogramme mit Sonnen, Wolken und Regenwolken – und führen den Nutzer weiter in die Irre. Bei kommentarlos abgebildeten Regenwolken den Schirm einzupacken ist ähnlich erfolgversprechend, wie beim Roulette auf Rot zu setzen. Zuverlässige Auskunft über bevorstehende Schauer gibt nur ein Regenradar wie es in jeder getesteten App integriert ist. Daneben stehen Spin-off-Apps wie RegenRadar von WetterOnline oder RainToday von MeteoGroup zur Verfügung.

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Von heiter bis wolkig

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c't 09/2017, Seite 120 (ca. 7 redaktionelle Seiten)
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Artikel-Vorschau
  1. Massenweise Daten
  2. Blick in die Glaskugel
  3. Chaotische Zustände
  4. Fazit
  5. Vom Regenradar in die Traufe
  6. Wetter.info
  7. The Weather Channel
  8. WetterOnline
  9. Wetter.de
  10. Wetter.com
  11. Yahoo Wetter
  12. WarnWetter
  13. AccuWeather
  14. WeatherPro

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