Darf es etwas weniger sein? Update

„Compact OS“ reduziert den Platzbedarf von Windows 10

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Bild: Rudolf A. Blaha

Zusätzlich zur altbekannten NTFS-Kompression hat Windows 10 ein Verfahren zum dateiweisen transparenten Komprimieren von Dateien namens „Compact OS“ an Bord. Der Unterschied zwischen beiden: In vielen Fällen wird „Compact OS“ von allein aktiv – und das hat Nebenwirkungen.

Seit Windows Vista hat sich am Platzbedarf von Windows auf der Festplatte kaum noch etwas geändert, und in Zeiten, in denen sich selbst die Größe von Consumer-SSDs der TByte-Marke nähern, spielen die paar GByte für Windows meist kaum noch eine Rolle. In manchen Fällen aber eben doch, beispielsweise bei jenen besonders billigen Notebooks, denen die Hersteller gerade mal eine 32 GByte kleine eMMC spendieren. Schon mit Windows 8 hatte Microsoft für solche Fälle eine spezielle Platzspar-Methode namens „Wimboot“ im Angebot, die sich allerdings nicht bewährt hat (siehe Kasten auf Seite 149). Bei Windows 10 probiert es Microsoft auf anderem Wege: „Compact OS“ heißt die Methode.

Im Prinzip funktioniert „Compact OS“ nicht anders als die altbekannte NTFS-Kompression: Die Dateien werden einzeln komprimiert, allerdings mit einem anderen Algorithmus (XPRESS statt LZNT1). Der komprimiert laut Microsoft zwar nicht so effektiv, dafür aber erheblich schneller, sodass man im Alltag von der Kompression nichts spüren soll.

Betroffen sind ausschließlich Windows-eigene Systemdateien sowie Apps aus dem Store. Ob die Dateien einzeln mit dem NTFS-eigenen EFS verschlüsselt sind oder das ganze Laufwerk mit Bitlocker, spielt dabei keine Rolle, es ist auch egal, ob der PC im UEFI- oder BIOS-Modus bootet. Alle anderen Anwendungen, Dokumente und sonstige Dateien bleiben unkomprimiert. ...

Compact-OS-Vorgänger Wimboot

„Compact OS“ ist nicht der erste Versuch, den Platzbedarf einer Windows-Installation zu reduzieren. Bei Windows 8 hatte Microsoft es mit „Wimboot“ probiert. Dabei handelte es sich letztlich um eine Weiterentwicklung jener Installationsmethode, die mit Vista eingeführt wurde und seitdem bei allen Windows-Versionen zum Einsatz kommt: Das Setup-Programm entpackt nur noch den Inhalt einer speziellen Image-Datei auf die Festplatte und versorgt das Ganze mit einem Bootloader. Wimboot geht einen Schritt weiter. Bei dieser Installationsmethode wird nicht mehr der Inhalt der Image-Datei auf die Festplatte entpackt, sondern die komprimierte Image-Datei selbst auf die Platte kopiert. Zusätzlich werden Pointer-Dateien erzeugt, die auf die Dateien in der Image-Datei verweisen. Trotz dieser zusätzlichen Pointer-Dateien spart das Verfahren zwei bis drei GByte Platz. Der Nachteil von Wimboot: Die Image-Datei ist unveränderlich. Beim Einspielen von Updates lassen sich daher die komprimierten Dateien in der Image-Datei nicht durch neue Versionen austauschen. Die Updates landen also zusätzlich auf der Festplatte und verkehren den Platzspar-Effekt nach und nach ins Gegenteil. Deswegen hat sich Microsoft für Windows 10 mit Compact OS wieder etwas Neues ausgedacht.

Weitere Details zu Wimboot finden Sie in [3], Tipps und Skripte in [4].

Ergänzungen & Berichtigungen

Der Artikel entspricht dem Stand der gedruckten c't. Folgende Änderung hat sich seitdem ergeben:

UPDATE

Anders als im Artikel beschrieben zeigt der Explorer die Namen NTFS-komprimierter Dateien in blauer Farbe an. In grün erscheinen die Namen EFS-verschlüsselter Dateien.

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c't 09/2017, Seite 146 (ca. 4 redaktionelle Seiten)
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Artikel-Vorschau
  1. Mal ohne,  …
  2. … mal mit Nebenwirkungen
  3. Was es bringt
  4. Tempo
  5. Automatisch aktiv
  6. Schalter
  7. Nachgucken
  8. Von Anfang an
  9. Compact-OS-Vorgänger Wimboot

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