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Plausch statt Bußgeld

Facebook stellt sich auf die DSGVO ein, c’t 10/2018, S. 17

Da ist also ein Typ, der das Weltgeschehen durch seine illegalen Machenschaften manipuliert, und seine Verantwortung wird darin gesehen, dass er ein paar Fragen beantwortet? Das ist also das neue Einstehen für Rechtsbrüche!? Ich freue mich schon, wenn ich das nächste Ticket für zu schnelles Fahren bekomme. Ich werde denen dann schreiben, dass ich anstatt zu zahlen lieber ein paar Fragen beantworten würde.

anutosho1 F

Moore in Rente?

Prozessorvergleich vom sparsamen Dual-Core bis zum schnellen Achtzehnkerner, c’t 10/2018, S. 102

Besten Dank, dass auch hier wieder klare Worte gesprochen werden: Schon die billigsten CPUs am untersten Ende der Verkaufshysterie bieten mehr als genug Alltags-Performance. Trotzdem: Könnte nicht mal jemand Herrn Moore aus dem Ruhestand zurückholen? Trotz seines Gesetzes kommt beim Benutzer sehr wenig erfahrbare Leistungssteigerung an. Die durch den Artikel motivierten Cinebench-Läufe auf einem Lenovo X220 Baujahr 2011 und einem T450 von 2017 waren mehr als ernüchternd: 80/187 vs. 123/273 und bestätigten den gefühlt kaum vorhandenen Performancevorteil. Immerhin – die gemäß Artikel stark verbesserten Cinebench/Watt können mit dem X220/T450-Gespann sehr unwissenschaftlich, aber umso erfahrbarer beobachtet werden: Der X220 versucht, einem bei Vollast und 96 °C CPU-Temperatur die Oberschenkel wegzubrennen, während der T450 abriegelt und auch außen am Gehäuse äußerst cool bleibt.

Reiner Ulrich B

eGPU für Photoshop?

Thunderbolt-3-Gehäuse für Grafikkarten, c’t 10/2018, S. 94

Im Beitrag wird auf Beschleunigungseffekte beim Spielen eingegangen. Wie sieht es denn mit der Beschleunigung von Bildbearbeitungsprogrammen aus? Also unterstützen Photoshop, Lightroom & Co. eGPUs?

Dittmar Graf F

Eine allgemeine Aussage ist leider nicht möglich. Es hängt von der Anwendung ab. Im aktuellen Photoshop CC lässt sich die GPU beispielsweise nicht immer auswählen (unter Bearbeiten/Voreinstellungen/Leistung): Eine externe AMD-GPU wurde erkannt, eine Nvidia-Karte nicht. Dennoch funktionierte die OpenCL-Beschleunigung beim Feld-Weichzeichner (15 Prozent Ersparnis mit einer GeForce GTX 1080). Andere Anwendungen können also durchaus mehr profitieren. Müssen sie aber nicht.

Öffentliches Interesse

Datenschutz im Domain-Geschäft: Die ICANN wehrt sich hartnäckig, c’t 10/2018, S. 34

In vielerlei Hinsicht erscheinen die Vorgaben der DSGVO berechtigt. Was mir aber gar nicht gefällt am Kappen der Whois-Daten, das ist, dass ich nicht mehr einfach abfragen kann, wer denn hinter einer Website steht. Eine Website ist eine öffentliches Medium, und darum gibt es meines Erachtens auch ein öffentliches Interesse, wissen zu dürfen, wer denn dahinter steckt. Wenn ich jetzt ein „berechtigtes Interesse“ nachweisen muss(!), dann wird mein berechtigtes Interesse blockiert. Dies geht entschieden zu weit.

anonLupus F

Delphi forever

Apps gleichzeitig für Android und iOS entwickeln, c’t 10/2017, S. 118

Wer heute professionelle Multiplattform-Software entwickeln und von deren Verkauf leben möchte (oder muss), sollte sich nicht auf die beiden Smartphone-Betriebssysteme beschränken, sondern zumindest Windows und macOS einschließen. Und dann erweist sich Delphi als die weiterhin mit Abstand schnellste und noch immer kostengünstigste Entwicklungsumgebung. Wo sonst kann man außerdem heute noch über 20 Jahre alten Code quasi unverändert in neue Projekte einbinden und auf eine schier endlose Welt von Komponenten für allerlei Aufgabenstellungen zurückgreifen?

Die mitunter turbulenten und chaotisch wirkenden geschäftspolitischen Entwicklungen in, um und nach Borland waren zwar das perfekte Abschreck-Marketing. Wider Erwarten hat Delphi über all die Jahre hinweg aber eine vergleichsweise beeindruckende Kontinuität gewahrt. Die kostenlosen Delphi- und C++-Builder-Varianten erlauben einen günstigen Einstieg, und die Campuslizenzen eröffnen Studierenden die Möglichkeit, auch den vollen Funktionsumfang zu nutzen – was jedoch bedauerlicherweise kaum jemand weiß. Auch das Delphi-Marketing folgt also einer gewissen Kontinuität …

Frank Rinn B

Die kostenlosen Versionen der Embarcadero-Produkte sind im Artikel nicht erwähnt, weil man damit keine Android- und iOS-Apps erzeugen kann.

RoboCup-Koffer

Wunder-Koffer Travelmate auf Abwegen, c’t 10/2018, S. 168

Ich verstehe zwar irgendwo die Empörung über Travelmate, doch können sich die Backer in meinen Augen auch nicht vom Vorwurf ziemlicher Blauäugigkeit freisprechen. Ich pendele wöchentlich nach Essen und stelle am dortigen Hauptbahnhof immer wieder fest, wie das Durchqueren der Bahnhofshalle zu Stoßzeiten selbst mein menschliches „Pathfinding“ in Grenzbereiche treibt. Und da soll mir ein selbstfahrender Rollkoffer autonom folgen können? RoboCup ist ein Kindergeburtstag dagegen. Als Konzept finde ich Crowdfunding ja gut, doch man sollte als Geldgeber abschätzen können, wo die Linie zwischen „sportlich“ und „unmöglich“ verläuft.

A. Horstmann B

Einwegrouter Nr. 2

Vorsicht, Kunde, Stolperfallen beim Router-Kauf, c’t 10/2018, S. 62

Ich habe einen Fonic Surfstick von Huawei. Weder bei Fonic noch bei Huawei gibt es noch Software dafür. Und wieder ein Stück Elektronik-Schrott. Bei denen werde ich sicher nichts mehr kaufen.

Volcanus F

Umstieg auf Affinity Photo

Photoshop-Alternativen für Windows und macOS, c’t 9/2018, S. 106

Ich hab mir gedacht, ich melde mich mal bezüglich Affinity Photo, weil es im Podcast „c’t uplink“ Thema war. Wir haben unsere Firma vor einem halben Jahr von Adobe komplett auf Affinity umgestellt und haben es täglich in Verwendung. Für uns ist es schnell, unkompliziert und für neue Mitarbeiter schneller zu erlernen (Agenturnetzwerk: ca. 25 Leute). Photoshop-Dateien, die wir von Agenturen zugeschickt bekommen, können wir damit ohne Probleme öffnen. Adobe brauchen wir aber noch für Premiere Pro, After Effects, Lightroom und InDesign und das ist dann auch schon die größte Schwäche von Serif: Es gibt leider keine richtige Suite, um den ganzen kreativen Workflow abzubilden. Adobe hat in unserem Netzwerk inzwischen eher den Ruf, langsam und fehleranfällig zu sein.

Manuel B

Waymo kann hören

Wie und mit welchen Sensoren Roboterautos ihre Umwelt wahrnehmen, c’t 9/2018, S. 74

In dem Artikel wird erwähnt, autonome Fahrzeuge könnten nicht „hören“. Das ist nicht (mehr) ganz richtig. Die Waymo-Autos können unter anderem die Signale von Einsatzfahrzeugen wahrnehmen, orten und darauf reagieren.

Markus Melk B

Google, nein danke

Google Clips: Kamera mit Gesichtserkennung und KI, c’t 9/2018, S. 52

Dieses Produkt zeigt wieder sehr schön, wieso viele (zu Recht) mit Google nichts zu tun haben wollen: Schön permanent die Kamera in die Umgebung halten und Gesichter erkennen lassen – für einen Anwendungsfall, nach dem kein Mensch gefragt hat.

Timo Moretto B

Ergänzungen & Berichtigungen

Lautstärke der Zotac-Box von der Grafikkarte abhängig

Externe Beschleunigung, Thunderbolt-3-Gehäuse für Grafikkarten, c’t 10/2018, S. 94

Anders als die Einzelbesprechung impliziert, verursacht nicht die Zotac Amp! Box Mini den gemessenen Geräuschpegel, sondern die eingebaute Grafikkarte – eine GeForce GTX 1060 6 GByte, ebenfalls von Zotac. Das Fehlen eines Luftzugs in der lüfterlosen eGPU-Box muss der Grafikkartenlüfter kompensieren, indem er schneller und lauter dreht. Mit einer anderen Grafikkarte wäre die Box möglicherweise leiser, das thermische Problem bestünde aber weiterhin.

Begriff „Obsoleszenz“

Kurzlebige Technikfreuden, Obsoleszenz aus rechtlicher Sicht, c’t 9/2018, S. 152

Bei der Erläuterung des Begriffs „Obsoleszenz“ hat sich ein Fehler eingeschlichen: Zugrunde liegt das lateinische Verb „obsolescere“ mit der Hauptbedeutung „in Vergessenheit geraten, vergessen sein“.

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