Das kleine Fernsehspiel

Hard- und Software für TV-Spieleshows

Wissen | Reportage

Zur Technik hinter einer Fernsehshow gehören nicht nur Licht, Ton und Kameras. Die Spieletechnik kümmert sich um Einblendungen und macht viele Spiele erst möglich. Dafür braucht es Hard- und Software, die es nicht fertig zu kaufen gibt.

Drei prominente Männer mit Handschuhen, stehend hinter drei Pulten, darauf befestigt je ein Stück Rohr. Es geht um 500 Euro – wer sein Rohr durch Reiben mit der Hand am meisten erwärmt, gewinnt das Geld. „Das gibt natürlich schöne Bilder am Anfang, da schaltet keiner weg“, sagt Andreas Heinrich. Er ist mit seiner Firma Cliparts.tv an diesem Abend für die Spieletechnik verantwortlich. Dafür, dass Buzzer reagieren, Spielstände und Quizfragen im richtigen Moment im Fernsehbild zu sehen sind und die Kandidaten auf dem Pult Filmschnipsel zum Raten sehen. Er steht in einem Regieraum in den MMC-Studios in Köln. Aufgezeichnet wird die Spielshow „Teamwork – Spiel mit deinem Star“, die von RedSeven Entertainment produziert wird und bei ProSieben ausgestrahlt werden soll. Promis treten hier in Mini-Spielen gegeneinander an und spielen um Geld für ihren größten Fan. Während Moderatorin Jeannine Michaelsen die Regeln für das erste Spiel „Warm Up“ erklärt, wartet das Team in der Spieletechnik-Regie auf die Anweisungen des Regisseurs Marc Achterberg, der über die Intercom-Anlage zu ihnen spricht.

Die Aufgabe für die Kandidaten ist einfach, die Herausforderung für die Spieletechnik wesentlich größer: Die Temperaturen sollen sowohl auf Monitoren in den Pulten als auch als Einblendung für den Fernsehzuschauer zu sehen sein. Außerdem soll der Sieger in einer Grafik farblich markiert werden. „Die erste Idee der Produktionsfirma war es, drei einfache Digitalthermometer zu verbauen und deren Displays abzufilmen“, erzählt Andreas Heinrich. Vierzehn Tage vor der Aufzeichnung hat er den Auftrag übernommen und seinen Auftraggebern die Idee mit den Billig-Thermometern schnell ausgeredet. Stattdessen kleben jetzt Industrie-Thermometer in den Rohren. Sie stecken in den USB-Ports von drei Convertibles, die die Bühnenbildner in die Pulte eingebaut haben. Im Vollbildmodus läuft darauf eine .NET-Anwendung auf Windows 10, die den erreichten Maximalwert in Segmentanzeigenoptik anzeigt. Über das Netzwerk sendet die Software die Werte an einen Computer in der Spieletechnik, der als Server für alle Spiele dient. Der Regieraum ist etwa 100 Meter entfernt vom Studio, in dem die Aufzeichnung stattfindet. ...

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c't 18/2018, Seite 164 (ca. 4 redaktionelle Seiten)
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  1. Einweg-Software
  2. Spezial-Hardware
  3. Auf den Schirm
  4. Der Preis ist heiß
  5. Spielevielfalt
  6. Dem Zufall überlassen
  7. Später Feierabend

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