Raspi ohne Löten

Reine Softwareprojekte für den Raspberry Pi

Praxis & Tipps | Praxis

Basteln mit dem Raspi macht Spaß, verschlingt aber schnell ganze Tage, sobald man den Lötkolben dafür erwärmen muss. Glücklicherweise kann man mit dem Raspi schon ganz viel erreichen, wenn man nur die Schnittstellen bestückt und die integrierte Hardware einspannt. Unsere Projektauswahl kommt ohne Lötkolben und Schrumpfschlauch aus und schont das Zeitbudget.

Der 35 Euro teure Raspberry Pi ist ein tolles Stück Hardware, mit dem sich dank 40-poliger GPIO-Leiste hervorragend basteln lässt. Aber auch wer mit Elektronikbasteleien fremdelt, kann mit dem kleinen Raspi haufenweise spannende Projekte umsetzen. In diesem Heft stellen wir fünf neue Softwareprojekte für den Minirechner vor und lassen einige ähnlich fix installierte Projekte aus früheren c’t-Ausgaben Revue passieren. Der Raspi brilliert so vielseitig, da er WLAN, Ethernet, Schnittstellen für ein Display und eine Kamera und vier USB-Anschlüsse mitbringt [1]. Selbst Hardware zum Erzeugen von Zufallszahlen ist im Raspi schon verbaut [2].

Dieser Mix an Schnittstellen qualifiziert den Raspi als Mini-Webserver, solange man nicht terabyteweise Speicher braucht oder Hunderte von Nutzer bedienen will. Die familieninterne Medienzentrale [3] oder Fotoverwaltung [4] stemmt er mühelos. Er eignet sich aber genauso, um die Vitalfunktionen von „großen“ Servern im Blick zu behalten (S. 72).

Video: nachgehakt

Dank WLAN- und Ethernet-Schnittstelle eignet er sich aber nicht nur als Server, sondern auch als Hacking-Hardware [5] oder als Filter [6] und Bremse [7] fürs Netzwerk. Wer den Zustand eines Netzes ohne Mühe überprüfen will, steckt einfach ein Touch-Display auf den Raspi und richtet ihn als Netzwerkmonitor ein (S. 68).

Im Smart-Home behält der Raspi Sie [8] und Rauchmelder im Blick [9] und dient als sprachgesteuerter Assistent [10]. Wer Scanner und Drucker als separate Geräte besitzt, richtet ihn mit wenigen Handgriffen als Druckserver und Kopierer ein (S. 76).

Aber auch als Spielekonsole für Retro-Spiele [11], als Internetradio [12] und in einer Bluetooth-Box [13] macht der Raspi eine gute Figur. Mit dem Mediencenter Kodi beschickt er Full-HD-Fernseher mit bewegten Bildern [14]. Falls eine Videoquelle fehlt, können Sie Kodi leicht mit Plug-ins erweitern (S. 75).

Im Prinzip ersetzt ein schneller Raspi 3B+ sogar einen Desktop-PC. Je nach Distribution und Anwendung wird daraus jedoch ein Abenteuer (S. 80).

Geht schnell und stinkt nicht

Alle in dieser c’t vorgestellten Projekte funktionieren ohne Lötkolben oder Breadboard. Dementsprechend brauchen Sie für keines länger als ein paar Stunden. Als Hardware eignet sich neben dem aktuellen Raspi 3B+ auch der nur unwesentlich langsamere Raspi 3. Falls Sie noch einen Raspi 2 in der Schublade haben, genügt dieser für alle Projekte, die das integrierte WLAN der 3er-Raspis nicht brauchen. Die Performance des Zero-W entspricht eher dem alten Raspi 1 und reicht für diese Projekte nicht aus. (pmk@ct.de)

Literatur
  1. [1] Ingo T. Storm, Der Letzte seiner Art, Raspberry Pi 3B+ mit GBit-Ethernet, 5-GHz-WLAN und PoE, c’t 7/2018, S. 44
  2. [2] Pina Merkert, Entropie-Genie, Mit dem Raspberry Pi Zufallszahlen erzeugen und verteilen, c’t 10/2016, S. 108
  3. [3] Hajo Schulz, Mini-Entertainer, Der Raspberry Pi als Medienzentrale, c’t 10/2016, S. 94
  4. [4] Andrea Trinkwalder, Bilder auf die Schirme!, Raspi statt Cloud: PicApport verteilt Fotos im Heimnetz, c’t 10/2016, S. 104
  5. [5] Mirko Dölle, Mittendrin aufgehackt, Raspberry Pi als Hacking-Werkzeug für SSL- und Man-in-the-Middle-Angriffe, c’t 10/2016, S. 88
  6. [6] Ronald Eikenberg, Filterbeere, Schadcode und Werbung mit Raspberry Pi und Pi-hole filtern, c’t 11/2018, S. 144
  7. [7] Mirko Dölle, Intelligent ausgebremst, Raspi begrenzt Datenrate und simuliert Netzunzuverlässigkeit, c’t 6/2017, S. 102
  8. [8] Jan Mahn, Alter Bekannter, Gesichtserkennung mit dem Raspberry Pi 3, c’t 14/2018, S. 90
  9. [9] Mirko Dölle, Brandmelder im Eigenbau, Raspberry Pi überwacht Funkrauchmelder, c’t 11/2014, S. 178
  10. [10] Hilko Holweg, Der eigene Butler, Digitaler Assistent mit Offline-Spracherkennung im Eigenbau, c’t 2/2016, S. 144
  11. [11] Maik Schmidt, Daddelbeere, Raspberry Pi als Emulatorplattform für Retro-Spiele, c’t 12/2016, S. 122
  12. [12] Mirko Dölle und Thomas Koch, Weltempfänger, Raspi als Internet-Radio mit Touch-Bedienung, c’t 6/2017, S. 84
  13. [13] Michael Schmidt, Bluehemian Raspberry, Raspberry Pi als Bluetooth-Audio-Empfänger mit Internet-Radio und MP3-Player, c’t 11/2018, S. 132
  14. [14] Hajo Schulz, Mini-Entertainer, Der Raspberry Pi als Medienzentrale, c’t 10/2016, S. 94

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