Unterm Hakenkreuz

Test & Kaufberatung | Spielekritik

Das ist ein Ding: Mit Attentat 1942 kommt in Deutschland das erste Mal offiziell ein Spiel in den Handel, das explizit Hakenkreuze darstellt. Möglich macht dies die Anwendung der Sozialadäquanzklausel im Strafgesetzbuch, die eine Nutzung verfassungsfeindlicher Symbole zur Darstellung von Kunst oder des Zeitgeschehens erlaubt. Kritiker fürchten schon eine Verrohung der Sitten, doch sie dürften es in diesem Fall schwer haben: Das Spiel, entwickelt von zwei tschechischen Hochschulen, ist kein oberflächlicher Shooter, sondern ein Serious Game, das Bildungslücken füllt. Es erzählt, wie sich ein junger Mann im Jahr 2001 auf die Spurensuche nach den Verbrechen der Nazis in der besetzten Tschechoslowakei macht. Er will herausfinden, warum sein Großvater damals im Konzentrationslager landete und interviewt ehemalige Freunde und Gefährten. Den Hintergrund bildet das titelgebende Attentat auf SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, der als Leiter des Reichssicherheitshauptamtes maßgeblich für die Planung und Durchführung des Holocaust verantwortlich war. Auf ihrem Rachefeldzug deportierten die Nazis nach seinem Tod Tausende Tschechoslowaken in KZs und vernichteten die Städte Lidice und Lezaky mitsamt ihrer Bewohner.

Interaktives Geschichtsbuch

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Unterm Hakenkreuz

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c't 22/2018, Seite 62 (ca. 1 redaktionelle Seite)
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