Mit Scharfblick

Action-Cam mit 12 MPixel Auflösung: ActionPro X7 Neo

Test & Kaufberatung | Test

Ein Sensor-Chip aus Sonys Exmor-Serie soll der X7 Neo von ActionPro zu einer Auflösung von 12 MPixeln verhelfen – und zu scharfen Videos.

Die X7 Neo ist vergleichsweise empfindlich gegen Feuchtigkeit und Schmutz, denn die Anschlüsse für USB und HDMI sowie der Mikrofoneingang liegen offen, auch der Kartenslot ist ungeschützt. Für Ausflüge ins Dreckig-Nasse empfiehlt sich daher, auf das Schutzgehäuse zurückzugreifen. Damit übersteht die Kamera auch Tauchtouren bis 70 Metern Wassertiefe. Allerdings klingt der Ton dann dumpf und wenig ansprechend, was bei Unterwasseraufnahmen verschmerzbar sein dürfte. Für eine hochwertige Tonaufzeichnung nutzt man besser die mitgelieferte alternative Rückwand, die den normalen Deckel ersetzt; damit ist die X7 Neo zwar geschützt, aber eben nicht wasserdicht untergebracht. Das Display ist groß genug, um ein Vorschaubild und die wichtigsten Aufnahmeparameter anzuzeigen.

Gesteuert wird die ActionPro über vier Taster – eine vergleichweise großzügige Bedienschnittstelle. Auch im Schutzgehäuse lässt sie sich gut bedienen. Ein längerer Druck auf die Pfeil-nach-oben-Taste führt ins Menü, dessen Aufteilung uns etwas eigenwillig erschien. Ein längerer Druck auf die Aufnahmetaste aktiviert oder deaktiviert die WLAN-Funktion. Auf Wunsch startet die Kamera gleich beim Einschalten die Aufnahme. Allerdings sieht man kaum, ob die Kamera aufnimmt oder nicht. Denn das zeigen nur ein im Sonnenlicht kaum erkennbar leuchtender Ring um die Aufnahmetaste und eine LED an der Gerätekante an.

Die Videos zeigen die für eine Action-Cam typische, arg farbkräftige Abstimmung. Auch im 4K-Modus arbeitet die ActionPro mit drei wählbaren Blickwinkeln zwischen 60 und 117 Grad. Im Vergleich mit den meisten anderen Kameras diesen Typs fällt der Weitwinkel moderat aus, was aber die weitwinkeltypischen Verzeichnungen reduziert. Die wahrnehmbaren Verzerrungen im Bild fielen erkennbar, aber noch gut erträglich aus und beeinträchtigen das Bild höchstens in den Ecken. Auch die bei anderen Kameras dieser Bauform auftretende, zu den Bildrändern zunehmende Unschärfe war hier deutlich weniger ausgeprägt und störend. Artefakte im Video sind nur bei besonders schnellen Bewegungen erkennbar.

Die im Full-HD- und im 2,7K-Modus nutzbare Bildstabilisierung beruhigt auch kräftige Wackler, doch der Stabilizer verstärkt die Bildfehler. Die Testaufnahmen zeigten bei holpriger Fahrt während der Aufnahme in der Bildmitte ein sichtbares Pumpen. Diesen Wobble-Effekt kennt man von dem Sony-Sensor bereits. Ebenso wenig begeisterte die Akkulaufzeit, denn nach knapp 50 Minuten war die Energiereserve erschöpft.

Die App zur ActionPro – für Android und iOS – ist auf die Hochkant-Anzeige beschränkt. Daher zeigt die App ein unnötig kleines Vorschaufenster, was die Bildkontrolle erschwert. Zusammen mit der gut eine Sekunde dauernden Verzögerung der Anzeige macht das die Bedienung der X7 Neo etwas zäh. Außerdem bietet die App lediglich die Grundfunktionen zur Steuerung. Die Einstellungen der Kamera lassen sich damit nicht ändern.

Fazit

Trotz des erfreulich günstigen Verkaufspreises von 249 Euro macht die ActionPro X7 Neo einen wertigen Eindruck – ohne bedienungstechnische Eigenwilligkeiten. Ihre Bildqualität kann sich mit Kameras der Spitzenklasse messen. Für das nicht ganz so ausgeprägte Weitwinkel-Objektiv wird man mit allemal akzeptablen Verzeichnungen belohnt. Schließlich überzeugt die X7 Neo auch mit einer umfangreichen Ausstattung, einschließlich des Mikrofonkabels für die 2,5-mm-Buchse. (uh@ct.de)

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