4 GByte Arbeitsspeicher

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Ich benötige eine Workstation mit möglichst viel RAM. Welche Mainboards und Speicherriegel sind zu empfehlen?
Der maximale Speicherausbau eines PC hängt von der Anzahl der DIMM-Steckplätze des Mainboards, dem Chipsatz und dem BIOS ab. Desktop-Platinen mit AGP-Steckplatz bieten bis zu vier DIMM-Slots, die je nach Chipsatz jeweils maximal 1-GByte-Module aufnehmen. Von diesen insgesamt 4 GByte lassen sich aber nicht mehr als etwa 3,5 GByte nutzen.

Server-Mainboards für zwei und mehr Prozessoren und ohne AGP-Steckplatz haben bis zu acht DIMM-Fassungen für 16 GByte Speicher; die dazu nötigen Stacked DIMMs aus 512-MBit-Chips sind allerdings kaum noch zu beschaffen.

Die meisten aktuellen Ein- und Zweiprozessor-Chipsätze für Double-Data-Rate-Speicher unterstützen maximal Speicherchips mit 512 MBit, von denen 16 Stück ein ungepuffertes, zweireihiges 1-GByte-DIMM ergeben (18 mit ECC). Ältere Chipsätze für PC133-SDR-SDRAM vertragen meist nur 256-MBit-Chips.

Beim Einsatz von mehr als zwei doppelreihigen Speicherriegeln verlangen viele Chipsätze Registered DIMMs mit zusätzlichen Pufferbausteinen, die die Belastung der Adressleitungen verringern. Um auch die Last auf den Datenleitungen zu reduzieren, lassen sich doppelseitig mit 16 oder 18 SDRAMs bestückte Registered DIMMs einsetzen, die elektrisch wie ein einreihiges Modul verschaltet sind. Mit den dazu nötigen, x4-organisierten SDRAMs kommen aber nicht alle Chipsätze zurecht.

Stacked DIMMs, die meist aus 36 paarweise übereinander gelöteten SDRAMs oder 18 Dual-Die-Bausteinen bestehen, sind wegen der hohen Belastung der Adressleitungen nur als Registered DIMMs zu bekommen. Auch solche DIMMs unterstützt nicht jeder Chipsatz.

Das BIOS mancher Mainboards reduziert bei voller Speicherbestückung die Taktfrequenz des RAM oder deaktiviert den ACPI-S3-Modus. Wer sein Board bis zur Halskrause mit Speicher voll stopfen möchte, sollte sich genau informieren und möglichst die vom Hersteller konkret empfohlenen Speicherriegel einsetzen. Firmen wie Corsair, Crucial, Dataram, Hantz, Kingston, Memory Solution oder Transcend bieten für bestimmte Platinen validierte Module an.

Mehr als 4 GByte Speicher müssen 32-Bit-Betriebssysteme über Umwege ansprechen, die die Desktop-Ausführungen von Windows 2000 und XP nicht beherrschen; nur die teuren Server-Versionen kommen damit zurecht und verwalten pro Prozess mehr als 2 GByte Speicher. Windows 9x und ME scheitern bereits an mehr als 512 MByte Speicher. Der RAM-Bereich zwischen etwa 3,5 und 4 GByte lässt sich nicht nutzen, weil dort der PCI-Adressbereich eingeblendet ist. (ciw)

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