Buchstabensalat im Gerätemanager

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In meinem Gerätemanager steht statt der Namen meiner Festplatte und SSD nur Buchstabensalat. Wie kommt das?

Dass so etwas heute noch passiert, ist überraschend. Da muss sich wohl ein uralter Flüchtigkeitsfehler wieder mal in einen der Treiber Ihres Systems eingeschlichen haben. Wenn Sie in den angezeigten Bezeichnungen die Buchstaben paarweise vertauschen, ergeben sie Sinn: Aus

ASSMNU GSS D38 0eSirse

wird dann

SAMSUNG SSD 830 Series

Wie es zu so einem Bug kommen kann, erklärt sich so: Die ATA-Schnittstelle für Festplatten, auf der das heutige Serial ATA beruht, ist eine 16-bittige Schnittstelle. Wenn man die Festplatte auffordert, sich zu identifizieren, antwortet sie mit 256 Wörtern à 16 Bit. In einigen davon steht die Typenbezeichnung, immer zwei Zeichen pro Wort.

Nun gibt es zwei Konventionen, ein 16-Bit-Wort im Speicher abzulegen: In der Intel-Welt ist „Little-Endian“ üblich, das niederwertige Byte (das „kleine Ende) zuerst. Anderswo (z. B. Motorola) ist Big-Endian gebräuchlich. Bei der (S)ATA-Typenbezeichnung steht das erste Zeichen im höherwertigen Byte des ersten Worts, das zweite im niederwertigen und so weiter. Wenn man das gedankenlos auf einem Intel-Prozessor in der „natürlichen Reihenfolge“ in den Speicher schreibt, ist es genau verkehrtherum. Pikanterweise war die klärende Textpassage in der ATA-Spezifikation im Zuge einer Überarbeitung versehentlich entfallen, sodass die Byte-Ordnung eine Zeitlang nicht im Standard stand. (bo)

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