CPU-Takt regeln

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Ich suche eine Möglichkeit, die Taktfrequenz von Pentium-4- und Pentium-M-CPUs per Software einzustellen. Bei meinem Laptop mit Pentium M benutze ich das Programm SpeedswitchXP, das aber nur zwischen der Maximalgeschwindigkeit von 1,6 GHz und einem Sparmodus mit 600 MHz umschalten kann. Ich würde gerne auch individuelle Werte einstellen können. Und nach einem Tool, das das auf meinem P4-Desktop-Rechner kann, habe ich bislang auch vergeblich gesucht.
Tools wie SpeedswitchXP oder auch RMClock können nur solche Betriebsmodi einschalten, die der Prozessor unterstützt. Und das sind bei Ihrem Pentium M eben nur die beiden Geschwindigkeiten, die Ihnen das Tool anbietet. Bei Pentium-4-Rechnern hängen die Möglichkeiten von der genauen Prozessorversion ab.

Das Umschalten der Taktfrequenz im laufenden Betrieb erfolgt durch Veränderung des Frequenzmultiplikators zwischen der Grundfrequenz des externen Frontsidebus (FSB) und dem internen Taktgeber des Prozessorkerns (Kerntakt). Weil die Grundfrequenz des FSB400 100 MHz beträgt, arbeitet ein Pentium M 1,6 GHz mit FSB400-Interface bei voller Leistung mit dem Multiplikator 16. Für den Sparbetrieb kennt er genau einen weiteren Multiplikator, nämlich 6 - dann läuft er also mit 600 MHz. Beim Pentium M mit FSB533 (Grundfrequenz 133 MHz) liegt die Minimalfrequenz wenig überraschend bei 800 MHz (6 · 133 MHz). Mit anderen Frequenzen laufen diese Prozessoren von sich aus nicht.

Die meisten Pentium-4-Typen haben überhaupt keinen veränderlichen Multiplikator. Erst ab dem Pentium 4 6xx (und Pentium D) können die schnelleren Prozessorversionen (mit mehr als 2,8 GHz maximaler Taktfrequenz) dank Enhanced Intel SpeedStep Technology (EIST) stufenweise alle Multiplikatoren zwischen 14 und dem jeweils höchsten wählen. Das lässt sich auch mit den eingangs erwähnten Tools steuern, ebenso wie die Cool’n’Quiet-Funktion der AMD64-Prozessoren und einiger Sockel-754-Semprons - auch dabei sind mehrere Frequenzstufen vorgesehen.

Wenn das Mainboard es erlaubt (manchmal gibt es dazu vom Board-Hersteller auch Windows-Steuerprogramme), lässt sich bei allen Prozessoren die Taktfrequenz dadurch mindern, dass man die FSB-Taktfrequenz absenkt. Das zieht aber möglicherweise Probleme mit den Taktfrequenzen von Hauptspeicher, AGP, PCI-Bus und so weiter nach sich, die alle in einem festen Verhältnis zueinander stehen. Außerdem reduziert es die Stromaufnahme viel weniger stark als die SpeedStep- und Cool’n’Quiet-Verfahren, die beim CPU-Betrieb mit niedriger Frequenz gleichzeitig die Kernspannung absenken: Erst dieser Kniff sorgt nämlich für deutlich sparsameren Prozessorbetrieb. (ciw)

http://ct.de/0515182

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