Defekte Festplatte wiederbeleben

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Mir sind ältere SATA-Festplatten in die Hände gefallen, die zwar anlaufen, aber anscheinend sonst nicht mehr funktionieren. Nun habe ich gehört, dass sich manche über eine undokumentierte serielle Schnittstelle reparieren lassen. Wissen Sie mehr?

Im Internet kursieren recht ausführliche Anleitungen zu Seagate-Laufwerken der Baureihe Barracuda 7200.11, bei denen sich ein bestimmter Fehler ausbügeln lässt: der sogenannte BSY-Bug. Laut dieser Anleitung (siehe c’t-Link unten) liegen die RX- und TX-Signale der seriellen Disk-Schnittstelle auf jenen Kontakten, auf die man etwa auch Master-/Slave-Jumper steckt. Dafür muss man ein Kabel basteln und benötigt einen „Level Shifter“, also eine kleine Platine mit einem Interface-Chip wie dem TI MAX3221. Zum Anschluss an moderne PCs ohne RS-232-Schnittstelle braucht man noch einen USB-Adapter. Dann kann man mit einem Terminal-Programm wie PuTTY mit der Platte sprechen.

Die Befehle, welche der Terminal-Zugang der Firmware versteht, dokumentiert Seagate nicht öffentlich; Tüftler haben sie aber im Web veröffentlicht (siehe c’t-Link unten). Der Patch für den BSY-Bug ist leicht einzugeben. Schon der kleinste Fehler kann die Festplatte allerdings völlig unbrauchbar machen.

Im Prinzip ist es über diese Schnittstelle bei manchen Festplatten wohl möglich, einzelne Sektoren gezielt anzusprechen oder auch ein gesetztes ATA Security Passwort auszulesen. Dazu sind aber weitere Kenntnisse der jeweiligen Firmware nötig. Die Firma Atola verkauft Geräte, mit denen solche Operationen bei bestimmten Festplatten-Baureihen möglich sind. Atola nennt auch Disk-Baureihen, bei denen das funktionieren soll (siehe c’t-Link); darunter sind durchweg ältere Modelle. (ciw)

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