Externe Festplatte intern nutzen

Praxis & Tipps | Tipps & Tricks

Bei Preisrecherchen stelle ich fest, dass externe Festplatten mit USB-Anschluss häufig deutlich günstiger angeboten werden als interne. Spricht etwas dagegen, sich eine externe Festplatte anzuschaffen, das Laufwerk aus dem Gehäuse auszubauen und anschließend intern per SATA zu betreiben?

Jein. In vielen Fällen können Sie Festplatten aus externen Gehäusen auch via SATA anschließen, allerdings ist der Ausbau der Platte aus dem Gehäuse mit Risiken und unter Umständen negativen Überraschungen verbunden.

Zunächst erlischt beim Öffnen des USB-Gehäuses die Herstellergarantie. Viele Gehäuse lassen sich zudem nur genau einmal öffnen und sind nach der Plattenentnahme ein Totalschaden, sodass man sie hinterher nicht für den externen Einsatz anderer Platten weiter verwenden kann. Es ist auch nicht sichergestellt, dass der Plattentyp, der dann zum Vorschein kommt, Ihnen wirklich weiterhilft. Hersteller wie Western Digital verwenden zumindest für den Einsatz in externen 2,5"-Festplattengehäusen mittlerweile keine SATA-Festplatten mehr, sondern solche, bei denen der USB-Anschluss direkt aufgelötet ist. Selbst wenn man sie ausbaut, lassen sie sich also nur per USB mit dem Rechner verbinden.

Für den Einsatz im Notebook kommt es außerdem auf die Bauhöhe der Platten an. Herkömmliche Notebooks nehmen nur Laufwerke mit 9,5 Millimeter Höhe auf. Besonders flache Note- oder Ultrabooks fordern 7-mm-Platten. Letztere gibt es momentan nur mit 500 GByte, die 9,5-mm-Exemplare mit höchstens 1 TByte zu kaufen. Größere 2,5"-Platten verteilen ihre Speicherkapazität momentan noch auf mehr als nur ein oder zwei Magnetscheiben und lassen sich deshalb nicht ganz so kompakt fertigen. Mit einer Bauhöhe von 12,5 mm oder 15 mm sind sie ausschließlich extern nutzbar.

Manchmal enthalten außergewöhnlich billige externe 2,5"- und 3,5"-Gehäuse auch sogenannte Refurbished-Laufwerke. Hierbei handelt es sich um vom Hersteller generalüberholte Festplatten mit einer Restgarantie von wenigen Monaten. Da es sich dabei nicht um neue Platten handelt, darf man hier keine allzu lange Lebensdauer erwarten. Will man also die diversen Risiken sicher ausklammern, ist es ratsam, gleich ein paar Euro mehr für ein internes Laufwerk auszugeben. (boi)

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