Praxis & Tipps | FAQ

Martin Fischer, Ulrike Kuhlmann

4K-Fernseher als PC-Monitor

Antworten auf die häufigsten Fragen

4K-TVs am Notebook

Ich hab mir kürzlich einen 4K-Fernseher gekauft, an den ich im Wohnzimmer gern auch mal das Notebook anschließen will. Klappt das mit UHD-Auflösung und 60 Hz?

Sowohl Ihr Notebook als auch der Fernseher muss dafür einen HDMI-2.0-Anschluss bereitstellen. Ein aktuelles TV wird wahrscheinlich mindestens einen Eingang besitzen, der 60 Bilder pro Sekunde in der ultrahohen Auflösung entgegennimmt. Im Notebook-Bereich gibt es dagegen nur sehr wenige Gaming-Geräte, die 60 Hertz an HDMI 2.0 ausgeben können. Die meisten Notebooks schaffen maximal 30 Bilder pro Sekunde in voller UHD-Auflösung.

Hat ihr Notebook nur einen DisplayPort-Ausgang, benötigen Sie einen Adapter, der die Signale pinkompatibel auf den HDMI-Eingang am TV umsetzt. Derzeit funktionieren solche Adapter mit maximal 30 Hertz – unabhängig davon, was ihr Notebook am DisplayPort bereitstellt. (uk@ct.de)

Aktiver oder passiver Adapter

Ich möchte meinen 4K-Fernseher über einen Adapter am DisplayPort betreiben. Brauche ich dafür einen passiven oder einen aktiven Adapter?

Passive Adapter legen intern nur auf die andere Steckerbelegung um, verändern an den Signalen selbst aber nichts. Deshalb muss ihr Notebook oder PC am DisplayPort für solche Adapter HDMI-konforme Signale ausgeben können. Wenn ihr PC oder Notebook das nicht kann, benötigen Sie einen aktiven Adapter. Der enthält eine eigene Elektronik, die außer der Pinbelegung auch die Pegel und Wellenwiderstände der DisplayPort-Signale HDMI-konform konvertiert.

Entscheidend ist, dass der Adapter 4K-Formate beherrscht. Aktuell sind solche 4K-Adapter auf 30 Hertz begrenzt. Es gibt sie für DP oder miniDP auf HDMI zum Beispiel von Delock für 13 (passiv) beziehungsweise 14 Euro (aktiv). (uk@ct.de)

30 versus 60 Hz

Mein Notebook gibt an HDMI bei 4K-Auflösung maximal 30 Bilder pro Sekunde aus. Reichen 30 Hertz eigentlich für Büroarbeit?

Für textlastige Büroarbeit genügen 30 Hertz unserer Erfahrung nach: Anders als viele Anwender denken, flimmert das Bild eines LC-Displays bei 30 Hz nicht. Allerdings ruckelt der Mauszeiger bei schnellen Bewegungen, das gleiche gilt fürs Verschieben von Fenstern und anderen beweglichen 2D- oder 3D-Objekten. Das stört einige Nutzer schon nach wenigen Minuten, andere bemerken es gar nicht.

Die Bildausgabe Ihres Displays sollte im 30-Hz-Betrieb nicht zu sehr hinter den Grafikkartensignalen hinterherhinken. Ist die Latenz zu groß, fühlen sich Objekte am Mauszeiger an wie am Gummiband. Wer schneller mit der Maus klickt, trifft dann kaum noch Schaltflächen oder die Menüauswahl.

Zum Spielen eignen sich 30 Hz weniger, da sich etwa schnelle Ego-Shooter erst ab 60 Hz präzise steuern lassen. Für ruhige Spiele, zum Schauen von HD-Videos mit 24 fps oder für die Fotowiedergabe genügt die 30-Hz-Darstellung dagegen vollauf. (uk@ct.de)

Grafikkarten mit HDMI 2.0

Welche Grafikkarten unterstützen HDMI 2.0?

Derzeit genau vier Stück, nämlich die Nvidia GeForce GTX 960, GTX 970, GTX 980 und GeForce GTX Titan X. AMD hat keine HDMI-2.0-Grafikkarten im Angebot. Überdies gibt es noch keine integrierten Prozessorgrafikkerne, die zu HDMI 2.0 kompatibel sind. (mfi@ct.de)

HDMI-2.0-Kabel

Brauche ich ein spezielles HDMI-Kabel, um meinen 4K-Fernseher an den PC anzuschließen?

Theoretisch reicht ein herkömmliches Highspeed-Kabel, das Sie für wenige Euro im Handel bekommen. Laut VESA sind diese Kabel auch für die Signalübertragung in 4K mit 60 Hertz geeignet.

In der Praxis hat sich aber gezeigt, dass zumindest die 4K-TVs unseres Tests am PC nicht mit jedem Kabel funktionieren wollten. Relativ zuverlässig hat es mit Highspeed-Kabeln geklappt, die zusätzlich mit einem Hinweis auf 4K, UHD oder 2160p versehen waren. Allerdings waren die TVs selbst unterschiedlich sensibel. (uk@ct.de)

Spielen am 4K-TV

Ich spiele gern und häufig Minecraft. Brauche ich dafür einen schnellen Monitor oder reicht ein günstiges TV-Display?

Bei eher langsamen Strategiespielen wie Minecraft, Starcraft oder auch Microsofts Flugsimulator sollten Sie mit einem TV-Display gut klarkommen. Sie profitieren hier enorm von der riesigen Schirmfläche und werden richtiggehend ins Geschehen hineingezogen.

Probleme werfen etwaige Latenzen auf: Die Verzögerung zwischen Eingabe und Darstellung auf dem Bildschirm ist meist höher als bei echten 4K-Monitoren mit TN-Panel. Deshalb sollten Sie an Ihrem Fernseher einen spieltauglichen Bildmodus einstellen und im Menü alle Bildverbesserungen deaktivieren. Grund: Optimierungen brauchen Rechenleistung und kosten Zeit – beides verzögert die Bildausgabe. Unabhängig von der Latenz kann es sein, dass manche 4K-Fernseher für schnelle Jump-n-Runs zu langsam sind. (mfi@ct.de)

Artikel kostenlos herunterladen

Kommentare

Artikelstrecke
Anzeige
Anzeige